ET will nach Hause
Über Kinder und Kindheit

Wer ist eigentlich dieser ET, der uns so angerührt hat und wir Tränen um ihn vergossen haben?
Ein wundes, verletztes schutzloses Kind, ein Kind das weit von zu Hause entfernt ist, ein verlorenes, sehr trauriges, das sich nichts sehnlicher wünscht, als die verlorenen Heimat wiederzufinden, zurückzukehren in die Geborgenheit aus einer fremden kalten Welt, und endlich anzukommen.
Mit Sehnsucht nach dem Paradies, wo er sich in seiner Unschuld nackt zeigen darf, ohne Verblendungen, Schalen um sich selbst, der Abwehr, falls jemand zu nahe kommen sollte, sich so zeigen kann wie er ist und gerade deshalb geliebt wird.
Die Kirche hatte einmal eine solche Idee, aber pervertierte sie mit einem Schuldprinzip, um sich selbst Macht und Geld zuzusprechen und die Menschen durch Angst zu unterdrücken.
Im Buddhismus ist jeder für sein Heil selbst verantwortlich und das Karma ist nicht weniger ein Schuldprinzip.
Die Aufklärung glaubte, alles sei mit und durch den Verstand möglich, doch niemand kann die Sehnsucht mit dem Denken über die Sehnsucht lösen.
So werden auch in der Psychologie Formen und Normen gesetzt, wobei die Erlösung nach Methoden ein Ersatz für den inneren Mangel ist.
Der kleine nackte ET jammert verzweifelt und ungeschützt und jeder möchte ihm gerne helfen, während die Politik sich von Feindbildern ernährt, mit der dem Volk vermittelten Angst, um es in ihren Machtinstrumentarien und eingelullt im Konsum friedlich zu stimmen.
Dieses liebe kleine Wesen von ganz weit her, das nichts sehnlicher wünscht als nach Hause zu kommen, und für das wir so viel Mitgefühl haben, wohnt schon lange in unseren Herzen, schon seit der Kindheit, als wir nicht sein durften was wir waren und als wir ganz nackt und bloß vor den Großen standen und sie unsere Ohnmacht nicht sahen.
Und wir dachten, Erfolg sei wirklich gut und wollten uns beweisen, doch eigentlich, um nach Hause zu finden, brauchten wir jemand der uns sagte:
Ich kenne und erkenne dich und weil ich dich kenne wie du bist,
liebe ich dich, so klein und nackt und bloß.

Autor:

Ingrid Dressel aus Bochum

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