Mit Mozart gegen drohende Spirale

Genau 1169 Unterschriften übergaben Vertreter der Sterkrader Interessengemeinschaft an die Verwaltung :(v.l.) Jörg Stietzel (Spickermann), Martin Beuteling (Glocken-Apotheke), Axel Lambertz (Schuhmode Lambertz),  Bezirksbürgermeister Dieter Janßen, STIG-V
  • Genau 1169 Unterschriften übergaben Vertreter der Sterkrader Interessengemeinschaft an die Verwaltung :(v.l.) Jörg Stietzel (Spickermann), Martin Beuteling (Glocken-Apotheke), Axel Lambertz (Schuhmode Lambertz), Bezirksbürgermeister Dieter Janßen, STIG-V
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Von Weihnachtsfrieden ist in Sterkrade nichts zu spüren. Im Gegenteil: es brodelt. Der Grund sind die Zustände am Kleinen Markt.
Schon bei der Jahreshauptversammlung der Sterkrader Interessengemeinschaft hatte STIG-Vorsitzender Robbie Schlagböhmer angekündigt, dass das Thema Kleiner Markt groß in die Öffentlichkeit gebracht werden soll.
Zum Hintergrund: Der Kleine Markt ist bereits seit Jahren Versammlungsort von Leuten, die dort Alkohol und Drogen konsumieren. Immer wieder ist es dabei zu Pöbeleien, Prügeleien, dem Aufhetzen von Hunden und anderen Ärgernissen vorgekommen. Bis zu 40-50 Personen halten sich an „schönen“ Tagen dort auf und schrecken derart die Kundschaft ab, dass das erste Geschäft bereits aus diesem Grund geschlossen hat. Ein zweites solle demnächst ebenfalls aufgeben, ein drittes erwäge diesen Schritt. „Und wo diese Geschäfte waren, wird kein neues Geschäft einziehen“, mutmaßte der STIG-Vorsitzende.
„Wir fordern einen alkohol- und drogenfreien Kleinen Markt“, brachte es Schlagböhmer auf den Punkt. Er betonte aber gleichzeitig , dass dies sich „nicht gegen diese Menschen“ richte, wohl aber gegen ihr Verhalten. Damit sprach er auch für die übrigen Kaufleute, die am Montag bei der Übergabe von 1169 Unterschriften an Bezirksbürgermeister Dieter Janßen im Hotel „Zur Post“ anwesend waren.
Ihm sei klar, dass es zur Zeit keine rechtliche Handhabe gegen diesen Personenkreis gebe, schließlich sei der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit nicht verboten, der Konsum von Drogen nur äußerst schwer zu kontrollieren. „Wir müssen handeln, bevor die Todesspirale ansetzt“, formulierte Robbie Schlagböhmer es drastisch. Zwei Forderungen der STIG gab er Dieter Janßen mit auf den Weg. So solle das Betreuungs- und Aufenthaltsangebot für diesen Kreis auf außerhalb der Fußgängerzone verlagert werden. Dazu schlage er vor, die „Aufenthaltsqualität“ für sie zu verändern, sei es von der Dauerberieselung mit Mozart aus Lautsprechern an diesem Ort, den Abriss der Mauer dort, oder der Einrichtung eines Spielplatzes an dieser Stelle. Dann könne dort ein Alkoholverbot durchgesetzt werden.
Bezirksbürgermeister Dieter Janßen wagte die Prognose, dass dieses Problem nicht zu lösen sei: „Wenn wir die Mauer abreißen, setzen sie sich auf die Bänke. Wollen wir die dann auch abreißen?“
Monika Stietzel, Inhaberin von Spickermann, wolte davon nichts wissen. „Die Geduld der Kaufleute ist am Ende“, so die Geschäftsfrau, ich erwarte, dass da endlich gehandelt wird!“
Unzufrieden äußerte sich anschließend auch der Fraktionsgeschäftsführer der CDU, Hannes Fritsche, über die Einlassungen des Bezirksbürgermeisters: „Als Vertreter der Partei, die eigentlich gestalten soll, erklärt er wieder eine halbe Stunde lang, warum das Problem gar nicht in den Griff zu kriegen ist, und dann erwartet er von den anwesenden Kaufleuten Lösungsvorschläge.“

Autor:

Klaus Bednarz aus Oberhausen

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