Neuer starker Mann der Ratinger Liberalen
FDP-Spitze tritt zurück, Team Sondermann tritt an

Dr. Markus Sondermann (links) bei der Kandidatenvorstellung am Dienstag mit seinen Parteifreunden Manfred Kleinen, Hannelore Hannig, Jürgen Stuers und Christian Lang (v.l.n.r.).
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  • Dr. Markus Sondermann (links) bei der Kandidatenvorstellung am Dienstag mit seinen Parteifreunden Manfred Kleinen, Hannelore Hannig, Jürgen Stuers und Christian Lang (v.l.n.r.).
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Fünf unbesetzte Plätze im Parteivorstand und einen unerwarteten Bürgermeister-Kandidaten - das ist das überraschende Ergebnis der FDP-Wahlversammlung am vergangenen Wochenende. Während die anderen Ratinger Parteien bislang ihre Bürgermeister-Kandidaten in teilweise seltener Harmonie nominierten (wie zuletzt die Bündnis90/Grünen, siehe Bericht auf Seite 2), ging es bei den Liberalen am Samstag höchst kontrovers zu. Die Auseinandersetzungen gipfelten in einer Kampfabstimmung zwischen der bisherigen Parteivorsitzenden Dr. Tina Pannes und dem Rechtsanwalt Dr. Markus Sondermann um die Bürgermeister-Kandidatur.

Mit 60 Prozent der Stimmen behielt der neue starke Mann der Liberalen dabei die Oberhand. Auch die von Tina Pannes vorgeschlagenen Kandidaten konnten sich nicht durchsetzen. Nach sieben Jahren als Chefin der Ratinger Liberalen zog die Stadtverbandsvorsitzende am Sonntag aus den Niederlagen die Konsequenz und erklärte ihren Rücktritt. Ihr Stellvertreter Tim-Eric Jope und Schatzmeister Marcus Bohn sowie die Beisitzer Jens Baumhardt und Sebastian Reiff stellten ebenfalls ihre Ämter zur Verfügung.

"Kurswechsel kann ich nicht mitgehen"

Ihren Rückzug erklärte Pannes in einer kurzen Pressemitteilung damit, dass sie das Vertrauen der Mitglieder weder als Bürgermeisterkandidatin, noch als Spitzenkandidatin für die Ratswahl erhalten habe. Darüber hinaus sei „ein inhaltlicher und stilistischer Kurswechsel“ beschlossen worden, „den ich nicht mitgehen kann“, teilte die 37-Jährige mit.

Dass es einen inhaltlichen Kurswechsel gebe, dementierten Dr. Markus Sondermann und sein Team am Dienstag allerdings mehrfach. Es werde andere "Pointierungen" geben, aber keinen Kurswechsel. Einen anderen Stil, kündigte der neue Bürgermeister-Kandidat dagegen schon an, denn es sei der Führungsstil der ehemaligen Vorsitzenden gewesen, der bei der Parteibasis zu Unmut geführt habe, erklärte er.

Führungsstil führte zuletzt zu Unmut

So sei Pannes' scharfe Kritik an Bürgermeister Klaus Pesch im vergangenen Herbst nicht mit dem Vorstand im Vorfeld abgestimmt gewesen. Auch, dass sie sich auf dem FDP-Neujahrsempfang als Bürgermeister-Kandidatin präsentiert habe, sei ein Alleingang gewesen. "Damals war noch nicht einmal klar, ob die Partei überhaupt einen eigenen Kandidaten aufstellt", erklärte Vorstandsmitglied Christian Lang. Und Alexander Steffen, Chef der Jungliberalen, fügte hinzu, Pannes sei eine engagierte und sehr gute Vorsitzende gewesen, habe aber zum Schluss ihre Person über die Inhalte der Partei gestellt.

Manfred Kleinen erinnerte aber auch an die Erfolge der Parteivorsitzenden: So habe sie in ihrer siebenjährigen Amtszeit die Parteifinanzen konsolidiert und die Zahl der Mitglieder verdoppelt. Den Rücktritt des gesamten geschäftsführenden Vorstands bedauerte er, bezeichnete ihn aber auch als konsequent.

Sozietät unterstützt die Kandidatur

Denn nach der sozialliberalen Pannes tritt nun mit Sondermann ein Kandidat für die FDP an, der sich selbst als wirtschaftsliberal bezeichnet. Gerade, dass er nicht aus der Verwaltung komme, bezeichnete der Wirtschaftsanwalt als "Riesenvorteil" für das Amt des Bürgermeisters. Als Unternehmensberater habe er schon häufig Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitern begleitet, betonte er. Dabei habe er gelernt, so Sondermann, dass man eingefahrene Strukturen auch hinterfragen müsse.

Für den Fall, dass er nach der Kommunalwahl als Verwaltungschef ins Rathaus einzieht, hat er sich auch beruflich schon abgesichert: "Meine Rechtsanwalts-Sozietät unterstützt meine Kandidatur", versicherte er am Dienstag. Hinter ihm auf Platz 1 haben die 86 FDP-Mitglieder vergangenes Wochenende folgende Kandidaten für die Plätze zwei bis zwölf der Reserveliste nominiert:

2. Jürgen Stuers (Ratsmitglied), 3. Christian Lang (Ratsmitglied), 4. Manfred Kleinen (Sachkundiger Bürger), 5. Petra Steffen, 6. Norbert Frank (Mitglied BezA. Homberg), 7. Alexander Steffen, 8. Medina Sanani, 9. Christian Kubis, 10. Hans-Joachim Uhde ( Mitglied BeZA), 11. Dr. Stefan Dietrich und 12. Ewa Adena.

Dr. Markus Sondermann (links) bei der Kandidatenvorstellung am Dienstag mit seinen Parteifreunden Manfred Kleinen, Hannelore Hannig, Jürgen Stuers und Christian Lang (v.l.n.r.).
Tina Pannes ist als Stadtverbandsvorsitzende der Ratinger FDP zurückgetreten.
Autor:

Thomas Zimmermann aus Ratingen

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