Oer-Erkenschwick: Busby Berkely - Ein fast vergessener Regisseur?

Ein kurzweiliger Abend mit viel Musik und Tanz aus der Jugendzeit des Kinos.
  • Ein kurzweiliger Abend mit viel Musik und Tanz aus der Jugendzeit des Kinos.
  • Foto: Hanning Hraban/pixelio.de
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Berkeley Williams Enos wurde 1895 in einer Theaterfamilie in Los Angeles, Kalifornien, geboren, bekannt wurde er aber unter dem auffälligen Namen „Busby Berkeley“.
Obwohl er keine formelle Tanzausbildung hatte und seine erste Beschäftigung mit Choreografie die Organisation von Marschübungen während des Ersten Weltkriegs war, revolutionierte er doch das Filmmusical.
Anfang der 1930er Jahre handelte es sich bei Filmmusicals in der Regel um sklavische Aufnahmen von Broadway-Erfolgen, die direkt aufgenommen wurden. Berkeley „befreite“ die Kameras, die zu dieser Zeit noch große, klobige Kästen waren und ließ diese stattdessen „tanzen“. Er schuf Tanznummern, die zu großformatig waren, als dass man sie in einem Broadway-Theater hätte unterbringen können. Berkeley war wohl der erste Regisseur, der wirklich klar verstand, dass filmische Choreografie ein Tanz zwischen der Kamera und dem Motiv ist. Einer der bestimmenden Aspekte von Berkeleys Tanzstil sind schöne Frauen, die in spärlichen Outfits tanzen, die ihre Beine und den ach so skandalösen Bauchnabel zeigen. Berkeley war nicht nur einer der großen Filmvisionäre, sondern auch einer der großen Filmvoyeure. Er fand eine visuelle Sprache aus Glanz, Strumpfband und Glitzer.
Seine Choreografie bot eine einzigartige Fluchtmöglichkeit aus der Anfang der 1930er Jahre in Amerika herrschenden Wirtschaftsdepression, was auch später im Vietnamkrieg seinen Geschichten eine neue Blüte bescherte. Seine Geschichten waren überraschend oberflächlich, immer humorvoll und manchmal auch dumm, aber sie waren eine große Ablenkung vom Schrecken des wirklichen Lebens.
Dr. Anne-Marie Liethen studiert derzeit Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft und möchte in einem Vortrag den nicht immer unumstrittenen Regisseur näher bringen. Neben Ausschnitten aus seinen Filmen werden die gesellschaftlichen und technischen Hintergründe der Filmentstehung angesprochen. Klatsch und Tratsch über den Regisseur kommen dabei natürlich ebenfalls nicht zu kurz und bieten einen kurzweiliger Abend mit viel Musik und Tanz aus der Jugendzeit des Kinos.
Eingeladen zu dieser Veranstaltung am Freitag, 9. August, sind alle Interessierten. Beginn ist um 19.30 Uhr im Heimatmuseum Oer, Haardstraße 32. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Autor:

Lokalkompass Ostvest aus Datteln

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