Lebendige Industriegeschichte

Wilhelm Hausmann, vielen Oberhausenern als Kreisvorsitzender der CDU und somit als Stadtpolitiker bekannt, hat einen völlig erdverbundenen Beruf und ein ebenso solches Hobby. Er ist Architekt und beschäftigt sich darüber gern mit architektonisch einzigartigen Baustilen. Aber auch die Industriegeschichte Oberhausens ist eines seiner Steckenpferde.
Seiner Intervention ist es mit zu verdanken, dass die ehemalige Zeche Oberhausen im Knappenviertel auf keinen Fall in Vergessenheit geraten wird: Jetzt ist sie ein Bodendenkmal, das an gleicher Stelle die Industriegeschichte der Stadt lebendig erhält.
Gerade die Architektur der Zeche, so scheint es, muss ziemlich beeindruckend gewesen sein: „Die Ursprungsanlage“, so der Architekt, „bestand aus zwei großen aus Stein gemauerten so genannten Malakow-Fördertürmen, die verbunden waren mit einem Maschinen- und Kesselhaus. Es war eine schlossartige, symmetrische Anlage.“ Die Malakow-Türme seien erst um die Wende ins 20. Jahrhundert durch gängige Stahlfördergerüste ersetzt worden, doch„alle Übertageanlagen sind beim Neubau des Coillagers abgerissen worden“, bedauert Hausmann.
Lediglich die beiden Torhäuser seien erhalten geblieben sowie die ehemalige Werkstatt. In einem der beiden Pförtnerhäuser ist heute die Backpacker-Unterkunft „In Hostel Veritas“ untergebracht, im anderen ist ein Elektrofachbetrieb und aus der ehemaligen Werkstatt ist die „Schildahalle“, heute „Schacht 1“, geworden. Doch ist die Symmetrie der Gebäudeanordnung in zentraler Zufahrt noch immer erkennbar.
Bei den Erschließungsarbeiten und Bebauungsplanungen des Geländes habe der Denkmalschutz vor einiger Zeit die Vermessung der alten Fundamente veranlasst, erklärt Hausmann weiter, wodurch das nun fertiggestellte Bodendenkmal oberirdisch sichtbar gemacht worden sei: „Da ein alter zerstörter Ziegelsteinbau oberirdisch nicht mehr erfahrbar ist, haben wir das Mittel gewählt, die alten Umfassungsmauern durch in so genannte „Gabionenkörbe“ verpackte Ziegelsteine darzustellen. Dadurch wird das Bodendenkmal gewissermaßen in einem Landschaftsbauwerk sichtbar, das auf schlichte und einfache Art den Kern der alten Schachtanlagen und sein städtebauliches symmetrisches Konzept heute wieder sichtbar und erklärbar macht.“ In den maßstabsgetreuen 1:1 dargestellten Umrissen liegen die beiden teilverfüllten alten und rund zwölf Meter im Durchmesser betragenden Schächte, auf denen die Malakow-Türme gestanden haben.

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