Der Selbsthilfeverein „Weg der Hoffnung“ setzt Zeichen für ein Miteinander und Füreinander
Ein Anker im Meer der Gefühle

Das Foto mit den Aktiven im Verein Weg der Hoffnung e.V., aufgenommen vor Corona, zeigt, dass viele Menschen ehrenamtlich engagieren, um anderen zu helfen. Trotz Corona hat man nie aufgegeben.
Fotos: Weg der Hoffnung e.V.
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  • Das Foto mit den Aktiven im Verein Weg der Hoffnung e.V., aufgenommen vor Corona, zeigt, dass viele Menschen ehrenamtlich engagieren, um anderen zu helfen. Trotz Corona hat man nie aufgegeben.
    Fotos: Weg der Hoffnung e.V.
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Zusammenhalten und Hoffnung schenken, das waren die Grundgedanken von Aynur Celikdöven und weiteren türkischstämmigen Eltern, in Oberhausen den Verein „Weg der Hoffnung“ ins Leben zu rufen. 20 Jahre ist das nun her. Ziel des Vereins war, ist und bleibt es, über Tumor- und Leukämieerkrankungen bei Kindern aufzuklären und betroffene Familien zu begleiten.

Längst ist der Selbsthilfeverein für krebskranke Kinder und Familienangehörige weit über die Grenzen der Stadt hinaus zu einem Anker im Meer der bedrückenden Gefühle geworden. Die Vereinsgründerin ist bis heute die 1. Vorsitzende und weiß aus eigener Erfahrung und Betroffenheit, wie schnell die Diagnose Krebs oder Leukämie Familien in eine akute Krise stürzen kann. Sie und ihr Mann haben sich damals sehr einsam, fast hilflos gefühlt. Sie wollte helfen, andere Menschen vor solchen emotionalen Einbrüchen zu bewahren.

Der Verein hat inzwischen viele Mitglieder aus verschiedenen Nationen, die sich ehrenamtlich und unentgeltlich einsetzen. Es gibt eine Geschäfts- und Anlaufstelle an der Michelstraße, den Vereinsgarten an der Wilhelmstraße, Vorträge, Informationsveranstaltungen, Ausflüge und Aktionen. Als Dank und Anerkennung für ihr großes soziales Engagement hat Aynur Celikdöven bereits 2017 die Ehrenspange der Stadt Oberhausen erhalten. Im September letzten Jahres überreichte Oberbürgermeister Daniel Schranz ihr das Bundesverdienstkreuz.

Mitarbeiten
und zupacken

Da sagte sie: „Eigentlich nehme ich die Auszeichnung nur stellvertretend entgegen. Deshalb mein Dank an die vielen Frauen und Männer vom Verein Weg der Hoffnung e.V. für ihre Hilfe, Unterstützung, Mitarbeit, ihr Zupacken und ihren Ratschlag in den vielen Jahren unserer Zusammenarbeit. Ohne sie stünde ich jetzt nicht hier. Sie alle haben Verdienst an dem Kreuz, das ich nun trage.“

Eine von denen, die ihr zur Seite steht, ist ihre Stellvertreterin Gabi Terschlüsen. Angefangen beim Verein hatte sie als Büroangestellte, denn allein konnte die Vereinsgründerin die umfangreichen Aufgaben und den steigenden Verwaltungsaufwand nicht mehr bewältigen. Aber der Einsatz von Gabi Terschlüsen ging schon sehr bald über das Berufliche hinaus. Auch sie ist mit vollem Herzen dabei.

„Die Corona-Pandemie hat unsere Arbeit nicht einfacher gemacht“, sagt sie im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger, doch zeige sich ein Silberstreif am Horizont. Die auch in unserer Stadt erfreuliche Entwicklung der Inzidenzzahlen geben Hoffnung, bald wieder mit einigen Aktivitäten starten zu können. Die „Vereins-Vize“ erinnert etwa an Elternabende im Spielzimmer der Kinderonkologie der Uniklinik Essen, die vor Corona alle 14 Tage stattfanden. Dort waren dann die Kinder und ihre Eltern zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen, um eun wenig vom Krankenhausalltag abzulenken.

Kinder im Krankenhaus bräuchten halt immer Unterstützung und Aufmerksamkeit. Die vielen Untersuchungen, Schmerzen, Chemotherapie könne man nicht einfach „wegstecken“. Hinzu kämen ein Auf und Ab der Diagnose und eine Verunsicherung auch der Eltern und Geschwister. Durch kleine Aktivitäten versuchen Mitglieder des Vereins deshalb, durch den Lebensmut der Kinder zu fördern und ihnen Perspektiven zu geben und Herzenswünsche zu erfüllen. Gabi Terschlüsen nennt da etwa einen Besuch auf Schalke, ein langersehntes Spiel spielen oder einen kleinen Urlaub.

Trotz Corona
ging Vieles weiter

„Eigentlich“, so sagt sie ein bisschen wehmütig, „wollten wir ja in diesem Frühjahr unser Vereinsjubliäum groß feiern. Und dem Ausfall des traditionellen Sommerfestes im vergangenen Jahr im Vereinsgarten, dem Engelsgarten, kann das auch diesmal nicht so stattfinden, wie wir das erhofft hatten. Aber entmutigen lassen wir uns nicht.“ Vieles zur Unterstützung im Alltag und zur Stärkung Kinder ging und geht aber weiter.

An diesem Wochenende, Samstag und Sonntag, 26. und 27. Juni, findet zudem eine Typisierungsaktion in Zusammenarbeit mit der Uni Düsseldorf statt. Jeweils von 12 bis 18 Uhr kann man sich an beiden Tagen im Vereinsgarten an der Wilhelmstraße in Sterkrade, gegenüber Haus Nr. 97, kostenlos typisieren lassen, natürlich unter Einhaltung der entsprechenden Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften.

INFO

Mehr Informationen zur Typisierungsaktion oder zur Arbeit des Verein „Weg der Hoffnung“ gibt es auf der Homepage www.wegderhoffnung.org. Dort finden Interessierte auch entsprechende Rufnummern, Kontaktmöglichkeiten und die Büro-Öffnungszeit. Auch Hinweise, wie man den Verein finanziell oder ideell zu unterstützen kann, gibt es dort.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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