Die Tradition-Firma Ibald 1897 bis 1981 in Oberhausen . Velodrom und Fahrrad-Spezial-Geschäft, Rennen, Motorsport, Reifen, Vulkanisierung, Reifenspezialunternehmen

Links das Haus  Velodrom,Fahrradfabrik, , Werkstatt usw.  Ernst Ibald. Grenz-Blumenthal-Straße. Bild Walli Wölk.
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  • Links das Haus Velodrom,Fahrradfabrik, , Werkstatt usw. Ernst Ibald. Grenz-Blumenthal-Straße. Bild Walli Wölk.
  • hochgeladen von Martin Grundmann
  • Das Velodrom in Alstaden die Fahrradzentrale von Rheinland und Westfalen.


  • Damals war Ibald in Alstaden mit seinem Velodrom Schrittmacher der neuen Zeit.

Leider konnten wir über die Tradition-Firma Ibald nicht all zuviel in Erfahrung bringen.

  • Die Tradition-Firma Ibald existierte von 1897 bis 1981
  • Die Zeit zwischen 1897-1910

Damals befand sich das größte Fahrrad-Spezial-Geschäft von ganz Rheinland und Westfalen in dem zweieinhalbgeschossigen Bau der Fa. Ernst Ibald in Alstaden auf der Grenz-Straße 14. (Siehe Fotos)
Dort betrieb man einige Jahre später zusätzlich noch ein Automobile Motor-Lastwagen Ersatz- u. Zubehörteile-Lager. Mechanische Werkstatt. Große Garage. Gummi Fabrik-Lager

  • Ein mächtiges Gebäude

Dieser riesige Bau war die Zentrale für alle Radfahrer in Rheinland und Westfalen Er war mit 6 großen Schaufenster ausgestattet wo wohl tausende von Menschen sich die Nase platt drückten, um einen Blick auf die damals neuen hochmodernen Fortbewegungsmittel zu werfen.

  • Es wurde nicht nur Radfahren gelernt…

Ibald war für die ganze nähere und weitere Umgebung eine Art Fahrradpionier. Er verkaufte nicht nur, er hatte auch eine große Reparaturwerkstatt und ein Ersatzteillager, das ihm die auswärtige Kundschaft sicherte. Sie bezogen die Fahrräder und Hochräder aus England
Interessanter, aber war eine große flache Halle, in welcher man damals nicht nur Radfahren lernen, sondern auch eine Kunstfertigkeit auf dem Veloziped unter Anleitung versierter Fahrraddompteure erzielen konnte. Dieser Teil der Ibaldschen Fahrradzentrale hieß Velodrom (so wie früher ja auch beispielsweise ein Hippodrom also einen Raum gab, in welchen man das Reiten lernen oder als Vergnügen betreiben konnte).

  • Treffpunkt der High Society

Bei Ibald in Alstaden trafen sich wöchentlich die mondänen Sportler im Velodrom, wo sie trainierten. Ihr Vereinslokal war der Hof von Holland (Darüber schreiben wir auch noch) und man legte Wert darauf, im Radfahrer Dress zu erscheinen. Man fühlte sich up to date. Das Vergnügen Fahrrad fahren war sehr teuer. Ein Hochrad kostete 300 Mark plus den Kursus der von den Damen und Herren mit viel Gaudi absolviert wurde. Ein Arbeiter hatte damals ein Verdienst von ca. 75 Reichsmark und nur einige Arbeiter konnten sich den teuren Sport erlauben.

  • Immer gut Aussehen auch beim Radfahren

Ibalds Velodrom wurde stark beansprucht. Man darf nicht vergessen das damals Radfahren in war, sondern auch ein beliebter Sport war, auch in den besseren Kreisen (einschließlich der Damenwelt). Für die Damen gab es extra ein schickes Fahrraddress.

  • Die Zeit war um, das nächste Fortbewegungsmittel erobert den Markt

Das Geschäft florierte jahrelang bis Ausdrücke kamen wie LKW, PKW aber dieser Zeit wurde aus dem ungewöhnlichen etwas Gewöhnliches. Das Töff-Töff wie man es früher schimpfte nahm seinen Siegeszug auf. Das würde jetzt in. Am Anfang waren es die zahlungsfähigen Kunden und später konnten sie fast alle ein neues Fortbewegungsmittel leisten. Ibald erkannte diesen Trend und stieg mit um.

  • Der Name Ibald ist untrennbar mit dem Automobilismus und Autosport vereint

Der Name der angesehensten Oberhausener Familie Ibald ist verstrickt mit den Anfängen des Oberhausener Automobilismus und vor allem auch des Oberhausener Autosportes. Karl Ibald und sein Bruder Ernst haben viel dazu beigetragen, über Widerstände und Misstrauen ja auch über offene Gegnerschaft hinweg den Motorrennsport auch in Oberhausen zu Ansehen und Geltung zu bringen. Die Zahl der Oberhausener Automobilisten war an der Jahrhundertwende sehr gering. Es wurde als ein beinahe unverantwortliches Wagnis angesehen, sich einen der damals noch sehr unzuverlässigen Wagen anzuschaffen.

  • Der erste Herrenfahrer

Es gibt kaum noch Unterlagen dafür, aber es dürfte ziemlich fest stehen das der Zigarrenfabrikant Albrecht der erste Oberhausener Herrenfahrer gewesen ist. Rüttgers, Grillo Riehm und Scheulen sind Oberhausener gewesen die schön zu einem sehr frühen Zeitpunkt sich hinter das Steuer setzen oder den Motor ankurbelten mit der Hand selbstverständlich.

  • Karl Ibald gewann Preise und genoss internationalen Ruf

Karl Ibald hatte sich einen Namen als Radfahrer in Bahn und Straßenrennen gemacht bis zur internationalen Anerkennung. Er hatte dabei in Italien mit hohen Geldsummen ausgezeichnete Rennen gewonnen und setzte diesen Verdienst im Autosport ein. Einer seiner größten Siege war die Fernfahrt Paris-Berlin im Jahre 1901. Zehn Jahre später errang er mit seinem Bruder Ernst die goldene Medaille bei der westdeutschen Zuverlässigkeitsfahrt. 

  • Die Idee der Geschäftsgründung kam beim Rennen

Auf die Teilnahme ist die Geschäftsgründung von Karl Ibald zurück zu führen. Der Reifenverbrauch war für damalige Zwecke sehr hoch. Mehrmals musste bei solchen Rennen unterwegs montiert werden. Karl Ibald wollte deshalb einen Vertrieb und die Vulkanisierung von Autoreifen aufnehmen. Das erwies sich als goldrichtig obwohl einige abrieten. Er aber glaubte an der schnellen Entwicklung des Autos. Die Umsatzzahlen stiegen von Jahr zu Jahr.

  • Die Lage der Firmen
  • 1910

Ibald bezog auf der Industrie-Straße gegenüber dem Oberhausener Hof mit dem Auto-Palast ihr erstes Geschäft. Mechanische Reparatur-Werkstätte, Garage, Reifen-Vulkanisier-Anstalt, Großes Stock-Lager in Auto-Pneumatiks. (Siehe Fotos).

  • Ab 1928 Erweiterung der Firma

1928 wurde nach völligem Umbau des Eckhauses Ellenbogen-Straße 55 das Haus bezogen. Es existierte noch eine Geschäftsstelle auf der Ellenbogen-Straße 21.
Beide Brüder starben vor dem 2 Weltkrieg 1932 und 1942.
Die Geschäfte wurden im Krieg zerstört.

Direktor Ernst Ibald verstirbt 1932. Ein schwerer Verlust.

Ein Pionier im Autowesen verstarb 1932. Bei einem Automobilunfall verletzte er sich so schwer das wenige Tage nach dem Unfall verstarb.

  • Rückblick bis zu Anfängen 1897-1932

Ernst Ibald stammt aus einer alteingesessenen Oberhausener Familie. Durch seine kaufmännische Tüchtigkeit wurde er zu einer Persönlichkeit die weit über die Grenzen von Oberhausen reichten. Seine Laufbahn begann 1897 auf der Grenzstraße mit dem Velodrom das einzige Fahrrad-Spezial-Geschäft in Westfalen und dem Rheinland. Unter seiner Führung entstand der Klub-RC-Rheinland. Viele der alten Oberhausener liebten die Straßen-Rennen die er veranstaltete, das ging etliche Jahre. Die Rad Feste waren immer ein großer Erfolg nicht zuletzt durch ihm selber. Er wurde oft durch sein Können, Erster. Er verpflichtete auch immer wieder Stars wie z.B. Altmeister August Lehr und seine Straßenfeste noch populärer zu machen.
Sein ganzes Leben galt immer den technischen Neuerungen im Sektor der Verkehrsmittel. In den 1910er Jahren verlegte es sein Geschäft auf die Benzinwagen und zog von der Grenz-Straße zur Industrie-Straße. Früher nahm er am großen Radrennen Teil und verdiente große Siegesprämien jetzt, macht er dasselbe mit dem Automobil. Er wurde  genau wie beim Fahrrad-Rennen über Deutschlands Grenzen bekannt. Durch seine Bekanntheit wurde er Mitbegründer des Rheinisch-Westfälischen Automobilklubs dessen Ehren und Vorstandsmitglied war. Wo immer Fragen auftauchen man zog ihn zur Beratung hinzu. Die Fa. Daimler-Benz wurde auf ihn aufmerksam die ihm die Vertretung am Niederrhein übertrug um ihn dann in Anerkennung seiner Arbeit zu ihrem Direktor beförderte.
Er selber konnte wegen seines Alters nicht an die Front. 1 Weltkrieg. Er kümmerte sich dafür um verletzten und blinden Krieger. An einem Tag im Jahr lud er alle Blinden aus der Krankenanstalt Düsseldorf zu ihm ein. Es bekam für seine Hilfe das Eiserne Kreuz am weißschwarzen Bande als Auszeichnung verliehen.

  • Nach 1945

Nach dem Kriege baute Sohn Karl-Heinz Ibald auf dem Gelände, Ecke Hermann-Albertz und Paul-Reusch-Straße ein Geschäft errichten. Karl-Heinz führte das Unternehmen zu hohem Ansehen. Damals hatten Sie Niederlassungen in Bottrop, Düsseldorf und Hamburg.

  • Im September 1950. 40 Jahre Ibald.

Die Firma Ibald & Co., Westdeutsche Bereifungs-Industrie, gehörte zu den größten und bedeutendsten Unternehmen dieser Art im Bundesgebiet und war eine der ersten, die sich mit dem Vertrieb und der Vulkanisation von Autoreifen beschäftigte.

  • Firma Ibald genoss weltweiten Ruhm.

Ibald war durch sein Know-how in aller Welt bekannt. In den 1950 er reparierten sie den größten Reifen der Welt. Er hatte ein Gewicht von 2 Tonnen und besaß eine Höhe von 2,50 Meter. Er kostete so viel wie fünf fabrikneue Volkswagen, ungefähr 25000 DM. Er stammt aus den USA. Die Amerikanische Firma hat ihn nach hier geschickt zur Fa. Ibald in der Hermann-Albertz-Straße. Die Tradition Firma hat gerade in der Nachkriegszeit einen kräftigen Ausbau erfahren, der ihr die Übernahme und einwandfreie Durchführung auch komplizierter Spezialmaschinen ermöglicht. Sie hat für die Spezialaufträge ermöglicht. Sie hat für die Reparatur der amerikanischen Mammut-Reifen eine besondere Abteilung eingerichtet, für die Spezialmaschinen entwickelt worden sind.

  • Zum 50 Jubiläum. 1960

Die Verlagerung der Firma Ibald von der Hermann-Albertz-Straße (zwischen Paul-Reusch und Lothringer Straße) zur Güter-Straße 11-29 (Ecke Hansa-Straße). Sie erfolgte, weil es keine Möglichkeit gab sich weiter zu entfalten sie brauchten immer mehr Platz, das Geschäft florierte und es wurden immer mehr Zweigstellen. Aholt, Bochum, Bochum, Bottrop, Düsseldorf, Köln, Wesel.

  • Das Aus der Tradition-Firma Ibald. 1981

Leider gibt es keine Infos dazu warum Ibald geschlossen worden ist. Vielleicht verfügt eine Leserin oder Leser über Informationen darüber. Diese werden dann natürlich im Artikel eingebracht.

Quellen. 

Rhein und Ruhrzeitung 1930
Oberhausener Zeitung 1928
Verschiedene Ausgaben des General-Anzeiger 1910-1955 
Waz 1950, 1955

Vielen Dank auch wieder mal an Herrn Uecker, Mitarbeiter des Stadtarchivs. Er stand wie immer mit seinem Wissen uns zu Seite. Danke sehr.

Ansichtskarten: Barbara Hüsken und Walli Wölk. Vielen Dank.
Briefköpfe: Stadtarchiv Oberhausen

Autor:

Martin Grundmann aus Oberhausen

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