Erbaut 1867 von Gerhard Möllmann und gesprengt am 30.Juni 1966.
Eine kleine historische Geschichte zum ehemaligen Wahrzeichen von Oberhausen-Schmachtendorf , die Möllmann Mühle 1867 bis 1966.

Möllmann Mühle in den 1920er. Bild: NZ 1934
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Eine kleine historische Geschichte zum ehemaligen Wahrzeichen von Oberhausen-Schmachtendorf , die Möllmann Mühle 1867 bis 1966.

Erbaut 1867 von Gerhard Möllmann und gesprengt am 30.Juni 1966.

Warum und weshalb musste sie weichen.

Wir kehren zurück in das Jahr 1966 die Möllmannsche Mühle muss der baulichen Neuordnung des Schmachtendorfer Ortskern weichen. Die Mühlen- und Futtermittelfirma Möllmann auf der Schmachtendorferstr 141 die dort seit 1867 dort ansässig war, stellte Ende des Jahres 1965 für immer den Betrieb ein. Nicht nur die Mühle kommt weg auch die drei Traditionsgasthäuser Paul Möllmann, Schlagregen und Tenter.
Im Zuge des Umlegungsverfahrens für Schmachtendorf erfolgt im Bereich der Einmündung der Dudelerstr einer Neuaufteilung der Baugrundstücke.

• Endgültiges Aus der Möllmannschen Mühle 30.6. 1966

Am 30.06.1966 ist das ehemalige Wahrzeichen von Schmachtendorf nur noch Geschichte. Ein Jahr später hätte die Mühle ihr 100 jähriges Bestehen gefeiert. Die Mühle bestand von 1867 bis 1965 und war immer in Betrieb.
Am 30.6.1966 war es dann soweit die Vorbereitungen zum Sprengen neigen sich dem Ende zu. Zur Sprengung hat man sich entschieden weil die Mauer des Mühle 1,25 m maßen. Es werden nochmal alle 50 Bohrlöcher kontrolliert und um 16 Uhr betätigte Sprengmeister Karl Hattebur den Auslöser der Zündmaschine. Es gab einen ohrenbetäubenden Knall und wenige Sekunde später sah man das Ergebnis der Sprengung, die genau nach Plan funktionierte, die Männer des Sprengunternehmens waren zufrieden. Nur einige Meter weiter außerhalb der Gefahrenzone sah man in traurige Gesichter der Zuschauer, die gerne ihre Mühle behalten hätten sie kämpften darum und wollte sie unter Denkmalschutz setzen. In Bruchteilen von Sekunden waren jetzt fast 100 Jahre Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes in Luft aufgelöst. Die Männer des Sprengunternehmens fanden nach der Sprengung noch eine alte eiserne Wetterfahne mit den Initialen GM 1867. Den Namen des Erbauers Gerhard Möllmann und wann sie gebaut wurde. Einige Zeit später nach Abtransportieren der Trümmerreste und Begradigung des Bauareals, erinnerte nicht mehr an das ehemalige Wahrzeichen.

Kleine Chronik

Erbaut 1867 von Gerhard Möllmann abgerissen 30.Juni 1966.

1877 trat Sohn Wilhelm mit 15 Jahren in Vaters Mühlenbetrieb ein

1895 wurde die Mühle und Herr Gerhard Möllmann von einem Blitz
        getroffen und schwer verletzt.

1907 wurde schon teilweise mit Elektrizität gemahlen.

• 1917 durch Alterserscheinungen wurden die Windmühlenflügel        abgebaut.        

Leider konnten wir nicht viel über die Geschichte der Mühle zusammentragen.

Kleine Geschichten und Erzählungen zur Möllmannschen Mühle

Generationen von aus der Familie Möllmann haben die Tradition fortgesetzt bis zum Abbruch der Mühle. Herr Gerhard Möllmann errichtet im Jahre 1867 die Mühle. Im Alter von 15 Jahren trat damals im Jahre 1877 Wilhelm Möllmann Sohn von Gerhard in den Windmühlenbetrieb ein.
Die mächtigen Flügeln die der Wind antrieb wurde im Jahre 1917 altersbedingt abmontiert. Herr Möllmann wollte auch mit der Zeit schritthaltend und entschloss sich ganz auf Elektrizität umzustellen. Im Jahre 1907 wurde schon teilweise Elektrizität benutzt.

Im Jahre 1895 passiert ein tragisches Unglück das Herr Möllmann                 zum Glück überlebte.

Im Mai des Jahres 1895 herrschte eine starke Hitze. Mensch und Tier warteten förmlich auf einen erquickenden Regen. Abends machte sich fernes Donnergrollen bemerkbar, das immer näher kam. Blitze zuckten und da … passierte es, die Mühle wurde getroffen. Der Müllerbursche der es sah, wollte es Herr Möllmann berichten, er selber war unten in der Mühle am Arbeiten und hatte es nicht bemerkt. Nach dieser Nachricht wollte er direkt nachschauen, welche Schäden entstanden ist. Draußen tobte weiter das Unwetter und plötzlich traf ein Blitz Herrn Möllmann in Arm und Fuß. Er konnte sich nicht mehr bewegen. Der Müllerbursche rannte sofort los um Verstärkung zu holen, nachdem er bemerkt hatte, das Herr Möllmann noch atmete. Die Schwierigkeit die jetzt da bot, wie bekommen wir Herrn Möllmann heraus. Die Stiege ist zu eng. Das Wohlbefinden von Herrn Möllmann wurde immer schlechter man kümmerte sich erstmal um den Verletzten. Nach einiger Zeit machten sie ihn weiches Lager und versuchte ihn etwas aufzupäppeln, dass gelang auch nach einiger Zeit und man konnte Müh und Not den Verletzten behutsam zum Sackaufzug transportieren. Nur dadurch bekam man Herrn Möllmann aus der Mühle und schaffte ihn zum Krankenhaus. Zum Glück konnte Herr Möllmann nach dreimonatigen Krankenhausaufenthalt endlich nach Hause. Er war wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und nahm seine Arbeit die er so liebte wieder auf.

Aufzeichnungen von Herrn Pollheim

Zum Glück fanden wir noch einige Aufzeichnungen von Herrn Pollheim. Es wäre zu schade, sie hier nicht mit einzubringen. In wenigen Jahren wird sich keiner mehr an die Mühle oder die Geschichten rund um die Familie Möllmann mehr erinnern. Ich selber kenne die Mühle oder die Familie Möllmann nicht.
Herr Pollheim fuhr des Öfteren für seine Eltern dorthin um einzukaufen, dies machte er sehr gerne, er hielt sich dort auch länger auf, als nötig. Er verfolgte gespannt den Abläufen in diesem Betrieb, beobachtet wie die Frauen die Säcke auswogen und wie kunstvoll in Tüten verpackt endeten.. War mal ein Sack leer riefen die Frauen Herrn Rapre. Ein älterer Herr in gebeugter Haltung brachte dann den schweren Sack.
Immer wieder machte ich einen Abstecher zur Mühle es war zu interessant.
Wenn Wilhelm Möllmann mich entdeckte fragte er:“ Wie geht’s, mein Jung, was machen die Eltern?“ Für mich war dann der Zeitpunkt gekommen zu fragen, wann er die nächste Königshardt-Grafenwaldtour mache und ob ich mit einem Freund mitfahren durfte. Schneller als gesagt ging die Reise los, ausliefern von Hühner- und Schweinefutter, das in Säcken oder Tüten verpackt hinten auf dem Wagen standen. Für uns war auch immer was dabei, wir fanden dort leckere Sachen Johannisbrot, Manna (leckere süße Brotsorte) oder sogar Süßholz. Herr Möllmann kannte all seine Kunden persönlich und hatte immer Zeit, für ein Schwätzchen. An manchen Tagen wurde es sehr spät, bis wir zu Hause ankamen, aber es waren immer herrliche Stunden.

Solche oder ähnliche Erzählungen werden wahrscheinliche viele Schmachtendorfer gehabt haben und das ist auch der Grund warum einige von ihren sehr traurig waren, als die Mühle nicht mehr da war. Die Mühle war nicht nur aus Stein sondern auch ein sozialer Treffpunkt. Die Mühle war auch eine sehr lange Zeit fester Bestandteil in der Gemeinde. All herrlichen Erinnerungen und vielen Geschichten wird bald keiner mehr erzählen können, denn der Zahn der Zeit lässt sie in Vergessenheit geraten.

Quellen:
National-Zeitung mehrere Ausgaben aus den Jahren 1933-38
Rhein und Ruhr- Zeitung 1934
Generalanzeiger 1931
Schmachtendorfer Aufzeichnungen von Siegfried Pollheim.

Fotos und Ansichtskarten. Alfred Lindemann, Walli Wölk und Barbara Hüsken.
Wiedermal herzlichen Dank für die Bilder und Informationen.

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