Ehemalige Traditionsfirma Scharrer von 1848 bis 1967 aus Oberhausen-Sterkrade
Ehemalige Traditionsfirma Scharrer von 1848 bis 1967 aus Oberhausen-Sterkrade.

Sterkrade 1905 Steinbrinkstr. Der Pfeil zeigt das neue Haus der Firma Scharrer. Bild Barbara Hüsken.
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  • Sterkrade 1905 Steinbrinkstr. Der Pfeil zeigt das neue Haus der Firma Scharrer. Bild Barbara Hüsken.
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Ehemalige Traditionsfirma  Scharrer von 1848 bis 1967 aus Oberhausen-Sterkrade. 

  • Ehemalige Traditionsfirma W. Scharrer ansässig gewesen Steinbrinkstraße 203
  • Vertrieb von Buch-, Schreibwaren- und Bürobedarfshandlung
  • Ehemaliger Herausgeber der Sterkrader Zeitung bis Ende der 1920er
  • Das Ende der Traditionsfirma 1967

Es war einer der ältesten Firmen in Sterkrade als sie im Jahre 1967 aus Alters und Gesundheitsgründen ihren Betrieb aufgaben. Sie fanden keinen Nachfolger der ihre Familien Tradition hätte fortsetzen können. Ein Jahr vor ihren 120 jährigen Bestehen wurde sie leider geschlossen. Eine Firma die viele Sterkrader kannten und mochten.

  • Der Anfang 1848 kam Herr Scharrer nach Sterkrade, 1890 übernahm sein Sohn das Geschäft

Der Beginn liegt schon sehr lange zurück 1848 kam Wilhelm Scharrer von Beruf Buchbinder von Dinslaken in das dörfliche Sterkrade. Zu dieser Zeit wohnten ca., 1900 Leute in Sterkrade. Der Bürgermeister war Herr Klinge.
Die GHH hatte sich in unmittelbarer Nähe im Jahre 1820 ihre ersten Werkstätten aufgebaut.
In einen bescheidenden Haus an der Steinbrinkstraße gründete Herr Scharrer seine Buchbinderei und Druckerei. Der Standort blieb bis zur Auflösung der Firma der gleiche. Herr Wilhelm Scharrer arbeite unermüdlich bis ins hohe Alter und legte für seinen Sohn August das Fundament auf dem er das Geschäft weiter ausbauen konnte. 1890 übernahm sein Sohn August das Geschäft.

  • Eine kleine Chronik zur „Sterkrader Zeitung“.

Herr August Scharrer gründete 1897 die Sterkrader Zeitung und schloss sich einen Zeitungsverlag an. Der erste Redakteur war August Blöcker, der Nachfolger wurde Wilhelm Eisele. Er war vielen älteren Sterkrader noch gut in Erinnerung. Die "Sterkrader Zeitung" wurde auch im Dinslakener Raum verkauft und gelesen. Die Zeitung besaß zwei Nebenausgaben: die "Holtener Zeitung" und die "Hiesfelder Zeitung". Die Holtener Ausgabe erschien erstmals 1897; in Schmachtendorf, Sie erschien ab 1905. Beide stellten ihr Erscheinen mit dem Ende der Bürgermeisterei ein, im Jahre 1917. 1923 wurde "Sterkrader Zeitung" von der Oberhausener Zeitung übernommen. Ende der 20er wurden sie Nebenausgaben in der Rhein und Ruhrzeitung. Herr Eisele trat in den Dienst dieser Zeitung.

  • Abriss und Neubau des Geschäftes 1905

Im Jahre 1905 wurde das alte Haus abgerissen und an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt. Zugleich wurde wurden auch die Betriebsräume der Druckerei und Buchbinderei stark vergrößert.

  • Tod des Sohnes 1938 und Vaters 1939

Im Jahre 1939 verstarb August Scharrer im Alter von 80 Jahren. Ein Jahr zuvor 1938 musste Herr Scharrer einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen sein Sohn verstarb er sollte die Firma weiterleiten.

  • Tochter und Schwiegertochter führten das Geschäft weiter

Die Führung übernahmen die Tochter Irmgard und Schwiegertochter. Die beiden starken Damen, führten das Geschäft durch die kommenden schweren Jahre und erlitten starke Rückschläge. Sie schafften es trotz aller widrigen Umstände, das Geschäft bis 1967 zu führen.

  • Die letzten Kriegstage. Zerstörung des Hauses

Den bittersten Schlag erhielten sie beim letzten schweren Luftangriff auf Sterkrade am 24. März 1945. Hierbei wurde das Haus und der Anbau der im Hof lag bis auf die Grundmauern zerstört. Im Anbau befand sich bis dahin die Geschäftsstelle, Druckerei und Buchbinderei. Bis zu den 20er war auch dort die Redaktion der Sterkrader Zeitung. Der Betrieb wurde während des Krieges vermietet.

  • Der Neuanfang 1947

1947 unternahmen Irmgard und Julie Scharrer die ersten Schritte. In unmittelbarer Nähe von ihnen bekamen sie einen Raum, in einer Traditionsgaststätte von Herrn Neugebauer „Deutsches Haus“. Nach der Währungsreform ging es langsam aber stetig voran, bis der Wiederbau des Hauses abgeschlossen werden konnte. Die Druckerei wurde nicht mehr aufgebaut.

  • Das Ende der Firma Scharrer

Die beiden Frauen führten das Geschäft bis 1967 sie konnten aus Alters und Gesundheitsgründen ihre Traditionsfirma nicht mehr weiterführen, es fand sich auch leider kein Partner der es in ihren Sinne weiterleiten vermochte. Somit endete leider wieder ein Stück Sterkrader Geschichte. Die Firma die das Geschäft übernahm, kam aus einer anderen Branche.

Quellen:
Alfred Lindemann
Von Wolfsjagden, stolzen Rittern und dem Gespenst aus dem Moor Dr. Ingo Tenberg.
Ruhrwacht verschiedene Ausgaben 1952, 1955
WAZ 1965
Oberhausener Heimatbuch 1964 W.Seipp
Gutehoffnungshütte in 200 Jahren GHH 1958

Vielen Dank für die Fotos und Postkarten von Alfred Lindemann, Walli Wölk und Barbara Hüsken.

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