Vortragsabend in Ratingen
Wann ist Angst krankhaft?

Die Ratinger Psychologin Marie Dietzel will Menschen helfen, die Angst vor der Angst zu verlieren.
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  • hochgeladen von Christian Schaffeld

Jeder von uns hatte es im Leben wohl schon öfter - das Gefühl von Angst. In den meisten Fällen ist Angst harmlos, manchmal ist sie sogar gut, da sie ein Schutzmechanismus des Körpers ist. "Wenn ich eine vierspurige Autobahn vor mir sehe, habe ich Angst dort rüber zu laufen. Stattdessen laufe ich bis zur nächsten Brücke. In dem Fall ist Angst haben genau richtig", weiß die Ratinger Psychologin Marie Dietzel.Doch es gibt auch Fälle, bei denen Angst nicht mehr normal, sondern krankhaft ist...

Denen will die 27-Jährige mit einem offenen Vortragsabend am kommenden Donnerstag, 17. Oktober, helfen. Die Veranstaltung startet um 17 Uhr im Sozial-Psychatrischen-Zentrum (SPZ) auf der Düsseldorfer Straße 36c und findet im Rahmen der "Woche der seelischen Gesundheit" statt.
Im Anschluss an einen etwa 30-minütigen Vortrag, in dem zuerst grundsätzliche Angstzustände vermittelt werden, bietet sich in gemütlicher Atmosphäre mit Essen und Getränken die Möglichkeit zu Austausch und Gespräch, um abschließend in einer gemeinsamen Diskussionsrunde die persönlichen Aspekte zu beleuchten, Fragen zu beantworten und sich gegenseitig Impulse zu geben. "Die Menschen sollen sehen, dass sie mit ihrer Angst nicht alleine sind", sagt Dietzel. Sie ergänzt: "Viele Menschen haben Angst, sich in psychologische Behandlung zu begeben." Willkommen sind aber auch Menschen, die sich einfach für das Thema interessieren.

Viele Fachkollegen haben sich angekündigt

Von denen scheint es einige zu geben. "Einige Fachkollegen haben sich bereits angemeldet", verrät SPZ-Geschäftsführerin Hendrikje Rannoch gegenüber dieser Redaktion. Anmeldung ist auch das richtige Stichwort. Um besser planen zu können, gerade was die Speisen und Getränke angeht, bittet das SPZ um eine Anmeldung unter Telefon 02102/929130 oder per E-Mail an m.dietzel@diakonie-kreis-mettmann.de.

"Nicht nur das Negative von Angst vermitteln"

"Uns ist die Veranstaltung so wichtig, weil wir nicht nur das Negative von Angst vermitteln wollen", sagt Dietzel. Neben dem Beispiel mit der Autobahn wird es um Fragen gehen, wie: Was ist Angst? Wie entsteht sie? Ab welchem Zeitpunkt ist sie krankhaft, und in welchen Situationen beeinträchtigt sie mich? Abschließend zeigt Dietzel den Teilnehmern die verschiedenen Behandlungsschritte auf.
Einen Therapieschritt betreut die junge Psychologin dabei selbst. "Der Vortrag ist nämlich der eigentliche Auftakt für die von mir geleitete Angstbewältigungsgruppe", erzählt Dietzel. Die Gruppe, die für sechs bis acht Personen angedacht ist, startet am 14. November und findet dann immer donnerstags in der Zeit von 17.30 bis 18.30 Uhr statt. "Wenn wir merken, dass es ein reges Interesse gibt, werden wir eine zweite Gruppe anbieten", verrät Dietzel.

Angebot benötigt keine Zugangsvoraussetzungen

Das Angebot ist für alle Interessierten offen und benötigt keine Zugangsvoraussetzungen.
Nach Zahlen des Ärzteblattes haben ein Drittel aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben mit psychiatrischen Problemen zu kämpfen. Das Problem der Gesellschaft: Niemand redet darüber. "Wir wollen den Menschen bei uns ein Gesicht geben. Sie sollen sich nicht aufgrund ihrer Probleme verstecken. Sie sind genau so ein Gesicht der Stadt, wie jeder andere auch", ermutigt Dietzel zur Teilnahme.

Beide Veranstaltungen sind kostenfrei

Das Angebot richtet sich auch an Personen, die im Moment auf einer Warteliste für einen Psychotherapieplatz stehen, aber schon jetzt jemanden zum Sprechen suchen.
Sowohl der Vortragsabend, als auch die Therapiegruppe sind kostenfrei.

Über das Sozial-Psychologische-Zentrum (SPK):

-> Das Sozial-Psychologische-Zentrum (SPK) ist eine zentrale Anlaufstelle für Menschen mit seelischen Bedürfnissen oder Suchterscheinungen. Die Mitarbeiter arbeiten eng mit Psychologen zusammen und können somit eine individuelle Betruung anbieten.
-> Der Vorteil der Einrichtung ist, dass die Menschen nicht isoliert in einer Klinik oder Einrichtung leben müssen, sondern zu Sprechstunden ins Zentrum kommen können.
-> Weitere Informationen zu der Einrichtung und ihren Angeboten gibt es hier.

Autor:

Christian Schaffeld aus Oberhausen

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