Neuer Aktenfund im Bistum Münster zu Pfarrer A.
Trotz Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs konnte der Priester weiter arbeiten

Der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings.
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  • hochgeladen von Michael Menzebach

Münster/Recklinghausen. Im Bistum Münster ist beim Umräumen im Bistumsarchiv eine bisher unbekannte Akte zu Pfarrer A. aufgetaucht. Der Priester des Erzbistums Köln war von 1973 bis 1988 im Bistum Münster im Einsatz. Er wurde zweimal rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern verurteilt.

Dennoch wirkte er über Jahrzehnte weiter als Priester im Erzbistum Köln sowie in den Bistümern Münster und Essen. Im vergangenen Dezember hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ihn aus dem Klerikerstand entlassen. Das Bistum Münster war bisher davon ausgegangen, dass es in seinen Unterlagen nahezu keine Akten zu Pfarrer A. gibt. Im Jahr 2019 war die Personalie von Pfarrer A. unter anderem durch das Bistum Münster öffentlich gemacht worden. Auf drei Veranstaltungen in Recklinghausen, Moers und Westerkappeln, den Einsatzorten von Pfarrer A. im Bistum Münster, hatten Vertreter des Bistums dazu Stellung bezogen. Dabei hatten sie immer wieder betont, dass die Aktenlage im Bistum Münster sehr dürftig sei. Zuletzt war diese Aussage im vergangenen Jahr auch noch im Zusammenhang mit Berichten aus dem Erzbistum Köln wiederholt worden.

Im Blick auf die nun gefundene Akte teilt der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings mit:
„Am vergangenen Freitagnachmittag, 15. Januar hat ein Mitarbeiter des Bistumsarchivs bei Umräumarbeiten vier bisher nicht verzeichnete Akten von Priestern gefunden. Eine der Akten betrifft den ehemaligen Priester A.. Der Mitarbeiter hat unmittelbar den Leiter des Bistumsarchivs, Dr. Heinz Mestrup, unterrichtet. Dieser hat seinerseits unverzüglich am Montagmorgen, 18. Januar, die Historiker der Universität Münster informiert, die den sexuellen Missbrauch im Bistum Münster in völliger Unabhängigkeit vom Bistum aufarbeiten. Die Bistumsverantwortlichen wurden durch Dr. Mestrup nicht vorab über den Aktenfund informiert. Ein Mitglied der Historikerkommission der Universität Münster hat die Akte am Dienstag, 19. Januar eingesehen; ich selbst erst am Tag danach. Eine Kopie der Akte ist am heutigen 22. Januar an das Erzbistum Köln gegangen, das wir heute vorab über den Aktenfund informiert haben. Da es sich um einen Priester des Erzbistums Köln handelt und die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch Pfarrer A. federführend dort aufgearbeitet wird, war es uns wichtig, das Material unmittelbar nach Köln zu übermitteln.“
Weiter betont Frings: „Es ist bedauerlich, dass wir diese Akte erst jetzt gefunden haben. Meine bisherigen Aussagen, dass es im Bistum Münster keine weiteren Unterlagen zu dem Fall gibt, entsprachen meinem bisherigen Kenntnisstand. Es zeigt sich nun, dass sie nicht richtig waren.“

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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