Pure Ü50 - Energie
Tourabschluss der Fantastischen Vier in Oberhausen

Fotos: privat
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Das Cover des Albums „Vier gewinnt“ haben Fans sicher noch gut in Erinnerung. Thomas D, der 1992 im Gegensatz zu heute noch über ein Minimum an Haaren auf dem Haupt verfügte, stierte unsicher in die Kamera. Auf der Nase eine Brille, wie es sie nur in Kostümgeschäften zu kaufen gibt. Eben diese trug er, als er gemeinsam mit Michi Beck und Smudo den Hit „Die Da“ performte.

Die Fantastischen Vier beendeten am Donnerstag in der ausverkauften Arena ihre „Captain Fantastic Tour“, wobei es nicht so schien, als wollten sie aufhören. Mit viel Energie peitschten die Ü50-Rapper über die Bühne und überschritten mit über zwei Stunden Spielzeit deutlich die Standardlänge eines Hip-Hop Konzertes. Sie spielten alte und neue Hits. Gefühlt spielten sie alle Hits.
Nur selten ließen sie eine Musikpause zu. Meistens wurden drei bis vier Songs am Stück dargeboten, bis die „Fantas“ kurz die Stimme spülen konnten. Allein das Intro bestand aus den Songs „Captain Fantastic“, „Fantanamera“, „Was geht“ und „Bring it Back“. „Herzlich Willkommen zu unserem Torabschlusskonzert!“, rief Michi Beck etwa 40 Minuten nach Showbeginn. Sie waren kaum zu bremsen und animierten das Publikum mitzusingen und die Arme zu schwenken. Gesessen wurde selbst auf den Sitzplätzen bis in den Oberrang wenig bis gar nicht.
Besonders auffällig wurde dies bei einem Medley aus „Gebt uns ruhig die Schuld“ und „Wir ernten was wir sähen“, bei dem die Arena in eine einzigartige Dynamik verfiel. Zum Ende hin häuften sich schließlich auch die bekannteren Songs wie „Danke“, „MFG“ oder „Zusammen“. Letzteres Featuring mit Clueso war die erfolgreichste Single des aktuellen Albums. Mit „Troy“ endete eine große Party.

30 Jahre Bandjubiläum

Thomas D erzählte zwischenzeitlich, dass sie nach Proben Backstage völlig erledigt auf dem Boden liegen. Auch dieses Mal wird es wahrscheinlich so gewesen sein. Denn bei den „Fantas“ gibt es nicht nur einen Frontmann, sondern drei. Abgesehen von Andi, der sich bewusst im Hintergrund hält, hatten die Übrigen gleichermaßen Anteil an der Show. So hatte jeder seine Soloauftritte und war auf jeder Seite der Bühne zugegen. Unter ihnen herrscht blindes Verständnis.
Kein Wunder, 2019 wird das Quartett 30 Jahre alt. Ein Quartett, welches maßgeblich daran beteiligt war, dass Hip-Hop in der Mitte der Gesellschaft ankommt. Sichtbar ist dies an den Zuschauern, die größtenteils mittleren Alters waren. Zudem positionierten sie sich deutlich gegen Rechts. Auf „Fanta 4“- Konzerten soll niemand diskriminiert werden.
Schwarze Hosen, weiße Schuhe, eine schiefsitzende Kappe von Michi Beck, die er während des Konzerts mit einem Fan tauschte, die verrückte Brille von Thomas D und ununterbrochene Party Stimmung - die Fantastischen Vier haben bewiesen, dass sie auf die Bühne gehören. Hoffentlich auf ein Wiedersehen in Oberhausen.  (nv)

Fotos: privat

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