EKO kooperiert mit Jugendbegegnung Multi
Ein Krankenhaus in der moldawischen Stadt Drochia bekommt Unterstützung

So sieht es aus, wenn Konferenzen auf Distanz abgehalten werden. Man trifft sich online. Foto: Stadt Oberhausen
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Das Evangelische Krankenhaus Oberhausen (EKO) und die MULTI, die internationale Jugendbegegnung der Stadt Oberhausen, kooperieren seit einigen Monaten miteinander und haben einen Austausch mit einem Krankenhaus in Moldawien initiiert.

Unter anderem teilen Ärzte und Pflegekräfte des EKO per Videokonferenz ihre Erfahrungen und ihr Wissen über die Covid19-Erkrankung mit den moldawischen Kollegen.
Moldawien wird aktuell besonders schwer von der Covid19-Pandemie getroffen. Ein schlecht ausgebautes Gesundheitssystem, der Mangel an modernem medizinischen Equipment und fehlende Strukturen zur Bewältigung pandemischer Lagen sorgen dafür, dass die Krankenhäuser im Land am Rande des Kollapses stehen. Die Oberhausener Jugendbegegnung MULTI steht trotz des aktuell ausgesetzten Austauschs das ganze Jahr über eng mit dem moldawischen Partner, der Stadt Drochia im Norden des Landes, in Kontakt. Als die Bundesregierung im Herbst 2020 Mittel für pandemiebezogene Unterstützungsprogramme freigab, fragten die MULTI-Organisatoren beim EKO an, ob man sich dort eine Kooperation zur Unterstützung des Bezirkskrankenhauses in Drochia vorstellen könne.
Gleich mehrere Mitarbeiterinnen des EKO ließen sich nicht lange bitten: Anästhesistin Johanna Coenen, Unfallchirurgin Maryna Shtern, Elke Jendrian,Teamleitung Nachtdienst, Ambulanzschwester Christin Scholz und Kinderchirurgin Katharina Kleine waren trotz ihrer aktuell ohnehin hohen Arbeitsbelastung dazu bereit, nach ihrem regulären Dienst noch am Projekt mitzuwirken. Vom Krankenhaus „Nicolae Testemitanu“ in Drochia nehmen zehn Mediziner am Projekt teil.
Unter Moderation des Koordinators der MULTI tauschten sich die Experten in bislang zwei Videokonferenzen intensiv über ihre Erfahrungen im Kampf gegen die Pandemie aus. Sie diskutierten alltägliche Probleme im Umgang mit dem Virus, Behandlungsmethoden und Erkenntnisse, die sie im Laufe der Zeit gewonnen haben. Dabei stimmte die zwischenmenschliche Chemie von Beginn an: „Ich war erstaunt, wie flüssig die Gespräche trotz Dolmetscherin von Beginn an liefen“, zeigte sich Elke Jendrian erfreut. Und auch inhaltlich waren die Oberhausener Expertinnen positiv angetan: „Die Berichterstattung in den Medien ist zum Großteil auf Deutschland und unsere Probleme in der Pandemie fokussiert. Da vergisst man schnell, dass viele andere Länder in der Corona-Krise mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Durch den Austausch können wir mit unserer Erfahrung helfen und gleichzeitig neue Perspektiven gewinnen“ beschreibt Johanna Coenen ihre Eindrücke.
Die moldawischen Mediziner wissen diese Möglichkeit des Austauschs zu schätzen. Der stellvertretende Krankenhausleiter Nicolae Rusu nahm an der zweiten Videokonferenz sogar in seiner ersten freien Woche seit langem teil: „Der erste Austausch war so interessant und wertvoll für uns, dass ich mir die Fortsetzung auf keinen Fall entgehen lassen wollte.“
Neben dem fachlichen Austausch konnten über die Projektmittel zudem einige wichtige Ausrüstungsgegenstände für das Krankenhaus in Drochia angeschafft werden. Mehrere neue Überwachungsmonitore sowie Geräte zur Blutgasanalyse stehen dem Team vor Ort nun zusätzlich zur Verfügung. Und beide Seiten sind sich einig: Der Austausch soll im Jahresverlauf unbedingt fortgesetzt werden. Hintergrund-Info: Der Distrikt Drochia verfügt lediglich über ein öffentliches Krankenhaus, das Distriktkrankenhaus „Nicolae Testemitanu“. In diesem arbeiten rund 400 Menschen. Es ist zuständig für die Versorgung von 87.000 Menschen, die sowohl in der Stadt Drochia als auch in den zahlreichen umliegenden Dörfern leben. Jährlich werden dort rund 11.700 Patienten behandelt.

Autor:

Karin Dubbert aus Oberhausen

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