TC-Vereinsheim in Ratingen:
Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

Das abgebrannte Vereinsheim des Tc Grün-Weiß Ratingen: Wahrscheinlich wurde hier gezündelt.
  • Das abgebrannte Vereinsheim des Tc Grün-Weiß Ratingen: Wahrscheinlich wurde hier gezündelt.
  • Foto: Feuerwehr Ratingen
  • hochgeladen von Martin Poche

Wie berichtet ist das Vereinsheim des Tennisclubs Grün-Weiß Ratingen am Montagmorgen komplett abgebrannt. Stundenlang waren 80 Einsatzkräfte am Götschenbeck im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Seit gestern (5. August) besteht der Verdacht, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. Die Polizei ermittelte auf dem Gelände und setzte einen Brandmittelspürhund ein, der auch anschlug. Dies teilte die Pressestelle in Mettmann auf Anfrage der Wochenblatt-Redaktion mit. Die Feuerwehr wiederum weist die Anmerkungen eines Anwohners zu Problemen bei der Wasserversorgung am Einsatzort zurück.

Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte um 2.30 Uhr. Bereits auf der Anfahrt konnten die ersten ausrückenden Kräfte am Götschenbeck eine starke Flammen- und Rauchentwicklung erkennen, woraufhin direkt die Alarmstufe erhöht wurde. Beim Eintreffen stand das Vereinsheim des TC Grün-Weiß im Vollbrand. Umgehend wurde versucht, ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude zu verhindern.

Wörtlich heißt es in der Pressemittelung der Feuerwehr: "Eine zusätzliche Herausforderung stellte aufgrund der örtlichen Begebenheiten die Wasserversorgung dar, die über eine lange Wegstrecke von einem nahe gelegenen Teich sichergestellt wurde." Nachbar Felix Gorris hat die Sache mit den "örtlichen Gegebenheiten" so erlebt, wie er in einem Schreiben an die Wochenblatt-Redaktion dargelegt hat: "Bei den herbeigeeilten Anwohnern entstand (zu Beginn der Löscharbeiten, Anm. d. Red.) der Eindruck, dass relativ wenig Wasser ins Feuer kam. Augenscheinlich kam dieses nur aus dem Tankwagen. Ein offensichtlich etwas suchender Feuerwehrmann wurde von einem Anwohner gefragt, was er denn suche? Dieser antwortete: "Wasser!" Der Anwohner teilte dem Feuerwehrmann nun mit, dass es im Wald einen Teich gebe, welcher genug davon enthielte.

Mit Pumpe Teich "angezapft"

Daraufhin wurde eine Pumpe zum Teich transportiert, aufwändig ein langer Schlauch verlegt und so bekamen die Feuerwehrleute am Brandherd endlich ausreichend Wasser. Bis dahin brannte das Feuer natürlich kräftig und kaum gehindert weiter. Am nächsten Morgen stellte sich dann heraus, dass der Feuerlöschwasserhydrant - welcher zehn Meter vom Brandherd entfernt steht - kein Wasser in der Zuleitung hat! .

Neben dem Feuerlöschhydranten befindet sich außerdem in der Fahrbahn ein Zugang zur Trinkwasserversorgungsleitung mit einem Anschluss für einen Löschwasserhydranten. Dieser Anschluss konnte in der Brandnacht nicht geöffnet werden, da ein Feuerlöschfahrzeug darauf stand. Wenn nicht, hätte das auch nichts genutzt, da der notwendige Schieber nicht zu öffnen war.
Festgestellt hat man das am Morgen danach. Nachdem man einen Hydranten angeschraubt hatte, konnten selbst drei kräftige Feuerwehrleute den notwendigen Schieber nicht öffnen. Also auch kein Wasser. Eine dritte mögliche Zapfstelle war in den Plänen nicht eingezeichnet. Wurde deshalb nicht gesucht und nicht gefunden."

Felix Gorris lobt ausdrücklich, dass die Einsatzkräfte "ihren Auftrag gewissenhaft und mit viel Einsatz erledigt" haben und dankt ihnen dafür. Die zuständigen Behörden, die für die drei in unmittelbarer Nähe des Brandherds vorhandenen möglichen Löschwasser-Anschlussstellen zuständig sind, müssten sich jedoch "Fragen gefallen lassen", denn: "Man mag sich nicht die gleiche Situation an einem mehrgeschossigen, bewohnten Mehrfamilienhaus vorstellen."

10.000 Liter Wasser am Einsatzort

Joachim Herbrand von der Feuerwehr Ratingen, der den Einsatz leitete, kann diese Darstellung nicht bestätigen: "Wir haben unmittelbar nach dem Eintreffen mit dem Löschen begonnen. In den Tanks unserer Fahrzeuge befanden sich 10.000 Liter Wasser." Daher sei das Einsatzziel von Vornherein nicht gefährdet gewesen.

Richtig sei, dass ein Vorschieber nicht entdeckt werden konnte, da er mit Erdreich bedeckt war. Ein weitere Hydrant war defekt. "Nur zehn Meter weiter, also in unmittelbarer Nähe der Einsatzstelle, gab es aber eine weitere dritte Entnahmestelle für Wasser, die wir genutzt haben." Etwa gleichzeitig hätten ein Anwohner und ein Feuerwehrmann die Idee gehabt, zusätzlich den nahe liegenden Teich zu nutzen, was auch geschehen sei. "Das ist aber kein Löschwasserteich, daher musste wir einen hohen Aufwand betreiben", sagt Joachim Herbrand. Er verweist darauf, dass der Brandort in einem Außenbereich liegt, was für die Feuerwehr einige Erschwernisse mit sich bringe. Vor diesem Hintergrund sei am Ablauf des Einsatzes nichts auszusetzen.

Wichtig: Da wegen Brandstiftung ermittelt wird, bittet die Polizei unter Telefon 02102/99816210 um Zeugenhinweise.

Autor:

Martin Poche aus Düsseldorf

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