Stadtgeschichte: Neuigkeiten über die legendäre Henkelmannbrücke.

Beschreibung des Titelbildes vom © LVR Industriemuseum Panorama der Eisenhütte 1904. 

Man muss dieses wunderbare Lichtbild ein wenig beschreiben. 
Rechts zu sehen die Eisenhütte Oberhausen I (E.O. I) ihre Anfänge gehen zurück bis ins Jahr 1855. Die Gleise gehören rechts, einmal zur Hüttenbahn und links davon zur Köln-Mindener Strecke. Links neben den Gleisen der Drosteweg, den gab es bis 1972. Er wurde benannt nach dem Hof der (linke Bildseite) vor den Häusern war. Den Drosten-Hof. Dahinter das Grundstück bis zur Klockes-Brücke (Essener-Straße) nicht im Bild, gehörten zu den Bauern Küppers-Hof und Schliepers-Hof. Wollte es nur kurz erwähnt haben. Zwischen den Brücken und den Häusern links, ging eine Straße ab, die Steinstraße heute Wilhelm-Tell-Straße. 
Hinter den Häuser, die erste Brücke war die Bergisch-Märkische Eisenbahn Strecke Oberhausen-Quakenbrück. Dahinter die erste Henkelmannbrücke (Offizieller Name Dammstraßenbrücke) sie wurde 1922 abgerissen. Vor der ersten Brücke war die Damm-Straße nicht im Bild. Eine Rampe führte 30 Meter weiter, westlich hoch zur Henkelmannbrücke (Fußgängerbrücke erbaut 1894). Dieser Weg führte durch das GHH-Gelände (Siehe Foto) bis zur Essener-Straße. Auf dem Bild seht ihr auch, das die Gleise bis zum Ende der Henkelmannbrücke gehen. Es wird immer wieder erwähnt, dass die Angehörigen der Arbeiter im Werk, das Essen in sogenannten Henkelmännern an Fäden runterließen. Die Arbeiter hätten extra auf die Gleise kommen müssen,  von ihrer Arbeitsstelle, obwohl der Weg durch das GHH-Gelände  führte, man hätte das Essen bequem auf diesem Weg (Dammstraße später Am Damm) zur Arbeit bringen können, ohne dass man sich in Gefahr bringt. Unter der Brücke bestand jeder Zeit Lebensgefahr. In den damaligen Zeitungen, wurde immer wieder erwähnt, das Angehörige die Henkelmänner über die Henkelmannbrücke trugen, niemals wurde darüber berichtet, das sie abgeseilt worden waren. Warum runterlassen, wenn man einige Meter das Essen auf den langen Weg gezielt und ohne Gefahr abgeben konnte. Ich denke mal die Polizei hätte es schnell unterbunden, das abseilen des Essens auf die Bahngleise. Die Dammstraße war Gemeindeweg und jeder konnte diesen Weg bis zur Essenerstraße benutzen. Diesen Weg haben ja tausende täglich genutzt. Ab 1907 bildete sich die E.O. II links hinter den Brücken bis zur Mülheimer Straße (Schlackeberg). Es wurden immer mehr Menschen, die diese Brücke nutzten. Hinter dem Schornstein, mittig sieht man rechts ein Stück vom Wasserturm. Zu der Zeit befand sich die Duisburger-Straße direkt neben dem Wasserturm. Als der Schlackeberg immer mehr wuchs verlegte  man die Duisburger-Straße an die heutige Stelle. Auf diesem Areal befand sich auch der Kommunal Friedhof mit dem Germania-Ehrenmal,  das heute auf dem Liricher West-Friedhof steht. Vor dem Wasserturm und neben den Schornsteinen, die Karl-Lueg-Straße sie wurde eingezogen für den Bau des Hochofen A 1959. Im Hintergrund das Gebäude mit der Spitze ist die alte Katharinen-Kirche. 

Man könnte noch stundenlang über dieses wundervolle Glasnegative Foto schreiben, ich schaue es mir schon etliche Stunden an und mich fasziniert es immer wieder. Das ist bis jetzt auch das einzige Foto, was die erste Henkelmannbrücke deutlich zeigt. 
Hier möchte ich mich noch einmal bedanken an das LVR- Industriemuseum Team, sie haben mir dieses wundervolle Bild, für meinen Artikel zur Verfügung gestellt. Es wurde extra nochmal bearbeitet und ich kann nur sagen Zuhause am Bildschirm genieße ich das 103 MB Tif-Bild in vollen Zügen. Vielen herzlichen Dank.
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  • Beschreibung des Titelbildes vom © LVR Industriemuseum Panorama der Eisenhütte 1904.

    Man muss dieses wunderbare Lichtbild ein wenig beschreiben.
    Rechts zu sehen die Eisenhütte Oberhausen I (E.O. I) ihre Anfänge gehen zurück bis ins Jahr 1855. Die Gleise gehören rechts, einmal zur Hüttenbahn und links davon zur Köln-Mindener Strecke. Links neben den Gleisen der Drosteweg, den gab es bis 1972. Er wurde benannt nach dem Hof der (linke Bildseite) vor den Häusern war. Den Drosten-Hof. Dahinter das Grundstück bis zur Klockes-Brücke (Essener-Straße) nicht im Bild, gehörten zu den Bauern Küppers-Hof und Schliepers-Hof. Wollte es nur kurz erwähnt haben. Zwischen den Brücken und den Häusern links, ging eine Straße ab, die Steinstraße heute Wilhelm-Tell-Straße.
    Hinter den Häuser, die erste Brücke war die Bergisch-Märkische Eisenbahn Strecke Oberhausen-Quakenbrück. Dahinter die erste Henkelmannbrücke (Offizieller Name Dammstraßenbrücke) sie wurde 1922 abgerissen. Vor der ersten Brücke war die Damm-Straße nicht im Bild. Eine Rampe führte 30 Meter weiter, westlich hoch zur Henkelmannbrücke (Fußgängerbrücke erbaut 1894). Dieser Weg führte durch das GHH-Gelände (Siehe Foto) bis zur Essener-Straße. Auf dem Bild seht ihr auch, das die Gleise bis zum Ende der Henkelmannbrücke gehen. Es wird immer wieder erwähnt, dass die Angehörigen der Arbeiter im Werk, das Essen in sogenannten Henkelmännern an Fäden runterließen. Die Arbeiter hätten extra auf die Gleise kommen müssen, von ihrer Arbeitsstelle, obwohl der Weg durch das GHH-Gelände führte, man hätte das Essen bequem auf diesem Weg (Dammstraße später Am Damm) zur Arbeit bringen können, ohne dass man sich in Gefahr bringt. Unter der Brücke bestand jeder Zeit Lebensgefahr. In den damaligen Zeitungen, wurde immer wieder erwähnt, das Angehörige die Henkelmänner über die Henkelmannbrücke trugen, niemals wurde darüber berichtet, das sie abgeseilt worden waren. Warum runterlassen, wenn man einige Meter das Essen auf den langen Weg gezielt und ohne Gefahr abgeben konnte. Ich denke mal die Polizei hätte es schnell unterbunden, das abseilen des Essens auf die Bahngleise. Die Dammstraße war Gemeindeweg und jeder konnte diesen Weg bis zur Essenerstraße benutzen. Diesen Weg haben ja tausende täglich genutzt. Ab 1907 bildete sich die E.O. II links hinter den Brücken bis zur Mülheimer Straße (Schlackeberg). Es wurden immer mehr Menschen, die diese Brücke nutzten. Hinter dem Schornstein, mittig sieht man rechts ein Stück vom Wasserturm. Zu der Zeit befand sich die Duisburger-Straße direkt neben dem Wasserturm. Als der Schlackeberg immer mehr wuchs verlegte man die Duisburger-Straße an die heutige Stelle. Auf diesem Areal befand sich auch der Kommunal Friedhof mit dem Germania-Ehrenmal, das heute auf dem Liricher West-Friedhof steht. Vor dem Wasserturm und neben den Schornsteinen, die Karl-Lueg-Straße sie wurde eingezogen für den Bau des Hochofen A 1959. Im Hintergrund das Gebäude mit der Spitze ist die alte Katharinen-Kirche.

    Man könnte noch stundenlang über dieses wundervolle Glasnegative Foto schreiben, ich schaue es mir schon etliche Stunden an und mich fasziniert es immer wieder. Das ist bis jetzt auch das einzige Foto, was die erste Henkelmannbrücke deutlich zeigt.
    Hier möchte ich mich noch einmal bedanken an das LVR- Industriemuseum Team, sie haben mir dieses wundervolle Bild, für meinen Artikel zur Verfügung gestellt. Es wurde extra nochmal bearbeitet und ich kann nur sagen Zuhause am Bildschirm genieße ich das 103 MB Tif-Bild in vollen Zügen. Vielen herzlichen Dank.
  • hochgeladen von Martin Grundmann

Stadtgeschichte: Neuigkeiten über die legendäre Henkelmannbrücke.

  • Wo befindet sich diese legendäre Brücke?

Sie befindet sich „Am Damm“ im Brücktorviertel in Oberhausen. Bis 1936 hieß es "Dammstraße" danach "Am Damm". Da beide Brücken in dem Zeitraum gebaut worden sind, bekamen sie die offizielle Benennung Dammstraßenbrücke. Die erste Henkelmannbrücke 1894-1922 die zweite Henkelmannbrücke 1923 bis heute.

Lage der Henkelmannbrücke 2020. „Am Damm“ im Brücktorviertel in Oberhausen. Bild: Regionalverband Ruhr, CC BY 4.0

Die zweite Brücke im Bild ist die erste Henkelmannbrücke. 1894 - 1922. Die erste Brücke im Bild ist Bergisch-Märkische Eisenbahn Strecke Oberhausen-Quakenbrück. Offizieller Name beider Henkelmannbrücken, Dammstraßenbrücke. Das Bild ist ein Ausschnitt des Titelbildes. © LVR Industriemuseum Panorama der Eisenhütte 1904.

  • Die Henkelmannbrücken ihr offizieller Name lautet Dammstraßenbrücke

Die Henkelmannbrücken, waren zu keiner Zeit eine offizielle Verkehrsverbindung, aber ein wichtiges Verbindungsstück. Die erste Henkelmannbrücke (Offizieller Name Dammstraßenbrücke) 1894 bis 1922 hatte eine Länge von 60.17 Meter Die zweite Henkelmannbrücke (Offizieller Name Dammstraßenbrücke) 1923 bis heute, hat eine Länge von 59.18 Metern.
Sie führt über die Bahngleise der Köln-Mindener-Eisenbahn hinweg. Sie verband die Arbeiter an ihren Arbeitsplätzen im Hüttengelände mit ihrem Zuhause im Brücktorviertel. Im Volksmund hieß sie von jeher „Henkelmann-Brücke“. Diese nicht offizielle Verkehrsverbindung – war eher eine Art "Schleichweg" für die Arbeiter. Sie kamen dadurch ohne Umwege, direkt zu ihren Arbeitsplätzen. Sie diente den Frauen und häufig auch den Kindern, ihren Männern und Vätern zur Schichtpause das Mittagessen in „Doppelstöckern“, sogenannten „Henkelmänner“ zu bringen.

Ich konnte keinen einzigen Hinweis finden, dass die Henkelmänner mit Bindfäden runtergelassen worden sind. Seit Anfang an 1894 führt der Gemeindeweg „Am Damm“ von der Brücktor bis zur Essener-Straße, durch das Gelände der GHH, HOAG, TNO. Für die Frauen und Kinder, war es doch am einfachsten gewesen, den offiziellen Weg langzugehen, bis zu ihren Angehörigen. Sie konnten durch den Weg bequem bis zu den Arbeitsplätzen der Eisenhütte Oberhausen I (E.O. I) gehen, später (1909) auch zur E.O. II.  auf den Karten sieht man, das dort die Gleise der Köln-Mindener und Hüttenbahn drunter führten. Warum also sollten die Männer erst unter die Brücke gehen und sich in eine gefährliche Situation bringen. Bitte schaut euch die Karten (Collagen) an, dort seht ihr, was ich meine. In einigen Zeitungsartikel 1903 steht auch nur, dass die Angehörigen der Arbeiter über die Henkelmannbrücke gehen, mit ihren Henkelmännern. Es war nie die Rede, das sie die Henkelmänner mit Bindfäden runtergelassen haben.  
Im alten Trassenverlauf (ehemalige Strecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn Oberhausen-Quakenbrück) der Industriebahnverbindung zum Hüttenwerk Oberhausen verkehrt seit 1996, dem Jahr er Eröffnung des CentrO., der Nahverkehr mit seinen Schnellbussen und der Straßenbahn. Die Brücke selbst, als Industriedenkmal erhalten, wurde nach ihrer Sanierung wieder als Fuß- und Radwegverbindung parallel dazu eingebaut. Sie stellt nun eine wichtige Verbindung zwischen dem Brücktorviertel und der Neuen Mitte Oberhausen dar. 

  • Warum wurde überhaupt die Henkelmannbrücke gebaut?

Das Gebiet von der Köln-Mindener Eisenbahn bis zur Essenerstraße wurde durch die aufkommende Industrie immer dichter besiedelt. Bis ca. 1855 war das Gelände der GHH,  reines Heideland. Von 1855 bis 1872 bildete sich die Eisenhütte Oberhausen I. Sie wurde größer und größer und immer mehr Menschen wurden eingestellt, sie kamen von nah und fern. Im Brücktorviertel zogen immer mehr Arbeiter mit ihrer Familie ein. Die Gleise der Köln-Mindener trennte das Gebiet zur Eisenhütte. Die Arbeiter die zu ihren Arbeitsplätzen wollten, mussten durch das Fehlen einer Fußgängerbrücke einen langen Umweg in Kauf nehmen. Genauso wie deren Angehörige, die ihnen das Essen brachten. Bis zu  ca. 45 Minuten oder mehr, mussten sie in Kauf nehmen, um zu ihrer  Arbeitsstelle zu kommen. Wenn es eine Fußgängerbrücke über die Gleise gäbe, wären sie in ca. 5 Minuten an ihrem Arbeitsplatz. Eine Eisenbahnbrücke gab es schon, über die Köln-Mindener, sie führte durch das Werk der GHH. Diese Brücke wurde in Betrieb genommen 1886 (siehe Foto).
Ich denke mal, der Hauptgrund zum Bau der Brücke waren die Unfälle mit Todesfolgen, beim Überqueren der Gleise. 
In den Zeitungen las man des Öfteren, dass Arbeiter einfach über die der Gleise gingen um schneller an ihren Arbeitsplatz zu kommen. Leider ging dies nicht immer glimpflich ab, es kam immer wieder zu Todesfällen. Es zog sich bis 1893 hin eh man einen Antrag stellte, zur Erbauung einer Fußgängerbrücke. 1895 war es dann soweit, die Brücke für die Fußgänger wurde eingeweiht. 

  • Eine Menge Neuigkeiten wurden von mir gefunden, über die Henkelmann-Brücken.

Ja, ihr lest richtig, Mehrzahl und nicht nur das, ihr werdet sehr überrascht sein, was alles ans Tageslicht kam. Bevor ich mich auf die Suche nach Hinweisen zur Henkelmann-Brücke machte, gab es nur sehr wenige Informationen darüber. Man wusste noch nicht einmal, wann sie erbaut wurde und ob sie überhaupt einen offiziellen Namen hatte.
Ich bin ein wenig stolz darauf, dass ich solch eine Menge an Neuigkeiten gefunden habe, mit Hilfe von Herrn Uecker, Mitarbeiter beim Stadtarchiv. Ein besonderer Dank an Nadine Schledorn, die mit mir die Begebenheiten an der Henkelmannbrücke überprüft und fotografiert hat.

  • 1. Brücke 1894 bis 1922

Offizieller Name: Dammstraßenbrücke
Fachwerksträger mit 2 Öffnungen 25,45 Meter  + 34,72 Meter  = 60.17 Meter Gesamtlänge auf eiserner Mittelstütze. 
Eigentümer und Unterhaltspflichtiger: Stadt Oberhausen
Landespolizeilich geprüft: 29. Mai 1894
Inbetriebnahme: 10. August 1895.
Hersteller Carl Schäfer, Oberhausen.
Kostenaufwand: 939475 Mark
Abbruch der ersten Brücke erfolgte 1922.
Grund: Starke Zersetzung durch Rost hervorgerufen.

Zeichnung Carl Schäfer, Oberhausen. 1894

Die erste Henkelmann-Brücke. 1894-1922. Offizieller Name Dammstraßenbrücke.

Zeichnung Carl Schäfer, Oberhausen. 1894

Die erste Henkelmann-Brücke. 1894-1922. Offizieller Name Dammstraßenbrücke.

Zeichnung Carl Schäfer, Oberhausen. 1894

Die erste Henkelmann-Brücke. 1894-1922. Offizieller Name Dammstraßenbrücke. Draufsicht auf die Henkelmannbrücke  und Lage. Hier sieht man auch den Weg Dammstraße der bis zur Essenerstraße geht. 

  • 2. Brücke 1922 bis heute unsere jetzige Brücke

Fachwerksträger mit 2 Öffnungen 24,92 Meter  + 34,26 Meter =  59.18 Meter Gesamtlänge  auf eiserner Mittelstütze.
Inbetriebnahme: Pfingsten 1923.
Hersteller: Friedrich Köpper, Oberhausen.
Kostenaufwand Brücke : 939475 Mark

Friedrich Köpper, Oberhausen. 1922

Die zweite Henkelmann-Brücke von 1923 bis heute.  

Friedrich Köpper, Oberhausen. 1922

Die zweite Henkelmann-Brücke von 1923 bis heute.

Beide Henkelmannbrücken (Dammstraßenbrücken) im Vergleich

Hier eine kleine Sammlung von chronologischen Daten, wenn man die Jahrgänge in den Zeitungen akribisch durchgehen würde, katte man sicher eine Menge an Daten. Die Brücke wurde etliche Male gestrichen, habe Unterlagen darüber gefunden, aber nicht alle Rechnungen, deshalb habe ich sie auch nicht aufgezählt. In einigen Schriftstücken wurde erwähnt, dass etliche Akten im Zweiten Weltkrieg durch Bomben und Feuer vernichtet worden waren. 

  • 1894 Januar. Durch Stadtverordneten -Beschluss vom 29. November 1893 wurde die Ausführung einer Straßenanlage von der Feldstraße nach der Essenerstr hierselbst genehmigt. Oberhausen, den 10 Januar 1894. Der Bürgermeister Haumann
  • 1895 August Inbetriebnahme der ersten Henkelmannbrücke.
  • 1905 Juni Beschwerden über Nägel die aus dem Bodenbelag ragen
  • 1906 Oktober Erneuerung des Bodenbelags
  • 1907 Oktober Beschwerden über riesige Löcher in den Schutzgittern. Gefahr für Kinder. Hier wird erwähnt "Um die Mittagszeit passieren hunderte von Kindern, welche ihren Angehörigen das Essen zutragen, die Brücke".
  • 1919 Oktober Beschwerden über den mangelhaften Zustand der Brücke. Sie bitten die Instandsetzung der Brücke zu beschleunigen, da schon wiederholt Leute auf der Brücke zu Fall gekommen seien.
  • 1920 wurde die Henkelmannbrücke komplett gesperrt. Es dauerte Monate bis man die aufwendigen Reparaturarbeiten aufnahm
  • 1921 Februar Das Stück Dammstraße bis zur Brücke und die Brücke selber wurde verriegelt durch Drahtgeflecht.
  • 1921 März Katholischer Verein beschwert über die schon so lange anhaltende Sperrung 
  • 1921 März Gutachter erklären die Brücke weiter als gesperrt. 
  • 1921 März Sperrung Beschwerde. Der Betriebsrat der hiesigen Werke beschwert sich darüber , dass die Fußgängerbrücke über die Staats- und Hüttenbahn im Zuge der Dammstraße gesperrt und ein großer Teil der Arbeitnehmerschaft infolgedessen vor die unangenehmen Tatsache gestellt ist, 1 bis 2 Stunden am Werkswegen durch Umwege sind mehr aufzuwenden, um die Arbeitsstätte und die Wohnung zu erreichen. Wir gestatten uns die Anfrage, welche Maßnahmen städtischerseits getroffen sind, um den Verkehr wieder frei zu machen. 5. März 1921. 
  • 1921 April Die Zeitungen beschweren sich auch. Treffen der Stadt Oberhausen mit der GHH um zu einer Einigung zu kommen 
  • 1921 März Der Betriebsrat der GHH beschwert sich auch darüber , die Arbeiter und Familienmitglieder die das Essen ihren Angehörigen bringen müssen bis zu 2 Stunden Werkswegen mehr aufwenden .
  • 1921 Mai Beschwerde in der Zeitung. Es wird beanstandet das die Brücke fast ein halbes Jahr gesperrt ist und noch kein Handschlag gemacht wurde. Die Beschwerde der Arbeiter wuchsen. Durch dieses nicht Vorankommen mussten Tausende Arbeiter und Kinder einen weiten Umweg machen. Es wurde zur Selbsthilfe gegriffen. Die Eisenbahnbrücke, die wenige Meter daneben war, wurde zweckentfremdet. Die Leute gingen ein hohes Risiko ein. Das muss wohl etliche Male passiert sein,  denn es wurden Bahnpolizei und Schupos, Tag und Nacht eingesetzt um dies zu verhindern. Die Zeitung ersuchte die Stadtverwaltung, um die Stimmung der Arbeiter kennenzulernen, die diese Brücke benutzen müssen. Es wurde angeprangert, das zu viel Geld der Stadt, in den Kaisergarten gesteckt wurde.
  • Juli 1921 Ein Hilfsweg über die Eisenbahnbrücke wurde freigegeben. Die Henkelmannbrücke ist weiterhin gesperrt.
  • 1921 August Sperrung des Hilfsweg. Mutwillige Zerstörung der Bretter die als Schutzzaun dienten.
  • 1921 August bis Oktober mehrere Ortstermine zur Lage der Brücke.
  • 1922 Januar das Aus der Brücke sie wird wieder gesperrt wie in den letzten 2 Jahren des Öfteren.
  • 1922 Gutachten. Das Aus der ersten Henkelmannbrücke. Untersuchungen haben ergeben das beide Brückenteile über den Hütten und Staatsgleisen durch Rost stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren. An eine Wiederbenutzung oder Wiederherstellung konnte man nicht mehr denken. Überall hat sich Rist gebildet. Wären der Kriegsjahre 1914-18 konnten keine Anstriche erfolgen. Es konnten keine Ölfarbenanstriche besorgt werden. Sogar der eiserne Mittelpfeiler (Siehe Foto) war so stark vom Rost angegriffen das seine Wiederverwendung außer Frage stand. Dass es nicht zu einer Katastrophe kam, konnte man nur von Glück reden.
  • 1922 April. Erbauung einer neuen Dammstraßenbrücke. Die Errichtung einer eisernen Fußgängerbrücke im Zuge der Dammstraße über die Eisenbahn durch die Fa. Friedr. Köpper GmbH mit einem lauten Angebot vom 11. April ds.Js. 939475 Mark betragenden Kostenaufwands wird genehmigt. Mit Rücksicht auf die zunehmende Teuerung kann mit den Arbeiten schon vor Anhörung der Stadtverordnetenversammlung begonnen werden. 18.4.1922
  • 1922 Es wurde sich massiv beschwert, dass der Bau der neuen Brücke nicht voran ging. Auch wurden die aufwendigen Reparaturarbeiten von Juli 1921 angezweifelt. Man hätte das viele Geld lieber in eine neue Brücke investieren sollen.
  • 1922 November Genehmigung eines Fußstegs unter Auflagen bis zur Fertigstellung der neuen Brücke (Einweihung Mai 1923)
  • 1922 Dezember Fa. Köpper entschuldigt sich, dass der Fortgang der neuen Dammstraßenbrücke - Henkelmannbrücke, nur langsam voran ging. Der Grund lag an dem dauernden Mangel an Facharbeitern. Der Zustand zog sich schon das ganze Jahr hindurch.
  • 1923 Mai Eine kurze knappe Zeile in der Zeitung verkündet die in Betriebnahme. Der Grund war die Ruhrbesetzung 1923 bis 1925. Da gab es wichtigere Nachrichten. 

  • 1924 April Nur 1 Jahr nach Eröffnung der neuen HB musste die Brücke neu gestrichen werden. Als Grund gab man an, die Beschädigung kam durch säurehaltige Dämpfe beim Transport der glühenden Schlacken auf der Hüttenbahn. 900 RM.
  • 1924 Juli Klage über den schlechten Zustand des Bodenbelags. Im Oktober hatte die Stadt, die Mängel beseitigt 
  • 1938-40 wurde die Henkelmannbrücke 20-30 Meter nach Osten verlegt.
  • 1938-40 Verlängerung der Henkelmannbrücke durch den Henkelmannsteg um 25 Meter und die erste Verlegung der Brücke um ca. 20 bis 30 Meter nach Osten. (Siehe Bild). 
  • Beschreibungen der Arbeiten 1938 - 1940

Der Neubau der Hochofenanlage auf der Eisenhütte Oberhausen I/II bedingte eine Erweiterung der Gleisanlage. Es war deshalb erforderlich sowohl den Damm im Zuge der Reichsbahn-Strecke Oberhausen - Dorsten als auch im Zuge der Straße "Am Damm" im Anschluss an die bestehenden Brücken zu durchbrechen und neue Brücken zu bauen. Infolge der umfangreichen neuen Weichenverbindungen wurde es notwendig, die Straße "Am Damm" und die bisherige Fußgängerbrücke um 20-30 Meter in östlicher Richtung an die Reichsbahnbrücke heran zu schieben. Die alten Widerlager der Reichsbahnbrücke sind somit ausgebaut worden, dass sie die Fußgängerbrücke aufnehmen konnten. Entsprechend ist auch das neue, nördliche Widerlager ausgebaut. Der Reichsbevollmächtigte für Bahnaufsicht und die Reichsbahndirektion Essen haben sich am  29. Dez. 1939 mit dem vorgeschlagenen Entwurf einverstanden erklärt. Der Brückenteil a wurde unverändert an die neue Lage eingebaut, der Brückenteil b musste im nördlichen Endfeld verkürzt werden, da der Abstand der Widerlager der Reichsbahnbrücke geringer ist als bei den alten Widerlagern der Fußgängerbrücke. Der neue Teil c der Fußgängerbrücke der um 25 Meter verlängert wurde, wird als Blechträger ausgeführt. Die nördliche Zuleitung der Straße, zur Brücke, wird der Verschiebung entsprechend verschwenkt. Für den Aufgang der Brücke am südlichen Ende ist eine Rampe vorgesehen.

Dieses Bild von 1954 zeigt die veränderte Form. 

  • 1949 Reparaturarbeiten

Die Brücke hat unter den Kriegsschäden stark gelitten. Die Schäden wurden ausgebessert. Die Roststellen im Untergurt und an den Windverbänden mit Sandstrahl entrostet, mit Mennige gestrichen und mit einem Schutzanstrich versehen. Die Arbeiten dauerten ca. 5 Wochen. Die Brücke musste vollständig gesperrt werden. Die Bohlen wurden durch neue ersetzt. 

  • 1967 September . Die Henkelmannbrücke wird in Stand gesetzt. Kostenpunkt 100000 DM.

Die Überholung war schon längst fällig. Die Reparaturen wurden aber, wegen der hohen Kosten immer wieder verschoben. Warum kümmerte sich die Stadt darum, obwohl ein großer Teil des Weges zwischen Brücktor und Essener-Straße durch das Werksgelände führte? Es handelte sich um eine Gemeindestraße, für deren Erhaltung die Stadt Oberhausen zuständig war. 
Die Demontage war auch nicht alltäglich.
Da die Brücke über eine elektrifizierte Bundesbahnstrecke führt musste die Brücke demontiert und für die Überholung an eine andere Stelle gebracht werden. Das Abheben eines Brückenteils durch einen Kran kann wegen der Bundesbahn nur während einer Zugpause vonstattengehen, da in dieser Zeit die Oberleitung (15000 Volt) nicht unter Strom stehen durfte. Am Tag dauerte die längste Pause 28 Minuten, Nachts 40 Minuten.
Lohnte sich der Aufwand?
In diesem Fall kostete es 100000 DM. Für eine solch kleine Fußgängerbrücke recht viel. Solange der Weg nicht offiziell eingezogen wird, muss die Stadt sich um die Instandhaltung kümmern.

  • 1994 September Die Henkelmannbrücke wird saniert und abgebaut

Anfang September 1994 wurde die Henkelmannbrücke zwecks Restaurationsarbeiten und Bauarbeiten am Projekt ÖPNV Trasse abgebaut. Die Arbeiten sollten bis Mai 1995 fertiggestellt worden sein an der Henkelmannbrücke. Sie wurde durch den Bau der Trasse um 10 Meter nach Westen verlegt. Dies wäre die dritte Verlegung der neuen Brücke. Leider konnte ich nicht ermitteln wann sie wieder dort genau hingebaut wurde.

  • 2009 August. Info-Tafel wird angebracht durch "Historischer Verein Oberhausen-Ost".
  • 2010 Juli . Die Henkelmannbrücke wird gesperrt. Maroder Oberbelag , Rost und Lochfraß haben dazu geführt.
  • 2011 Mai Ausschreibungsverfahren sollen in Kürze eingeleitet werden. Zwei bis drei Monate würde es dauern und danach nochmal ca. drei Monate für die Sanierung. Leider konnte ich keinen Artikel ermitteln, der belegt wann die Bauarbeiten genau anfingen, was sie kosteten und wann die Brücke wieder für die Öffentlichkeit zugänglich war.

Quellen:

Autor: Historischen Oberhausen. Martin Grundmann

Ein großes Dankeschön an Nadine Schledorn, die mit mir die Begebenheiten an der Henkelmannbrücke überprüft und fotografiert hat.
Ich danke dem Team des Stadtarchivs Oberhausen für die große Unterstützung
Einen besonderen Dank an Herrn Uecker Mitarbeiter des Stadtarchivs Oberhausen.

Viele Ausgaben der Rhein Ruhr Zeitung. General-Anzeiger, Ruhrwacht, WAZ, NRZ
Akten aus dem Stadtarchiv Oberhausen.

Autor:

Martin Grundmann aus Oberhausen

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