Historischer Beitrag zur ehemaligen Metallwaren-Ornamenten-Fabrik Karl Fecht in Oberhausen

Oberhausen in den 1910er. Der Kamin der fast mittig steht, ist von der Fa. Fecht worüber wir geschrieben haben.Im Vordergrund die Schwartz-Straße. Die Häuser an den Schornsteinen stehen auf der Industrie-Straße  heute Friedrich-List-Straße.Die teleskopischen-Gasometer gehörten von 1867 bis 1897 Herrn Grillo danach Stadtwerke Oberhausen. Bitte schaut euch auch die Luftbilder-Collage hier sieht man die enormen Veränderungen in den Jahren.

Bild: Walli Wölk.
9Bilder
  • Oberhausen in den 1910er. Der Kamin der fast mittig steht, ist von der Fa. Fecht worüber wir geschrieben haben.Im Vordergrund die Schwartz-Straße. Die Häuser an den Schornsteinen stehen auf der Industrie-Straße heute Friedrich-List-Straße.Die teleskopischen-Gasometer gehörten von 1867 bis 1897 Herrn Grillo danach Stadtwerke Oberhausen. Bitte schaut euch auch die Luftbilder-Collage hier sieht man die enormen Veränderungen in den Jahren.

    Bild: Walli Wölk.
  • hochgeladen von Martin Grundmann
  • Eine kurze Beschreibung des herrlichen Bildes bevor es wir über die Firma Fecht berichten. 

Man schaut vom alten Bahnhof aus einer höheren Position, wahrscheinlich von der Postburg aus, über ein Stück Oberhausen. Ein schöner historischer Anblick.  
Vor uns sehen wir die Fachwerk-Haltestelle, diese sieht man oft auf Ansichtskarten des alten Bahnhofes.Die Straßenbahn und Haltestelle befinden sich auf der Schwartz-Straße. Links und rechts eine kleine Parkanlage früher nannte man sie Schmuckplätze sie wurden durch den Verschönerungsverein angelegt und gepflegt.Links die Häuserreihe ist die Industrie-Straße heute Friedrich-List-Straße. Das Haus rechts, man sieht noch den Giebel gehört auch zur Industrie-Straße, Nr. 39.Wenn man geradeaus sieht über der Häuserzeile 14-26 entdeckt man zwei teleskopische Gasometer des städtischen Gaswerkes. Heute würden sie im Berliner Park liegen. Im Artikel beschreiben wir das Areal und Firmen näher. Diese wurden betrieben von der Firma Grillo 1867-97 danach gingen sie im städtischen Besitz. Links daneben die Schornsteine, gehören zur Firma Fecht, diese ist auch aus der Firma Grillo entstanden. Links oben im Bilde die Marienkirche und rechts davor das St.-Josef-Krankenhaus. Etwas weiter rechts die Luther-Kirche, Lipperheid-Straße. Zwischen dem großen Schornstein mittig und den beiden Gasometer die Villa Meuthen (Direktoren-Villa der Zeche Concordia). Königshütter-Park.Rechts im Bilde oben noch zu erkennen das alte Rathaus und damalige Realgymnasium heute Fasia-Jansen-Gesamtschule. Dieses Areal wird sich in den nächsten 17 Jahren drastisch ändern. Die kleinen Parkanlagen links und rechts sind 1921-22 verschwunden. Die Gasometer und drum herum bis 1929. Ab dem Jahre 1925 wird auch in diesem Areal vieles abgerissen, man bereitete so schon mal den Neubau das Bahnhofes und Vorplatzes.  

Historischer Beitrag zur ehemaligen Metallwaren--Ornamenten-Fabrik Karl Fecht in Oberhausen

Es ist zwar wenig was wir zusammentragen konnten aber wir wollen die kleinen und großen Geschichten über das „ alte“ Oberhausen am Leben erhalten. In einigen Jahren weiß keiner mehr darüber Bescheid. Für uns ist es schon schwer, alles nachzuvollziehen,  was sollen dann erstmal unsere Enkelkinder sagen.

  • Gründung der Firma Firma Fecht

Das Werk wurde unter der Firma Grillo und Fecht 1885 in Betrieb genommen und ging am, 1. März 1897 in den Alleinbetrieb des Herrn Karl Fecht über.

  • Vor der Gründung—ehemaliges Gebäude der Grillo-Anlagen—Alter Standort am Bahnhof (Siehe Karte) 

Etwas Geschichtliches bevor die Firma Fecht gegründet wurde. Ich finde ein interessantes Kapitel über die Oberhausener Industrie. Zurzeit wo dieses Werk erbaut wurde gab es noch keine Stadt Oberhausen.

  • Anlagen errichtet: Zinkwalzwerk 1853-55, Zinkweiß-Fabrik, Zinkblechwalzwerk, Fass-Fabrik 1865, 1867 Gasanstalt. 

Herr Grillo baute 1853-55 in der Gemarkung Lirich der Bürgermeisterei Borbeck in der Nähe der „Station Oberhausen“ so nannte man den ersten Bahnhof, Betreiber war die Cöln-Mindener Eisenbahngesellschaft das Zinkwalzwerk.
Das Zinkwalzwerk bestand aus zwei Walzenstraßen. Angetrieben wurde diese durch eine 40 PS starke Dampfmaschine. Die Beleuchtung des Werkes und das dazu gehörende Wohnhaus das ca. 150 m weiter errichtet wurde, heute würde es im Bereich der Stadthalle liegen. Es wurde eine kleine Anlage errichtet, wo man Koksgas herstellte. Der Lieferant der Kohle war direkt vor der Haustür zu finden, Concordia Schacht I ca. 100 m weiter entfernt. Zu diesem Zwecke wurde etwas weiter, heute im Berliner Park, Teleskop-Gasometer errichtet, die das Gas sammelten.(Siehe Foto) Ab 1867 belieferte Herr Grillo die Gemeinde Oberhausen mit Gas, Es wurde ein Vertrag zwischen Grillo und der Gemeinde Oberhausen abgeschlossen der 30 Jahre Gültigkeit hatte. Im Vertrag das er Gasrohre verlegen musste und einige Straßenlaternen mit dem Gas speisen, kostenlos. Nach dieser Zeit konnte die Stadt Oberhausen die Grillosche Gasanstalt kaufen. Am 27 . März 1897 kaufte die Stadt die Anlage, für 240000 Mark.
Die Zinkweiß-Fabrik wurde 1865 erbaut, im Jahre 1872 ist sie abgebrannt. Der 40 m hohe Kamin den man auf den Fotos sehen kann und später zur Fa. Fecht gehörte entstand 1865. Einige Jahre vorher zog das Zinkblechwerk um, zur Grillostr –Danziger—Schwartzstr. 

  • Nach dem Umzug der Firma Grillo benutzte die Firma Fecht die Baulichkeiten 

Die Firma Karl Fecht nutzte die Gebäude der Grillo-Anlagen um Zinkornamente herzustellen. Die Fabrik entwickelte sich stetig weiter. Der seit einigen Jahren im Baugewerbe bemerkbare Aufschwung ist auch diesem Unternehmen zu Gute gekommen. Der Zuwachs von Bewohner und Erbauung vieler neuer Häuser gaben der Firma einen riesigen Aufschwung.

  • Produkte der Firma Fecht, Arbeiten an folgenden Gebäuden 

Die Fabrik lieferte Metalleindeckungen an großen Monumentalbauten, Kirchen, öffentlichen und Privatbauten, ferner Ornamente oder schmückende Verzierungen aus Zink, Kupfer, Messing oder Blei. In Oberhausen finden wir solche an der Marien-, Christus-und Pauluskirche, an der Katharinen und höheren Mädchenschule und der städtischen Badeanstalt. Von auswärtigen Arbeiten seien genannt: Turmuhren und Dachreiter der Willibrodikirche-Wesel, Turmkuppel und Dachreiter der Schlosskirche- Wittenberg, Turmhelm der St. Peter-Pauluskirche-Liegnitz, Archiv- und Bibliotheksgebäude der Stadt Köln, Apollo-Theater-Düsseldorf, Kuppel und Türme des Elektrizitätswerkes der Stadt Essen.
Außerdem sind Zinkverzierungen am hiesigen Bahnhof, dem in Bremen, Düsseldorf Elberfeld-Döppersberg, Gotha usw. geliefert worden. In letzter Zeit wurden folgende Arbeiten ausgeführt: Kupferarbeiten am Stahlhof Düsseldorf (Geschäftshaus des Stahlwerks-Verbandes.) Kupferarbeiten am neuen Kursaal in Spa (Belgien) , am Rathaus in Recklinghausen, am Gymnasium in Bottrop, am Gymnasium in Sterkrade, und Zinkarbeiten am Rathaus in Buer und solche am Landeshaus der Rheinprovinz in Düsseldorf, ferner Arbeiten an der Salvatorkirche in Duisburg, den katholischen Pfarrkirchen in Rhendt , Kevelaer Köln-Deutz, Remagen und Buschhausen, Maria Himmelfahrt-Kirche in Wesel, Herz-Jesu Kirche in Düsseldorf-Derendorf, Apollonias-Kirche in Düsseldorf-Obelilk.

  • Es entwickelte sich eine Firma mit guten Ruf 

Die Firma machte sich einen guten Namen in all den Jahren. Der Umsatz der Firma stieg weiter bis zum Anfang des Ersten Weltkrieges 1914 bis 1918.

  • Der Erste Weltkrieg. Herbe Verluste. Der langsame Niedergang 

In dieser Zeit wurden die wertvollen Erzeugnisse für Kriegszwecke genutzt. Die Firma erholte sich langsam aber in weiteren Jahren wurde der Umsatz immer weniger. Die Leute bestellten immer weniger Ornamente. Der Geschmack der Zeit hat sich verändert. Auch die Inflation, Ruhrbesetzung und Arbeitslosigkeit hat gewiss dazu getragen das die Fa. Fecht sich Mitte der 1920er auflöste. Im Jahre 1929 wurden dann die Gebäude der Ur-Industrie beseitigt. Einige Jahre vorher sind auch die Teleskop-Gasometer abgerissen worden. (Siehe Luftbild schemenhaft noch zuerkennen wo sie standen.) Wir bezogen jetzt Gas von Thyssen Duisburg die erzeugte Menge reichte nicht mehr aus für Oberhausen. Es wurde der Gasometer auf der Duisburgerstr benutzt. Für viele waren diese Gebäude schon lange ein Dorn im Auge. Dieses Gebiet wurde auch gebraucht für den Bau des neuen Bahnhofs. Dieses „alte“ Gelände wurde jetzt sehr wertvoll.

Quellen:

Mehrere Ausgaben der Oberhausener Zeitung verschiedene Jahrgänge. 1926, 1927, 1929.
Heinz Reif: Die verspätete Stadt.
Seipp: Heimatbuch 1964

Bilder: Oberhausener Zeitung 1929
Postkarte: Walli Wölk

Inflation Deutschlang 1914-23
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923#Reparationen_und_Inflation_1918_bis_1922

Ruhrbesetzung 1923-25
https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrbesetzung

Wilhelm Grillo
http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/wilhelm-grillo/DE-2086/lido/57c6d6a31e5ce2.61049038

Danke schön an Walli für die herrliche Postkarte. Herzlichen Dank auch an Herrn Uecker Mitarbeiter des Stadtarchivs der mir sehr geholfen hat.

Autor:

Martin Grundmann aus Oberhausen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

17 folgen diesem Profil

6 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen