Echter Typ macht ehrliche Musik - Heimspiel für „Sebel“ am 23. März im Moondock

Sebastian Niehoff in der Küche seiner WG über der Diskothek Moondock. Foto: Martin Meyer
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Ehrlich, handgemacht, authentisch - so sieht Sebastian Niehoff alias „Sebel“ seine Musik. Der Deutsch-Rocker aus Recklinghausen will sich nicht verbiegen lassen und seiner Sache treu bleiben. Damit geht der Musiker allerdings einen schwierigen Weg.

„Ich bin immer noch bereit zu kämpfen“, sagt Sebastian Niehoff. Bis heute hat der Musiker, der in Wanne-Eickel aufgewachsen ist, immer wieder Rückschläge erlebt. „Schon als ich mit 14 Jahren angefangen habe Musik zu machen, wollte ich nicht hitig oder angesagt sein. Meine damaligen Band ´Kiosk´wollte ehrliche Musik von echten Typen machen, die nicht von der Musik-Industrie erfunden wurden“, sagt der 32-jährige, der sich einfach „Sebel“ nennt.

Das Ziel, mit Musik abseits des Mainstreams Erfolg zu haben, ist allerdings nicht leicht zu erreichen. „Damals gab es noch richtige Konzerte und Festivals. Die Leute strömten ins AKZ, in die Altstadtschmiede oder zum Newcomer-Festival ins Bürgerhaus. Heute wissen viele Leute gute Live-Musik einfach nicht mehr zu schätzen“, meint „Sebel“, der neben der Musik als Werbefotograf arbeitet. Für diese Musik sei es im Ruhrgebiet und gerade in Recklinghausen schwierig.

Doch Sebastian Niehoff möchte sich treu zu bleiben: „Ich hab keinen Bock darauf, mich verbiegen zu lassen.“ Und der Erfolg scheint ihm recht zu geben. So langsam ernte er die Früchte, die er vor 15 Jahren gesät habe. Zwar hat sich seine damalige Band nie aufgelöst, dennoch gingen Sebastian Niehoff und seine beiden Mitstreiter Marcel Sander und Fabian Chmielewski irgendwann eigene Weg. „Ich hatte schon immer Lust am Lieder-Schreiben. Es wurde Zeit, das ganze Zeug mal aufzunehmen“, sagt der Musiker. So entstand vor zwölf Jahren das, wie er es selbst nennt, „Projekt Sebel“.

Der Erfolg sollte sich allerdings erst später einstellen. Sebastian Niehoff schob „Sebel“ an die Seite, weil er andere Bandprojekte hatte und anfing, Jazz-Piano zu studieren. In dieser Zeit schnupperte er auch in den Rock´n´Roll und hatte ein „freies Leben“. Er tourte mit einer Beatles-Cover-Band durch ganz Deutschland und lernte unter anderem den Hamburger Musiker Stefan Stoppok kennen. Sebastian Niehoff wurde Mitglied in dessen Band und erlebte eine „großartige Zeit“. Durch einen Zufall traf Sebastian Niehoff, der in dieser Zeit mit der Recklinghäuser Punk-Rock-Band „Heartbreak Motel“ Musik machte, später auf den Musikproduzenten Claus Grapke. „In dieser Zeit habe ich mich daran erinnert, dass es auch noch das ´Projekt Sebel´gibt“, so der Musiker. Drei Jahre später entstand sein erstes Album „Wie deutsch kann man“, dass 2012 veröffentlicht wurde.

Schon mit „Kiosk“ wollte der Musiker Statements abliefern. Deshalb entschied man sich auf Deutsch zu singen, was er als „Sebel“ bis heute macht. „Ich möchte so singen, wie ich spreche. Ich bin ein Typ aus dem Ruhrpott, auch wenn ich damit nicht hausieren gehe“, stellt „Sebel“ klar. Der Musiker fühlt eine starke Verbundenheit zu seiner Heimat, was sich auch in seiner gleichnamigen Single widerspiegelt. Trotz aller Widerstände und Schwierigkeiten im Ruhrgebiet und in Recklinghausen ist Sebastian Niehoff, obwohl er, wie er sagt, immer mit sich haderte, nie den „feigen Weg gegangen und nach Berlin oder Hamburg gezogen, wo es für Kreative deutlich einfacher ist“.

Die Menschen in seinem Umfeld, vor allem seine Wohngemeinschaft über der Diskothek Moondock sind ihm sehr wichtig. „Sebel“: „Der Schlag von Menschen und mein Freundeskreis halten mich hier. Ich möchte in Recklinghausen und in unserem Haus eine kreative Keimzelle aufbauen. Gemeinsam wollen wir gegen die Widerstände kämpfen. Ich möchte eine normale Karriere als Musiker haben, eine Platte nach der anderen und eine Tour nach der nächsten machen. Doch leider sind die Menschen schwer zu bewegen.“

Der Weg sei sein Ziel, sagt Niehoff. So tourte er zuletzt entweder solo oder mit Band unter anderem mit Alex Clare, Thomas Godoj, Sportfreunde Stiller, Luxuslärm oder spielte neben Iggy Pop und Deichkind beim „Greenville-Festival“ in Berlin. Für Videodrehs reiste er unter anderem in die USA. „Es ist toll, die Welt kennen zu lernen und das Adrenalin nach Auftritten zu spüren. Es macht unglaublichen Spaß, Menschen mit seiner zu unterhalten und zu berühren.“

Deshalb ist es für „Sebel“ etwas ganz besonderes am Samstag, 23. März (Anlass 19 Uhr, Karten 8 Euro an der Abendkasse), im Moondock zu spielen. „Das Moondock ist quasi das Wohnzimmer der WG. Hier kann ich mich austoben.“ Bei dem Auftritt in der Disco hat Sebastian Niehoff Heimvorteil. Schließlich probt er seine Lieder eine Etage tiefer - im Keller unter dem Moondock.

Autor:

Martin Meyer aus Datteln

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