25 Prozent der Stellen im Kreis Recklinghausen sind von der Digitalisierung betroffen
Kollege Computer übernimmt

Schaltraum statt Fließband: In Fabriken - wie hier der Lebensmittelindustrie - übernehmen Computer immer mehr Arbeiten. Aber durch die Digitalisierung entstehen auch neue Arbeitsplätze, sagt die Gewerkschaft NGG - wenn Firmen rechtzeitig auf die Qualifizierung der Beschäftigten setzen.
  • Schaltraum statt Fließband: In Fabriken - wie hier der Lebensmittelindustrie - übernehmen Computer immer mehr Arbeiten. Aber durch die Digitalisierung entstehen auch neue Arbeitsplätze, sagt die Gewerkschaft NGG - wenn Firmen rechtzeitig auf die Qualifizierung der Beschäftigten setzen.
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Der digitale Umbruch in der Arbeitswelt könnte im Kreis Recklinghausen tausende Jobs kosten.
Davor warnt die Gewerkschaft NGG und verweist auf eine Regionalstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Danach sind im Kreis Recklinghausen 25 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in hohem Maße durch die Digitalisierung bedroht.
Bei diesen Stellen könnten bereits heute mindestens 70 Prozent aller Tätigkeiten von computergesteuerten Maschinen erledigt werden. Grundsätzlich könne die Digitalisierung jedoch sowohl zur Aufwertung von Berufen führen als auch zu deren Abbau, so die Forscher.
Die NGG spricht von "alarmierenden Zahlen", warnt jedoch vor "Schwarzmalerei": "Vom Homeoffice bis zur Videokonferenz: Corona hat dem digitalen Wandel der Arbeitswelt einen zusätzlichen Schub gegeben. Ob Computer tatsächlich so viele Jobs ersetzen, das liegt auch an den Unternehmen und den Beschäftigten. Dort, wo Mitarbeiter für die digitale Zukunft fit gemacht werden, kann die Industrie 4.0 eine große Chance sein", sagt Adnan Kandemir, Gewerkschaftssekretär der NGG Ruhrgebiet.

Qualifikationsoffensive nötig

Nötig sei jedoch eine Qualifikationsoffensive. Wer seine Mitarbeiter jetzt nicht fortbilde, verschlafe die Veränderungen in der Arbeitswelt, so Kandemir. "Dabei sollten auch die Betriebsräte ein Wort mitreden. Sie wissen, wo der Bedarf in der Firma am größten ist."
Das zeige sich etwa an der Ernährungsindustrie - mit rund 3500 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Kreis Recklinghausen: "In der Branche kümmern sich Arbeitnehmervertreter seit Jahren darum, dass Automatisierung und Digitalisierung nicht zulasten der Mitarbeiter gehen. In der Pandemie handeln sie Regeln aus, damit die Heimarbeit etwa in Verwaltungsjobs die Menschen nicht rund um die Uhr belastet", erklärt Kandemir. Viele Beschäftigte, die früher am Fließband standen, arbeiteten heute in der Qualitätskontrolle. Und Lagerlogistiker bauten auf die Unterstützung von vernetzten Computern, die Zutaten automatisch dann bestellen, wenn sie zur Neige gehen.

Entwicklung hängt auch vom Verbraucher ab

Nach Angaben des IAB hat die Digitalisierung in den letzten Jahren deutlich an Fahrt gewonnen: Allein zwischen 2013 und 2016 stieg der Anteil der Arbeitsplätze, die potentiell zu einem Großteil durch Maschinen ersetzbar sind, bundesweit von 15 auf 25 Prozent. Berufe in der Fertigung sind demnach besonders betroffen.
Doch wie dramatisch die Folgen tatsächlich sind, das hängt laut IAB nicht nur von den Unternehmen und den Beschäftigten ab. "So wird es weiterhin Handwerks-Bäckereien geben, wenn Verbraucher ein handgebackenes Brot mehr wertschätzen als ein maschinell gefertigtes", schreiben die Forscher.

Autor:

Lokalkompass Kreis RE aus Recklinghausen

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