Recklinghäuser Pfarrer Hanno Rother spricht bei „kannste glauben“
"Ich bin Influencer für Gott"

„Kirchendude“ Hanno Rother, Pfarrer in Recklinghausen, spricht in der neuen Folge von „kannste glauben“ über die Digitalisierung in der katholischen Kirche.
  • „Kirchendude“ Hanno Rother, Pfarrer in Recklinghausen, spricht in der neuen Folge von „kannste glauben“ über die Digitalisierung in der katholischen Kirche.
  • Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann
  • hochgeladen von Ingrid Lücke

Fürbitten, die online zugeschickt werden, Kommentare zur Predigt per Chat, Tools, über die sich Gläubige beteiligen und so den Gottesdienst mitgestalten: Pfarrer Hanno Rother, im Internet auch bekannt als „kirchendude“, wünscht sich mehr Interaktivität bei Online-Liturgien.
„Mit diesen Rückkanälen, die es in der digitalen Welt automatisch gibt, kann ich eine Brücke zu den Mitfeiernden bauen. Leider werden diese Möglichkeiten von vielen noch nicht ausreichend genutzt“, bedauert er in der neuen Folge von „kannste glauben“, dem Podcast des Bistums Münster. Darin spricht er über die Digitalisierung in der katholischen Kirche.

Mehr als 2.000 Menschen folgen auf "Kirchendude"

Rother, dem mehr als 2.000 Menschen auf seinem Instagram-Kanal „kirchendude“ folgen, spricht sich für zentrale Bistumsstreamings aus, beispielsweise aus den Domkirchen, warnt aber davor, dass jede Pfarrei ihre eigenen Gottesdienste eins zu eins ins Internet überträgt. „Fernsehgottesdienste kann das ZDF einfach besser. Die Verantwortlichen dort haben professionelle Kameras und eine gute Tontechnik. Dagegen kann man nur abfallen.“ Weil die Mitfeiernden in der Regel anders vor ihrem Empfangsgerät säßen als in der Kirche, gelte es, die physische Entfernung zu überbrücken.
„Dieses Gefühl, als Gemeinschaft zusammen zu sein, gelingt nur über gemeinsames Kommunizieren“, ist er überzeugt.

Instagram, Facebook, Twitter, Youtube, Twitch

Der Pfarrer, der seit Mai 2020 die Pfarrei Liebfrauen in Recklinghausen leitet, ist auf verschiedenen Social-Media-Plattformen aktiv, darunter Instagram, Facebook, Twitter, Youtube und Twitch.
„Die sozialen Medien bieten uns als Kirche eine riesige Chance, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen“, betont Rother im Podcast „kannste glauben“. Nach einer halben Stunde hätten rund 600 Menschen seine Story bei Instagram angesehen. „Bis ich 600 Leute mit meiner Predigt erreicht habe, muss ich aber einige Sonntagsmessen halten“, zieht er den Vergleich.
Als „Influencer für Gott“ bezeichnet sich der Pfarrer in der digitalen Welt, „die nicht per se selbstverständlich kirchlich ist und von uns dominiert wird“. Rother ermutigt andere Kirchenmitarbeiter, auf den verschiedenen Kanälen präsent zu sein. „Wir brauchen dort Menschen, die sich ehrlich und echt und damit auch demütig und bescheiden geben“, sagt er,

"Menschen, die bereit sind, in den Austausch zu gehen."

„Menschen, die nicht nur die eine gültige Wahrheit parat haben, sondern die bereit sind, in den Austausch zu gehen.“ Auch mit kirchenkritischen Menschen, weiß Rother. „Deshalb muss ich sehr gut kommunizieren und auch sehr gut begründen können.“ Um das künftig noch weiter zu professionalisieren, hat er zum Januar den berufsbegleitenden Studiengang „Crossmediale Glaubenskommunikation“ an der Ruhr-Universität Bochum aufgenommen. „Wie schaffen wir es in der heutigen Welt über die unterschiedlichsten Medien unseren Glauben zu kommunizieren?“ Diese Frage stehe dabei im Mittelpunkt.

Autor:

Lokalkompass Recklinghausen aus Recklinghausen

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