Stadtgeschichte Firmen: Traditionsfirma Scharrer aus Oberhausen-Sterkrade

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Stadtgeschichte Firmen: Traditionsfirma Scharrer aus Oberhausen-Sterkrade.

Die Firma Scharrer in den 1910er. Steinbrink-Straße. Das zweite Haus der Firma Scharrer. 1905 bis 1945.
Es war einer der ältesten Firmen in Sterkrade, als sie im Jahre 1967 aus Alters- und Gesundheitsgründen ihren Betrieb aufgaben. Sie fanden keinen Nachfolger, der ihre Familien Tradition hätte fortsetzen können. Ein Jahr vor ihrem 120-jährigen Bestehen wurde sie leider geschlossen. Eine Firma die viele Sterkrader kannten und mochten.

  •  1848 kam Herr Scharrer nach Sterkrade. 1890 übernahm sein Sohn das Geschäft

Der Beginn liegt schon sehr lange zurück. 1848 kam Wilhelm Scharrer, von Beruf Buchbinder, von Dinslaken in das dörfliche Sterkrade. Zu dieser Zeit wohnten ca. 1900 Leute in Sterkrade. 
In einem bescheidenden Haus an der Steinbrinkstraße, gründete Herr Scharrer seine Buchbinderei und Druckerei. Der Standort blieb bis zur Auflösung der Firma der gleiche.
Herr Wilhelm Scharrer arbeitete, unermüdlich bis ins hohe Alter und legte für seinen Sohn August das Fundament, auf dem er das Geschäft weiter ausbauen konnte.
1890 übernahm sein Sohn August das Geschäft.

  • Eine kleine Chronik zur „Sterkrader Zeitung“.

Herr August Scharrer gründete 1897 die Sterkrader Zeitung und schloss sich einem Zeitungsverlag an. Der erste Redakteur war August Blöcker, der Nachfolger wurde Wilhelm Eisele. Er war vielen älteren Sterkradern noch gut in Erinnerung. Die "Sterkrader Zeitung" wurde auch im Dinslakener Raum verkauft und gelesen. Die Zeitung besaß zwei Nebenausgaben: die "Holtener Zeitung" und die "Hiesfelder Zeitung". Die Holtener Ausgabe erschien erstmals 1897 in Schmachtendorf, die Hiesfelder erschien ab 1905. Beide stellten ihr Erscheinen mit dem Ende der Bürgermeisterei 1917 ein.
1923 wurde die "Sterkrader Zeitung" von der Oberhausener Zeitung übernommen.
Ende der 20er wurden die Nebenausgaben in der Rhein und Ruhrzeitung veröffentlicht.
Herr Eisele trat in den Dienst dieser Zeitung.

  • Postkarten in Sterkrade. 

In Sterkrade gab es die ersten Ansichts-Postkarten schon vor 1900. Dank des Sterkrader Fotografen Ernst Teriet, der schon damals viele Sterkrader Ansichten im Bild festhielt, war es möglich, Ansichtskarten von Sterkrade herzustellen. Die ersten Kartenverleger in Sterkrade waren Ernst Teriet, C.O. Morschheuser, P. Jens, Franz Hissmann, sowie die Druck– und Buchhändler Osterkamp und Scharrer.

Die Postkarte stammt aus dem Hause Scharrer. Es zeigt die Steinbrink-Straße vor 1897. Das alte Haus der Traditionsfirma ist nur zu erahnen. Hinter dem Rathaus (1888) befindet sich das Gästehaus (1870) der ehemaligen GHH am Ende der Gartens, dem gegenüber lag dass alte Stammhaus der Firma Scharrer. Wie gesagt, man kann es nur erahnen. Ab 1897  fährt durch die Steinbrink-Straße die Linie 1. 

  • Abriss und Neubau des Geschäftes 1905

Im Jahre 1905 wurde das alte Haus abgerissen und an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt. Zugleich wurden die Betriebsräume der Druckerei und Buchbinderei stark vergrößert.

Das zweite Haus der Firma Scharrer in den 1920er.  1905 bis 1945

  • Tod des Sohnes 1938 und Vaters 1939

Im Jahre 1939 verstarb August Scharrer im Alter von 80 Jahren.
Ein Jahr zuvor 1938 musste Herr Scharrer einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen, sein Sohn verstarb, er sollte die Firma weiterleiten.

  • Tochter und Schwiegertochter führten das Geschäft weiter

Die Führung übernahmen die Tochter Irmgard und die Schwiegertochter Julie. Die beiden Damen führten das Geschäft durch die kommenden schweren Jahre und erlitten starke Rückschläge. Sie schafften es, trotz aller widrigen Umstände, das Geschäft bis 1967 zu führen.

  • Die letzten Kriegstage. Zerstörung des Hauses

Den bittersten Schlag erhielten sie beim letzten schweren Luftangriff auf Sterkrade am 24. März 1945. Hierbei wurde das Haus und der Anbau der im Hof lag bis auf die Grundmauern zerstört. Im Anbau befand sich bis dahin die Geschäftsstelle, Druckerei und Buchbinderei. Bis zu den 20er war dort auch die Redaktion der Sterkrader Zeitung. Der Betrieb wurde während des Krieges vermietet.

  • Der Neuanfang 1947

1947 unternahmen Irmgard und Julie Scharrer die ersten Schritte. In unmittelbarer Nähe von ihnen bekamen sie einen Raum in einer Traditionsgaststätte von Herrn Neugebauer -„Deutsches Haus“. Nach der Währungsreform ging es langsam aber stetig voran, bis der Wiederbau des Hauses abgeschlossen werden konnte. Die Druckerei wurde nicht mehr aufgebaut.

  • Das Aus der Firma Scharrer

Die beiden Frauen hielten das Geschäft bis 1967, sie konnten aus Alters- und Gesundheitsgründen ihre Traditionsfirma dann jedoch nicht mehr weiterführen. Es fand sich auch leider kein Partner, der es in ihren Sinne weiterleiten wollte. Somit endete leider wieder ein Stück Sterkrader Geschichte. Die Firma, die das Geschäft übernahm, kam aus einer anderen Branche.

Quellen:
Autor: Historisches Oberhausen: Martin Grundmann

Alfred Lindemann
Ruhrwacht verschiedene Ausgaben 1952, 1955
WAZ 1965
Oberhausener Heimatbuch 1964 W.Seipp
Gutehoffnungshütte in 200 Jahren GHH 1958

Vielen Dank für die Fotos und Postkarten an Alfred Lindemann, Walli Wölk und Barbara Hüsken.

Autor:

Martin Grundmann aus Oberhausen

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