Sechs Schüler schildern ihre Erfahrungen am Tag eins nach der Corona-Pause
Angst sitzt mit im Unterricht

Noel Brakaj (17) vom Oberhausener Elsa-Brändström-Gymnasium fühlt sich im Vergleich zu anderen Abiturjahrgängen benachteiligt.
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  • Noel Brakaj (17) vom Oberhausener Elsa-Brändström-Gymnasium fühlt sich im Vergleich zu anderen Abiturjahrgängen benachteiligt.
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Nach sechs Wochen Corona-Pause können Abiturienten seit Donnerstag wieder zur Schule gehen. Wie kommen die Prüflinge mit dem Lernen unter erschwerten Bedingungen zurecht? Wir haben nachgefragt.

"Ich persönlich sehe einfach ein zu großes Risiko bei der Ansteckungsgefahr für uns Schüler, für die Lehrer, aber auch für meine Familie, der ich das Virus übertragen könnte", sagt Sina Kuhn. Die 18-Jährige macht in diesem Jahr ihr Abitur an der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Oberhausen und hat wenig Verständnis für die Öffnung der Schulen durch die Politik. "Ich finde, dass ich die Wiederholung, die in den Schulen stattfinden wird, genauso gut Zuhause machen kann. Da kann ich nach meinem Rhythmus lernen und befinde mich in einer wohlfühlenden und sicheren Umgebung."

Schlechte Kommunikation zu den Lehrern

Das kommt für Mona Fohrmann (18) nicht infrage. Die Schülerin des Sophie-Scholl-Gymnasiums nennt dafür als Hauptgrund die Kommunikation mit den Lehrern: "Ich nehme das Angebot in der Schule zu lernen wahr, weil es mir vielleicht noch mal ein paar Fragen beantwortet, wenn ich mit den Lehrern persönlich sprechen kann, da einige Lehrer nicht auf E-Mails antworten oder generell nicht gut vernetzt sind."

Schüler fühlen sich unzureichend vorbereitet

Einig sind sich die Schüler beim Thema Vorbereitung. Die lässt ihrer Ansicht zufolge deutlich zu wünschen übrig. "Ich fühle mich absolut unzureichend vorbereitet und denke nicht, dass die Abiturklausuren dieses Jahr gut ausfallen werden. Durch den ganzen Aufruhr geht der Fokus auf den Stoff völlig verloren", ärgert sich Jill Tsekpo (17) vom St. Hildegardis Gymnasiums in Duisburg. Um sich noch zu verbessern, geht auch sie wieder zur Schule - auch wenn sie sich dabei nicht wirklich geschützt fühlt: "Ich bin mir nicht sicher, ob es zu 100 Prozent möglich ist, 1,5 Meter Abstand voneinander zu halten. Wir geben unser Bestes, aber garantiert scheint es nicht."

Handschuhe und Mundschutz an Duisburger Gymnasium

Um Infektionen zu vermeiden, tragen die Lehrer am St. Hildegardis Gymnasium Handschuhe und Mundschutz. Doch das ist längst nicht an allen Schulen der Fall, wie sich bei unseren Recherchen herausgestellt hat. Mona Fohrmann hat am Donnerstag das beobachtet: "Manche Lehrer haben einen Mundschutz getragen. Das war es aber auch. Es wurden keine Handschuhe getragen. Auch wurden keine Hände desinfiziert, bevor Blätter ausgeteilt wurden."
Doch auch, wenn die Hygienemaßnahmen noch einmal verbessert werden sollten, bleiben Probleme, wie Jill Tsekpo deutlich macht: "Ich denke nicht, dass sich am so genannten ,Lernen' mit Handschuhen und Mundschutz etwas verbessern lässt. So kann man sich nicht konzentrieren und wirklich was leisten." Das sieht Noel Brakaj (17) vom Elsa-Brändström-Gymnasium genauso: "Diese Faktoren beeinflussen unsere Lebenssituation massiv und werden auch unseren Abschluss treffen."

Oberhausener Gesamtschüler sehen dem Abitur gelassen entgegen

Wesentlich gelassener sehen das zwei Schüler der Heinrich-Böll-Gesamtschule. "Die Vorkehrungen sind streng und die Mittel da. Für die Abschlussjahrgänge gibt es definitiv genug Räume", schildert Maxi Kisters (18) den ersten Tag zurück in der Schule. "Zudem stehen in jedem Raum Seife, Einweghandtücher und ein Waschbecken bereit."
Auch einen Lehrermangel scheint es an der Schule im Oberhausener Norden nicht zu geben. "Wir haben aktuell ja nur die Abifächer. Also hat jeder vier Lehrer, die er braucht. Es sah heute nicht so aus, als gäbe es einen großen Lehrerausfall", sagte Kutlu Doglar.

Autor:

Christian Schaffeld aus Oberhausen

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