Verspielt der BVB die Champions League und steigt der HSV direkt ab?

Anzeige
Dem BVB gehen ausgerechnet vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim die Abwehrspieler aus. Sowohl Sokratis (am Ball) als auch Ömer Toprak (r.) werden fehlen. Erstgenannter wegen einer Sperre, Letzterer wegen einer Verletzung. (Foto: Stephan Schütze)

Die Saison 2018/2019 biegt auf ihre Zielgerade ein. Dabei beschäftigen die Mehrheit vor allem noch zwei Fragen: Wer zieht in die Champions League ein und wer steigt direkt ab? In den Fragen sind Borussia Dortmund und der VfL Wolfsburg in der Pole Position.

Doch der Schein trügt beim BVB, der zwar Tabellendritter ist, am Samstag aber beim Tabellenvierten TSG Hoffenheim, der drei Zähler hinter Dortmund steht, antreten muss. Verliert Dortmund mit drei Toren Differenz und gewinnt Bayer Leverkusen, das punktgleich hinter der TSG steht, parallel mit vier Toren Differenz sein Heimspiel gegen Hannover 96, müssen die Schwarz-Gelben sowohl die TSG als auch die Bayer-Elf vorbeiziehen lassen und würden als Tabellenfünfter „nur“ in der Europa statt in der Champions League spielen. Wer die torhungrigen Hoffenheimer und die Formschwankungen der Dortmunder in dieser Saison kennt, der weiß, dass die Rechnungen nicht völlig abwegig sind. Die Borussia könnte durch allem einen Strich machen, indem sie selbst mindestens einen Punkt ergattert. Dann geht für Hoffenheim das Zittern los.

RB Leipzig könnte der große Gewinner werden

Großer Profiteur könnte aber auch noch RB Leipzig werden, das derzeit noch auf Rang sechs steht, aber nur zwei Zähler Rückstand auf Platz vier hat. Verlieren Hoffenheim und Leverkusen und Leipzig gewinnt parallel in Berlin, zieht der Vorjahreszweite noch in die Champions League ein. Verliert hingegen RB Leipzig in der Hauptstadt und Frankfurt gewinnt auf Schalke, müssten die Leipziger sogar noch um den Einzug in die Europa League zittern.

Die Frage ist: Wie sehr sinnt der S04 auf Revanche, wie es Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic unter der Woche erklärte? Vor knapp einem Monat gewann schließlich die Eintracht das Halbfinale im DFB-Pokal bei den Königsblauen mit 1:0 und verhinderte somit die nahezu perfekte Saison der Schalker. Für die geht es aus sportlicher Sicht nur noch um die berühmt berüchtigte „Goldene Ananas“, da Platz zwei selbst bei einer Niederlage nicht abgegeben werden müsste. Doch die „offene Rechnung“, wie Schalker Spieler unter der Woche anmerkten, dürfte eine große Motivation sein, das letzte Heimspiel der Saison mit voller Energie anzugehen.

HSV muss gewinnen - und auf Schützenhilfe hoffen

Nicht einen Deut weniger darf der Hamburger SV investieren. Die Hanseaten stehen - mal wieder - vor dem ersten Bundesliga-Abstieg. In den vergangenen Jahren konnte der HSV sich immer in letzter Sekunde retten. Mal nach dem 34. Spieltag, mal in der darauffolgenden Relegation. Vor dem jetzigen Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach ist klar: Direkt retten können sich die Hamburger nicht mehr. Doch der Sprung auf den Relegationsplatz 16 ist rechnerisch noch möglich. Dafür bedarf es aber Schützenhilfe. Denn: Selbst, wenn Hamburg sein Heimspiel gegen die Borussia gewinnen sollte, muss der VfL Wolfsburg parallel gegen den bereits abgestiegenen Tabellenletzten 1. FC Köln daheim verlieren! Würden die „Wölfe“ auch nur einen Zähler ergattern, müsste der HSV mit zehn Toren Differenz gegen Gladbach gewinnen. Ein unrealistisches Unterfangen.


Kurios: Gewinnt der VfL Wolfsburg, der derzeit auf Rang 16 steht und zwei Punkte Vorsprung vor den Hamburgern hat, sein Heimspiel, ist sogar der direkte Klassenerhalt noch möglich! Denn: Der Tabellen-15. SC Freiburg steht zwar drei Zähler vor den „Wölfen“, hat aber das minimal schlechtere Torverhältnis. Würden die Freiburger ihr Heimspiel gegen den FC Augsburg also verlieren, beginnt auch im Breisgau noch einmal das große Zittern.

Welcher Bundesligist am Ende in die Relegation einziehen wird: Der Gegner steht mit Holstein Kiel bereits seit einer Woche fest. Die „Störche“, die erst vor einem Jahr in die 2. Liga aufgestiegen waren und vom baldigen Köln-Trainer Markus Anfang nun sogar vom Durchmarsch träumen dürfen, können am 34. Spieltag weder auf Platz zwei klettern noch auf Platz vier abrutschen. Die Aufstiegsfrage ist also bereits geklärt. Ebenso, wie die Spielzeit für die Revier-Klubs im Unterhaus endet.

Ruhiger letzter Spieltag für Revierklubs der 2. Liga

Die Fortuna aus Düsseldorf wird aufsteigen. Mit einem Sieg beim Mit-Aufsteiger und derzeitigen Tabellenführer Nürnberg könnten die Düsseldorfer sogar noch als Tabellenerster die Ziellinie überqueren. Der VfL Bochum und der MSV Duisburg haben nach einer turbulenten Saison den Klassenerhalt eingetütet und werden einen einstelligen Tabellenplatz belegen. Die einzige Frage, die die Experten noch beschäftigt, ist: Wer steigt aus der 2. Liga ab?

Derzeit steht nur der 1. FC Kaiserslautern als Absteiger fest. 20 Jahre nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Damals gelang es den „Roten Teufeln“ als Aufsteiger. Das gelang vorher und seitdem nie einem anderem Klub. Nun steht der „Betzenberg“ vor einer ungewissen Zukunft.

Wer begleitet den FCK in die 3. Liga? Die schlechtesten Karten hat aktuell Greuther Fürth als Tabellenvorletzter. Punktgleich davor steht Eintracht Braunschweig auf dem Relegationsrang 16. Ein Punkt vor diesem Duo stehen Erzgebirge Aue (15.) und der SV Darmstadt (14.), die direkt aufeinandertreffen! Selbst der Tabellen-13. Dynamo Dresden könnte noch auf den Relegationsplatz abrutschen. Dafür bedarf es aber schon viele Rechnungen: So müsste Dynamo daheim gegen Union Berlin (9.) verlieren, Braunschweig müsste in Kiel genauso wie Fürth in Heidenheim (12.) gewinnen und zwischen Darmstadt und Aue müsste es einen Gewinner geben.

Da kann man schon fast von Glück reden, dass die „Steilpass“-Tipper das alles nicht auch tippen müssen!
1
Einem Mitglied gefällt das:
1 Kommentar
664
Uwe Schönberger aus Gelsenkirchen | 11.05.2018 | 21:58  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.