„Max macht mit“ - Stadtspiegel-Mitarbeiter trifft bei den Sportschützen ins Schwarze

Körperbeherrschung, ruhige Hände und volle Konzentration waren gefordert, als Stadtspiegel-Mitarbeiter Max Rolke bei den Sportschützen der BSG Hochlar das Luftgewehr anlegte. Foto: Krusebild
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  • Körperbeherrschung, ruhige Hände und volle Konzentration waren gefordert, als Stadtspiegel-Mitarbeiter Max Rolke bei den Sportschützen der BSG Hochlar das Luftgewehr anlegte. Foto: Krusebild
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Heute sind Konzentration, ruhige Hände und gute Augen gefragt. Mit Ausdauer, Muskelkraft und Schnelligkeit kann ich heute nichts erreichen. Ich bin bei den Sportschützen der BSG Hochlar 1860 und darf mit einem Luftgewehr schießen.

Wichtig ist dem Bataillonsschießwart Andreas Woywode vor allem, dass der Sport nichts mit Gewalt oder Aggressivität zu tun hat. Zu unrecht werden die Sportschützen argwöhnisch angesehen, wenn in den Nachrichten über eine Schießerei berichtet wird. „Was wir hier machen, ist Sport. Und nichts anderes. Es geht hier um Körperbeherrschung und absolute Konzentration. Wer rumballern will, ist bei uns falsch“, stellt der Schießwart der Bürgerschützengilde klar.

Die Waffen, mit denen hier geschossen wird, haben auch mit Gewehren, die zur Jagd verwendet werden, nicht mehr viel zu tun. „Wir schießen hier ausschließlich mit Luftdruckwaffen. Das ist die Basis der Sportschützen“, zeigt mir Andreas Woywode sein Gewehr. Diese Spezialanfertigung ist perfekt auf ihn eingestellt, sie hat ein Diopter, also eine Visiereinrichtung in seiner Sehstärke mit Farbfilter, eine einstellbare Schulterstütze und viele kleine Möglichkeiten, das Gewehr anzupassen.

„In den Lauf kommt als Geschoss ein 4,5 Millimeter großer Diabolo, der dann mit 175 Metern pro Sekunde das Gewehr verlässt. Wenn das Projektil jemanden trifft, kann das zu ernsthaften Verletzungen führen“, warnt mich der Schießwart. „Jetzt darfst du aber mal schießen“, lächelt er und drückt mir zunächst ein vereinseigenes Übungsgewehr in die Hand.

Der Schütze neben mir holt gerade die zehn Meter entfernte Zielscheibe per Knopfdruck zu sich heran und muss ausmessen, wie genau er die Zehn getroffen hat. Er sieht zufrieden aus. Fünf Mal hintereinander zehn Punkte. Beim Blick durch das Diopter wird mir klar, dass das eine beeindruckende Leistung ist. Ganz hinten, ganz klein im Ringkorn der Waffe ist ein schwarzer Punkt zu sehen. Dieser schwarze Punkt soll so mittig wie möglich im Ringkorn platziert sein, um die Zehn, einen kleinen weißen Punkt zu treffen. Der weiße Punkt selbst ist allerdings nicht sichtbar. „Das schaff’ ich doch nie!“, sage ich und denke daran, dass mir schon oft eine unruhige Hand nachgesagt wurde.
Meine Handschrift ist eine Katastrophe und an kleinen Aufgaben, die präzises Geschick mit den Händen erfordern, verzweifele ich regelmäßig.

Währenddessen fährt der Schütze neben mir erneut fünf Mal zehn Treffer ein.
Der Bataillonschießwart gibt mir noch ein paar Tipps: „Halb ausatmen, Zeit nehmen und auch nach dem Schuss noch die Spannung halten, sonst kann es sein, dass du den Schuss im letzten Moment doch noch verreißt.“

Ich hole also Luft, atme halb aus und versuche den schwarzen Punkt, der immer wieder links und rechts aus dem Ringkorn herausläuft, zu fixieren. Dann berühre ich den Abzug nur ganz leicht. Sofort löst sich ein Schuss. Er könnte überall gelandet sein. Ich kann nur raten, wo ich getroffen habe. Beim Heranholen der Scheibe dann aber eine Überraschung: „Du hast Talent! Knapp an der 9 vorbei“, meint der Schießwart. Ich kann es selbst nicht glauben, aber tatsächlich scheine ich gut geschossen zu haben. Auch die weiteren Schüsse finden das Ziel erstaunlicherweise äußerst präzise.

„Probier mal, mit meiner Waffe zu schießen“, meint Andreas Woywode und legt mir sein Sportgerät auf. Das ist einfacher zu laden, sein Diopter mit dem gelben Farbfilter blendet störende Lichteinflüsse aus. Ich ziele und merke, dass die Waffe ganz anders in der Hand liegt. Der Abzug lässt sich noch leichter ziehen. Konzentration - dann der Schuss.

Als ich die Zielscheibe heranhole, sehe ich, dass ich eine Zehn geschossen habe. Der kleine weiße Punkt in der Mitte ist weg. „Willkommen im Verein“, lacht Andreas Woywode. „Sehr gut, für die ersten Schüsse ist das schon erstaunlich.“ Nicht ohne Stolz verlasse ich den Verein. Schließlich habe ich jetzt meine Zielscheiben dabei, die zeigen, dass ich auch mal ein ruhiges Händchen beweisen kann, wenn es drauf ankommt. Interessenten finden weitere Informationen auf www.bsg-hochlar.de.

Fotos Krusebild

Autor:

Max Rolke aus Recklinghausen

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