LOTT-JONN-Initiative Kinder- und Jugendgesundheit
Kita-Kinder stärken über Bewegung ihre Persönlichkeit

Das Bild zeigt eine Szene aus der Praxisstunde, in der die Kinder das Material selbst wählen und Bewegungsanlässe selbst bauen und bespielen.
  • Das Bild zeigt eine Szene aus der Praxisstunde, in der die Kinder das Material selbst wählen und Bewegungsanlässe selbst bauen und bespielen.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Andrea Becker

Mettmann. Kinder sollten sich so viel wie möglich bewegen, im Kitaalter mindestens 180 Minuten pro Tag, so die nationalen Bewegungsempfehlungen. Leider haben Kinder heute immer weniger Möglichkeiten, sich frei zu bewegen. Die Folgen fallen bereits im Kindergartenalter auf. So misslingt vielen das Balancieren und Hüpfen sowie das Konzentrieren auf eine Sache. Auch das soziale Miteinander muss oft noch erlernt werden. Werden diese Kinder früh entsprechend gefördert, holen die meisten auf und entwickeln sich gut.

Seit inzwischen neun Jahren erreicht das Kreisgesundheitsamt Mettmann mit psychomotorischen Fördergruppen genau die Kinder, die keine Therapie benötigen, aber eine besondere Unterstützung brauchen. Speziell qualifizierte Kursleiter begleiten die Kinder und motivieren sie durch gezielte Bewegungsanlässe mehr Selbstvertrauen in das eigene Können zu gewinnen. „Entscheidend ist, dass wir bei dem ansetzen, was ein Kind bereits kann. Dabei ist das freie Spielen extrem wichtig,“ so Heide Förster, Koordinatorin der "LOTT-JONN-Initiative Kinder- und Jugendgesundheit" des Kreisgesundheitsamtes. Bewegung wirkt auf die sozial-emotionale und die motorische Entwicklung gleichermaßen. „Daher kommt der Begriff Psychomotorik, der oft missverstanden wird und erläutert werden muss“, so Heide Förster weiter.
Entscheidend für den Erfolg der Förderung von LOTT JONN ist vor allem das gute Zusammenspiel zwischen Erzieherinnen, Kursleitung, Eltern, Kinderärztin des Gesundheitsamtes, den Sportvereinen und LOTT JONN. So sind zum Beispiel die Kindergartenuntersuchungen des Gesundheitsamtes Dreh- und Angelpunkt der Maßnahme.

Freies Spielen

Im letzten Jahr wurde das Angebot in Langenfeld installiert. Hier endete gerade das Förderjahr wie in allen acht Fördergruppen im Kreis. Eva Michels, die Kursleitung der Sportgemeinschaft Langenfeld e. V. (SGL), zieht ein Fazit: „Die Kinder lernen hier nach einem vorsichtigen Anfang sehr schnell, Dinge auszuprobieren, Geräte selbst aufzubauen und auf verschiedene Weise zu benutzen. Das macht sie stolz und das zeigen sie auch gerne ihren Eltern. Dieser positive Effekt breitet sich auf weitere Fähigkeiten aus, zum Beispiel das selbständige Umziehen und im verbesserten Miteinanderspielen.“

Auch von den Eltern kommt viel positive Resonanz. Sie beobachten, mit welchem Spaß und Erfolgserlebnissen die Kinder jede Woche teilnehmen. „Frau Michels informiert uns über die Entwicklung unserer Kinder und gibt sehr wertvolle und einfache Alltagstipps, zum Beispiel viele Wege zu Fuß zu gehen. Es ist so wichtig, sich etwas mehr Zeit zu nehmen. Die Kinder entdecken dann selber, wie die Welt um sie herum funktioniert und bewegen sich automatisch dabei,“ berichtet eine Mutter begeistert. Darüber hinaus werden alle Kinder und Eltern motiviert, nach dem Ende des Förderjahres in einem Angebot des Sportvereins weiterzumachen.

Nach dem Sommer werden die Gruppen in acht Städten des Kreises Mettmann weitergeführt. Die Stadt Hilden kommt im Herbst neu dazu. Ziel ist es, das Angebot in allen zehn Städten im Kreis Mettmann zu etablieren und dass die aufgebauten Netzwerke in den Städten Schritt für Schritt eigenverantwortlich und nachhaltig arbeiten.

Autor:

Andrea Becker aus Essen-Borbeck

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