SITUATION IN DEN KITAS
DER ALLTAG IST NOCH NICHT RICHTIG ZURÜCK, ABER DIE ALLTAGSHELFER MÜSSEN GEHEN

In der Corona-Pandemie hat das Land Nordrhein-Westfalen den Kitas sogenannte Alltagshelfer/innen finanziert; also zusätzliches Personal in einer schwierigen Situation.
Am 31. Juli läuft diese Maßnahme aus, obwohl wir uns ja noch immer in der Corona-Pandemie befinden und viele von einer vierten Welle sprechen.

Die Alltagshelfer/innen haben die pädagogischen Fachkräfte die letzten Monate im Kita-Alltag entlastet, indem sie diese dabei unterstützt haben, die Corona-Schutzmaßnahmen zu erfüllen (Desinfizieren, regelmäßiges Lüften, Reinigung von Spielzeug,...).
Und sind wir mal ehrlich: In vielen Kitas haben sie auch dazu beigetragen, den Personalmangel notdürftig abzufangen und andere Aufgaben mit übernommen.

Ich sprach mit Lisa Tosi*, einer engagierten Kita-Leitung aus NRW über ihre Erfahrungen und ihre Meinung zum Thema "Alltagshelfer/innen".
Frau Tosi findet es wirklich schade, dass diese Maßnahme nun bald zu Ende geht.
"Die uns zur Verfügung gestellten Alltagshelfer waren eine riesengroße Entlastung. In meiner Kita gibt es zwei Alltagskräfte. Zum einen hat die Hauswirtschaftskraft der Kita Stunden aufgestockt. Und dann haben wir noch eine zweite Alltagshelferin eingestellt."

Für Frau Tosi war es nicht schwer, Alltagshelfer zu finden; im Gegenteil. Sie hat damals viele Bewerbungen bekommen und auch viele Interessenten zum Vorstellungsgespräch eingeladen. 
Lisa Tosi spricht sehr wertschätzend über ihre beiden Alltagshelferinnen. Man merkt, dass diese zusätzlichen Kräfte eine Bereicherung für ihre Kita sind.
"Beide sind einfach toll, zuverlässig, fleißig, beliebt bei den Kindern und haben einen guten Umgang mit diesen. Sie haben uns den Alltag sehr erleichtert. Wir sind froh, dass beide uns so gut unterstützt und uns viele Aufgaben abgenommen haben."

Wie oben schon beschrieben, haben Alltagshelfer das pädagogische Personal unterstützt, die Corona-Maßnahmen zu erfüllen. Lisa Tosi ist es noch einmal wichtig zu sagen, dass es natürlich auch Dinge gibt, die nicht zu dem Aufgabengebiet eines Alltagshelfers gehören:
"Unsere Alltagshelfer haben keine Aufsicht und Verantwortung über die Kinder. Den Toilettengang begleiten und wickeln dürfen sie auch nicht."

Etwas, was Frau Tosi sehr wichtig ist, sind Absprachen und der regelmäßige Austausch. So bekommen alle Mitarbeiter, egal ob Alltagshelfer/innen oder pädagogische Kräfte nach einem Monat ein Reflexionsgespräch und dann jedes halbe Jahr ein Mitarbeitergespräch. Sollte dazwischen Redebedarf sein, dann natürlich auch ehr.


Wie viele andere Kita-Leitungen bzw. pädagogische Fachkräfte auch wäre Lisa Tosi für eine Verlängerung der Maßnahme.

Auch meine Frage, ob sie für eine Verlängerung dieser Maßnahme wäre, bekräftgt sie mit ihrer Antwort, die zeigt wie großartig der Einsatz der Alltagshelfer/innen ist.
"Auf jeden Fall bin ich für eine Verlängerung dieser Maßnahme. EIn ganz klares Ja. Wie ich schon gesagt habe, sind die Beiden eine große Unterstützung, eine totale Hilfe. Sie haben uns sehr unterstützt und sehr geholfen.
Und Corona ist halt nicht vorbei. Auch wenn die Zahlen jetzt gerade mal wieder ganz gut aussehen, ist es ja bei uns in der Einrichtung nach wie vor so, dass sich an den Hygienemaßnahmen nichts geändert hat, und ich denke mal, dass wird wohl überall so sein.
Es ist auch nach wie vor so, dass die Eltern die Einrichtung nicht betreten bei uns und weiter ihre Kinder an der Tür übergeben. Dieser ganze Mehraufwand, den wir haben mit reinigen, desinfizieren, Hände waschen usw. bleibt ja bestehen. Die Alltagshelfer, also 27,5 Stunden fallen weg und da sind wir sehr sehr traurig drüber. Unsere Alltagshelferin, die wir extern eingestellt haben, hätte auch total gerne weitergemacht. Sie ist traurig, dass diese Maßnahme nicht verlängert wird. Sie hat sich sehr wohl gefühlt und das gerne gemacht. Sie wird uns sehr fehlen. Und auch, dass unsere Hauswirtschaftskraft ihre Stunden wieder reduzieren muss, ist sehr schade."

Auch die Familien der Kinder waren von der Maßnahme sehr angetan. Die Alltagshelfer waren nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern beliebt.
"Die Eltern haben mir zurück gemeldet, dass sie es sehr sehr schade finden, dass es nicht verlängert wird. Die Kinder haben zuhause viel von den beiden erzählt. Und die Eltern haben auch gemerkt, dass die beiden eine super gute Unterstützung für uns waren."

Um gegen den Personalmangel anzukämpfen, startet NRW jetzt eine Ausbildungsoffensive, die sich an Kita-Helfer und Quereinsteiger richtet.
Mit diesem Programm würden, laut Joachim Stamp, mittel- und langfristig Perspektiven für die Kita-Helfer und für Quereinsteiger in eine reguläre Beschäftigung in Kitas eröffnet.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Corona-Fallzahlen weiter entwickeln und ob und in welcher Auswirkung die vierte Welle kommt. Vielleicht wird es ja eine neue Maßnahme mit Alltagshelfern geben.
Fakt ist, dass die Alltagshelfer/innen ein ganz großes DANKE verdient haben. Danke für eure Hilfe, eure Unterstützung und euren Einsatz!

*Name geändert

Autor:

Nina Benninghoff aus Oberhausen

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