Drei Jahrzehnte Hilfe aus dem Süden
Aktionsgruppe Sommerkahl kann auf 30-jähriges Bestehen zurückblicken

30 Jahre Aktionsgruppe Sommerkahl
  • 30 Jahre Aktionsgruppe Sommerkahl
  • Foto: Friedensdorf International
  • hochgeladen von Claudia Peppmüller

Die Anfänge der Aktionsgruppe Sommerkahl liegen am 9. April 2019 bereits drei Jahrzehnte zurück. Alles begann mit einem Besuch des pensionierten Polizeibeamten Wolfgang Merz, der damals für die katholische Kinder- und Jugendarbeit in seiner Heimatgemeinde Sommerkahl in Unterfranken verantwortlich war. Durch einen Fernsehbeitrag wurde er auf die Arbeit von Friedensdorf International aufmerksam und machte sich 1989 gemeinsam mit einer Jugendgruppe auf den Weg ins Ruhrgebiet, um sich über die Hilfe für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zu informieren.

Als Wolfgang Merz bei seinem Besuch mit Friedensdorf-Leiter Thomas Jacobs ins Gespräch kommt, erzählt er ihm, dass er von dem Schicksal der Kinder sehr berührt und entschlossen ist, gemeinsam mit den Jugendlichen ehrenamtlich tätig zu werden. „Damals hat noch keiner geahnt, welche großartige Hilfe daraus entstehen würde. Die Ehrenamtlichen aus Sommerkahl wurden zu einer verlässlichen Unterstützung der Friedensdorf-Arbeit und stehen uns bereits seit 30 Jahren treu zur Seite“, erzählt Friedensdorf-Leiter Thomas Jacobs.

Die Begegnung im Friedensdorf war der Anfang der Aktionsgruppe Sommerkahl. Denn kurze Zeit später machte sich Thomas Jacobs auf den Weg in die kleine Gemeinde im Landkreis Aschaffenburg, um gemeinsam mit Wolfgang Merz Krankenhäuser in Unterfranken für Freibetten zu gewinnen. „Wir waren insgesamt drei Tage unterwegs und sind zu verschiedenen Kliniken gefahren. Das war eine sehr spontane aber auch sehr erfolgreiche Aktion. Nach zwei Tagen haben uns bereits etwa sieben Krankenhäuser eine kostenlose Behandlung zugesagt“, erinnert sich Thomas Jacobs. Beim kurz darauffolgenden 4. Afghanistan-Hilfseinsatz im Juli 1989 konnte auf diese Weise für zehn von 20 Kindern eine medizinische Versorgung in Unterfranken sichergestellt werden. Darüber hinaus kontaktierte Wolfgang Merz sämtliche Lokalredaktionen in der Region und versorgte sie mit Artikeln und Bildmaterial aus dem Friedensdorf, um die Hilfe für schwer kranke und verletzte Kinder bekannter zu machen.

Mit der Aktionsgruppe Sommerkahl begann das ehrenamtliche Engagement für Friedensdorf International in Unterfranken. Gleichzeitig bildeten sich Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre auch in anderen Städten wie Ulm, Koblenz oder Duisburg die sogenannten Freundeskreise, die Friedensdorf International seitdem bundesweit insbesondere in der Krankenhausbetreuung tatkräftig unterstützen. Außergewöhnlich war damals, dass die Aktionsgruppe Sommerkahl gezielt junge Leute in die Arbeit für das Friedensdorf einbezogen und dafür begeistert hat. Viele Mitglieder sind mit ihrem Ehrenamt erwachsen geworden und konnten später auch ihre eigenen Kinder für diese wertvolle Hilfe gewinnen. „Das Ehrenamt ist eine Herzensangelegenheit für mich, denn dieses Engagement ist die Schlüsselfunktion für ein Fortbestehen der medizinischen Einzelfallhilfe. Wenn ich an die vielen tatkräftigen Menschen der Aktionsgruppe Sommerkahl denke, geht mir immer noch der tragische Unfalltod unserer ehrenamtlichen Helferin Ingrid sehr nahe. Sie war viele Jahre ein sehr aktives Mitglied der Gruppe und ist leider 1996 auf dem Heimweg von unserem Dorffest tödlich verunglückt. Ein Teil ihrer Familie unterstützt das Friedensdorf auch heute noch ehrenamtlich und lebt dieses Engagement somit weiter“, so Thomas Jacobs.

1992 entstand aus der Aktionsgruppe die Koordinationsstelle Sommerkahl. Denn die Arbeit war mithilfe der ehrenamtlichen Freunde nicht mehr alleine zu stemmen, da es inzwischen zu viele Kinder und Krankenhäuser gab, die betreut werden mussten. Die erste Mitarbeiterin in der Koordinationsstelle war ein ehemaliges Mitglied der Jugendgruppe von Wolfgang Merz. Seitdem fungiert das Koordinationsbüro in Sommerkahl als Bindeglied zwischen dem Friedensdorf in Oberhausen und dem Ehrenamt vor Ort. Die unterfränkische Niederlassung des Friedensdorfes hilft bei der Beschaffung von Krankenhausfreibetten, sichert die Krankenhausbetreuung der Kinder ab und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort. Die Unterstützung der Sommerkahler ist somit aus der gesamten Friedensdorf-Arbeit nicht mehr wegzudenken.

Am 30. März 2019 kamen 18 Ehrenamtliche aus ganz Süddeutschland zu einem Treffen nach Schöllkrippen, zu dem die Mitarbeiter der Koordinationsstelle Sommerkahl und München eingeladen hatten. Auch Friedensdorf-Leiter Thomas Jacobs und der stellvertretende Leiter Kevin Dahlbruch gehörten zur Runde. Während des Treffens blickten sie gemeinsam auf das 30-jährige Bestehen der Aktionsgruppe Sommerkahl zurück und viele langjährige Mitglieder – zum Teil auch Gründungsmitglieder – konnten aus den Anfangszeiten berichten. Am 14. Juli 2019 ab 11 Uhr wird im Rathausgarten in Schöllkrippen das Benefizkonzert „30 Jahre Aktionsgruppe Sommerkahl“ stattfinden.

Autor:

Claudia Peppmüller aus Dinslaken

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