In einer Online-Informationsveranstaltung gab es engagierte Diskussionsbeiträge
Lob und Kritik für den Masterplan

Die Grundlagen sind geschaffen. Die ersten Zielsetzungen für den Masterplan Neue Mitte sind auf den Weg gebracht worden. Jetzt gab es eine Online-Informationsveranstaltung der Stadt, in der zeitweise bis zu 100 Bürgerinnen und Bürger zugeschaltet waren, von denen sich knapp die Hälfte an der regen Diskussionen beteiligte.
Foto: Jörg Vorholt
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Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass für Oberhausens Neue Mitte derzeit Konzepte entwickelt werden, die das Gebiet rund um das CentrO als Standort für Handel, Freizeit und Events zukunftsfähig und lebenswert zu machen. Die Stadtplaner haben, wie der Wochen-Anzeiger ausführlich berichtete, gerade mit ersten Absichten und Zielvorgaben die Erkundungsphase abgeschlossen und wollen nun konkrete Entwürfe auf den Weg bringen.

Untersucht wurden und werden die Gestaltungspotenziale des Stahlwerksgeländes, des Gewerbeparks am Technologiezentrum, des Gehölzgartens Ripshorst sowie der Siedlungen Grafenbusch und Ripshorst. Dabei sollen die Themen Naherholung und Wohnen stärker in den Vordergrund rücken, um die Attraktivität der Neuen Mitte weiter zu erhöhen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Mobilität und der Optimierung des Verkehrssystems.

„Vorgesehen ist, dass diese Erkundungsphase Ende des Jahres abgeschlossen wird. Dann geht der Prozess in die Ergebnisphase über“, so Ralf Güldenzopf, Oberhausens Dezernent für strategische Planung und Stadtentwicklung, gegenüber unserer Redaktion. Dabei geht es auch die Einarbeitung von Anregungen und Änderungswünschen und schließlich in die Endabstimmung des vom ausführenden Planungsbüro Albert Speer und Partner ( AS+P) entworfenen Masterplans. Der soll auf jeden Fall Anfang kommenden Jahres präsentiert werden.

Viele mit ins
Boot holen

Es wurden bereits im Vorfeld die notwendigen „Schularbeiten“ erledigt. „Schon in der Erkundungsphase haben wir Gespräche mit wesentlichen Akteuren in der Neuen Mitte geführt“, sagt Güldenzopf, „das passiert auch weiterhin, denn wir möchten möglichst viele ins Boot holen, um unsere Ziele für die Entwicklung des Stadtquartiers erfolgreich umsetzen zu können.“ Dabei will man die Bürger ein- und mitnehmen. Das war auch Sinn und Zweck einer Online-Informationsveranstaltung zu diesem Thema.

Dieser „virtuellen Bürgerversammlung“ waren zeitweise knapp 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger zugeschaltet, die von Oberbürgermeister Daniel Schranz zunächst kurz und knapp, aber zielorientiert auf die Thematik eingestimmt wurden. Über 40 von ihnen beteiligten sich an der anschließenden Diskussion um die Zukunft des Bereichs, was Schranz als ermutigend bezeichnete. Frank Höf, Städtebauarchitekt und zuständiger Planer von AS+P, hatte jede Menge zu notieren, erläutern und beantworten.

Der Verkehr spielte in den Kritikpunkten, Anregungen und Stellungnahmen der Bürger eine große Rolle. Einige befürchteten einen möglichen Verkehrskollaps, andere nachhaltige Auswirkungen auf das Klima. Innovative Verkehrskonzepte wurden gefordert und begrüßt, so zum Beispiel eine Seilbahn mit Anbindung an die künftige Walsum-Bahn, die auch für Oberhausen eine große Rolle spielen könnte.

Attraktiver und
bezahlbarer Wohnraum

„Sie müssen Oberhausen noch näher an das Wasser bringen, wenn unsere Stadt im Tourismus punkten soll“, meinte ein Bürger. Beim Thema Wohnen war die „Marschrichtung“ klar. Vielstimmig hieß es: „Wir brauchen keine Luxusbebauungen, sondern attraktiven und dabei bezahlbaren Wohnraum.“ Mehr Grünenzonen und mehr Radwege standen ebenfalls auf dem Wunsch- und Forderungskatalog der Diskussionsteilnehmer.

Zum Teil ging es bei der Online-Informationsveranstaltung auch emotional zu, wenn es etwa um konkrete Maßnahmen vor der eigenen Haustüre in unmittelbarer Nähe von bereits vorhandener Wohnbebauung ging. Interessierte fragten aber auch nach der Zukunft der Tabaluga-Halle. „Da wird sich in Kürze was tun“, zeigte sich Güldenzopf zuversichtlich, „abschließende Gespräche mit Interessenten sind in greifbare Nähe gerückt.“ Man werde alle Einwände, Bedenken, Vorschläge und Anregungen abwägen, prüfen und sie gegebenenfalls in den Masterplan einarbeiten.

Experiment
ist geglückt

Die Stadt hat bei der Online-Versammlung Kritik erhalten, aber auch Lob und Dank. „Wir nehmen die Diskussionsbeiträge aller sehr ernst. Wenngleich nicht alle Wünsche voraussichtlich machbar sind, wollen wir aber ein tragfähiges Gesamtkonzept für die Zukunft unserer Stadt in diesem Bereich erarbeiten“, versprach der Oberbürgermeister. Möglicherweise werde es dann auch eine Präsenz-Bürgerversammlung geben könne, in der der überarbeitete Masterplan einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden kann. Das Experiment der virtuellen Bürgerversammlung betrachteten alle Beteiligten jedenfalls als geglückt.

Die Grundlagen sind geschaffen. Die ersten Zielsetzungen für den Masterplan Neue Mitte sind auf den Weg gebracht worden. Jetzt gab es eine Online-Informationsveranstaltung der Stadt, in der zeitweise bis zu 100 Bürgerinnen und Bürger zugeschaltet waren, von denen sich knapp die Hälfte an der regen Diskussionen beteiligte.
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Oberbürgerbürgermeister Daniel Schranz (r.) und Planungsdezernent Ralf Güldenzopf vor dem überarbeitenden Entwurf des Masterplans. Nach der Bürgerversammlung werden die gegebenen Anregungen, Kritik und Wünsche geprüft und gegebenenfalls in eine Neufassung eingearbeitet.
Foto.: Tom Thöne
Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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