Wer den Winter wagte zu stehlen // Eine Weihnachtsgeschichte...

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Wer den Winter wagte zu stehlen …


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Die Weihnachtszeit naht.Jeder kann es riechen. Jeder kann es sehen. Überall auf den Straßen siehst du angespannte Gesichter! Gesichter, die trotz allem ein Lächeln zeigen. Wenn die Dämmerung einfällt, erhellen die vielen bunten Lichter die winterkalte Dunkelheit und zaubern eine unbeschreibliche Harmonie und Ruhe. Schau Dir die Kinder an, wie Sie ihre Eltern mit ihren Lachen und großen Augen ansehen!

Es ist Winterzeit! Bitterkalte Tage mit frostiger, klarer Luft! Die Menschen frieren, aber sie sind voller Vorfreude. Manche wettern und schimpfen und hadern mit der kristallklaren Luft, der Triefnase, den kalten Füßen und andere fühlen den Winter in seiner besonderen Art und Weise. Auch diese Jahreszeit hat seine bezaubernde Seite.

Der kleine Junge nebenan rennt auf der Straße gerade auf und ab. Seine Mütze sitzt tief – zwei kleine Schlitze und eine frostrote Nase sind gerade sichtbar. Die Dämmerung bricht soeben ein. Julian schaut sich um. Seine Mutter hatte ihm eingeschärft, dass er nach Hause kommen müsse, sobald die Dunkelheit Einzug gehalten hat. Noch hat er Zeit, denkt er und konzentriert sich wieder auf die Blätter. Er hebt ein Blatt hoch und wirft es in die Luft und schaut, wie es sanft wie eine Feder landet. Er wählt immer ein Blatt..es muss ein großes sein! Ach, wie wunderbar wäre es – er stellt es sich gerade wieder vor – wie es wäre auf diesem Blatt zu stehen und die Welt von oben zu betrachten und hinab segeln zu können? Ja, genau wie der Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann, der auch zu ihm, Julian, kommen wird!

Er weiß es! Papa meinte zwar gestern mit strengem Blick, dass Julian ja nicht immer ein artiger Junge gewesen sei und sich hüten müsse, dass der Weihnachtsmann ihn in diesem Jahr vielleicht vergessen würde. Vielleicht würde er andere, bravere Jungs vorziehen.. Aber Julian glaubt ihm nicht. Der Weihnachtsmann kam bisher jedes Jahr und jedes Jahr drohte Vater ihm an, dass er nicht zu ihm kommen würde.

Julian schaut ganz angestrengt in den Himmel. Es wird dunkler. Seine Handschuhe wirbeln ein besonders großes Blatt in die Luft! Er holt kräftig aus. Er kann schon die Sterne sehen. Mist, denkt er. Er muss gleich nach Hause rennen. Sonst würde seine Mutter schimpfen! Aber er verspürt keine Lust. Er träumt vom Fliegen, von der Freiheit! Er kneift fest die Augen zu, ganz fest. Wie kleine Schlitze sind sie nur noch und die Lichter verschwimmen. Er sieht lediglich noch tausend Punkte von kleinen, minimalen Lichtern. Er beginnt sich zu drehen, immer schneller..die Arme hoch in die Luft geworfen. Immer schneller dreht er sich. Julian beginnt zu wanken, aber er merkt es nicht – er ist viel zu konzentriert in seinem Traum. Er lebt den Traum – Julian fliegt und die Welt unter ihm wird kleiner. Er sieht kleine Häuser, er schwebt immer höher. Immer höher und er nähert sich dem Mond. Dem Mond! Dort, wo der Mann lebt, der nachts auf die Kinder aufpasst. Seine Mutter erzählt ihm abends immer die Geschichte über dem Mann im Mond, der über alle Kinder wacht, die in ihrem Schlaf liegen. Sie zeigt ihm mit der Hand die Augen und Nase des Mannes und Julian kann sie sehen..Der Mondmann lächelt freundlich und schenkt ihm einen warmen Blick.Julian merkt dann immer, wie er ruhiger wird. Doch gerade merkt er nichts, er denkt auch nicht an den Mondmann. Er träumt vom Fliegen. Er schwebt nieder..er spürt weder die Kälte, noch sieht er seine Umgebung. Julian träumt. Immer mehr wird sein Traum zur Realität …

Er sieht nicht die Schattenmänner hinter sich. Sie haben schon eine Weile ihren Blick auf den kleinen Jungen gerichtet.Sie sind zu dritt! Sie verstehen sich blind! Sie werfen sich grimmige, aber abgesprochene Blicke zu! Sie sind geschickt worden, um den Menschen die Weihnachtszeit zu rauben. Es muss aufhören. Endlich! Die Menschen dürfen nicht länger Ihrer Illusion nachrennen, sie dürfen nicht länger über den kalten Winter lamentieren und sie sollen gefälligst verstehen, dass diese Zeiten Vergangenheit sind. Die Menschen sollen auch endlich im Schatten leben müssen.Dieser kleine Junge, der sich dreht und lächelt, wurde ausgesucht. Ausgesucht von den Menschen der Schattenwelt. Sie haben ihren Auftrag erhalten. Die Menschen ahnen nicht, wie sie, die Schattenmänner, ihnen den Winter und damit die Weihnachtszeit rauben werden. Es ist alles von langer Hand geplant. Die Tage werden aus jedem Kalender gestrichen werden – es wird diese Monate nicht mehr geben und die Menschen werden es nicht einmal bemerken. Es wird ausgelöscht werden.

Einfach ausgelöscht. Wie dumm doch die Menschen sind? Wie sie in ihre Welt voller Illusionen sich bewegen und sich jedes Jahr in den Weihnachtsstress stürzen! Das von den Menschen angesehene, wichtige Geld ausgeben. Für die Schattenmänner sind Menschen nicht zu verstehen in Ihrem Handeln, in Ihrer Art, wie sie ihr Leben gestalten! Menschen sind einfach dumm! Sie schauen auf den kleinen Jungen, wie er sich dreht und mit seinem Lächeln emporschaut. Er sieht sie nicht. Er spürt sie nicht. Sie müssen nur noch ganz kurz warten. Gleich ist die völlige Dunkelheit angebrochen. Erst dann können sie ihre Mission starten. Sie schauen sich an und denken: Die Menschen werden sich wundern … und dabei werden sie zu dumm sein es überhaupt zu bemerken. Die Schattenmänner verharren und verständigen sich lautlos. Man sieht, wie ein Auto durch die dunkle Straße fährt, ganz langsam. Julian wird ganz kurz dadurch abgelenkt und blickt dem Auto nach … Aber er ist nur Sekunden später wieder am Fliegen..er fliegt weiter..am Mondmann vorbei zu den Sternen. Sie leuchten, immer heller, immer näher kommen sie! Es ist ein so unglaubliches Gefühl
Ihm ist nicht kalt trotz der Minustemperaturen. Er bemerkt nicht, dass seine Nase läuft. Er spürt gar nichts mehr außer diese Freiheit des Fliegens.

Die drei Schattenmänner wissen in wenigen Minuten ist es endlich so weit. Es ist alles von langer Hand geplant. Ganz genau. Sie haben mehrere Monate überlegt, wie sie den Menschen ihren Winter rauben können. In der Schattenwelt kennen die Menschen keine Jahreszeiten. Dort gibt es nur Nächte, keine Tage! Die Zeit läuft immer gleich! Sie leben immer im Schatten ohne Licht..ihre Kinder kennen keine Sonne, sie kennen kein Licht, sie kennen keinen Schnee und fühlen keine Kälte. Sie kennen nur den Schatten..und als Ihnen jemand erzählte, dass es eine Welt gibt, wo es Tage gibt, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, waren sie sofort alle neugierig. Es gab Versammlungen! Das ganze Schattendorf traf sich. Der Schattenmann, der sich in der Menschenwelt verirrte, erzählte in lebendigen Worten und von unglaublicher Bewunderung über das Leben der Menschen, deren Jahreszeiten, deren Lichter, über Weihnachten, über Ihr Lachen, Ihre Hektik, ihren Stress. Nichts davon klang gleichgültig, nichts gleich …Sie wurden neugieriger! Es war alles ganz einfach. Viele Freiwillige meldeten sich und über eine lange Zeit wurde alles beobachtet, notiert. Jedes Detail, alles Gute, aber auch alles Schlechte. Und dann entstand der Entschluss. Wir, die Schattenmenschen werden den Menschen den Winter stehlen und Weihnachten. Ein Plan musste her …

Den Plan fanden sie! Es wurde lange diskutiert in der Schattenwelt. Aber man wusste nun, wie man den Menschen den Winter stiehlt. Der Junge ist der Schlüssel! Und er weiß es nicht, noch nicht. Niemand weiß es. Nur sie, die Schattenmenschen. Und sie, die drei Schattenmänner werden es ausführen. Sie haben die Ehre! Sie werden der Schattenwelt endlich die Abwechslung bringen. Ihre Kinder werden endlich auch das Lachen erleben.

Julian spürt plötzlich eine Kälte! Er ist auf einmal völlig raus aus seinem Traum. Er spürt etwas, aber er weiß nicht, was es ist. Es ist etwas, was er noch nie erlebt hat. Es ist eine Faust, die sich in seinem Körper zusammenballt. Seine Augen werden groß, am liebsten möchte er rennen. Ganz schnell, ganz furchtbar schnell. Einfach nach Hause. Er hat Angst. Er schaut sich um! Er sieht niemanden..er sieht nur die Straßenlaternen. Kein Mensch ist zu sehen. Sein schlechtes Gewissen meldet sich. Er muss nach Hause..Der Traum vom Fliegen, vom lachenden Mondmann alles ist vergessen. Aber was ist bloß mit seinen Füßen? Er kann sie nicht bewegen. Seine Hände auch nicht..er steht einfach nur da. Er spürt Panik, die in ihm hochsteigt. Sein Mund öffnet sich und er will schreien! Auch der Mund lässt sich nicht öffnen. Kein Laut ist möglich! Kein Schrei! Er schafft es nur nach innen zu schreien. Er strengt sich an und schafft keinen Fuß vom Boden zu heben! Plötzlich stehen sie vor ihm. Drei Männer – solche Männer hat er noch nie gesehen. Sie tragen graue Mäntel, ganz lang! Sie sind so blass, wie er noch niemals einen Menschen zuvor gesehen hat. Sie schauen ihn aus blassgrauen Augen ernst und böse an. Noch stehen sie da ohne jede Bewegung. Sie sind stumm, ihre Nasen lang und knöchern. Er möchte schreien, er möchte wegrennen, aber er schafft keine Bewegung, keinen Ton! Warum, verflucht? Julian versteht nicht, was passiert.

Die drei Männer bewegen sich plötzlich. Sie zerren einen Kasten hervor. Einer drückt einen Knopf. Was ist das?, denkt Julian! Was sind das für Männer? Was wollen sie von ihm? Er merkt, wie seine Brust immer kälter wird. Ist das sein Herz? Die Männer nicken und schauen noch gefährlicher aus. Ihre Blicke werden intensiver. Der Kasten beginnt zu summen! Er wird lauter. Einer von den drei Männern stellt diesen direkt auf den Boden vor Julian. Ein anderer stellt sich direkt dahinter und der Dritte hält Julian fest, ganz fest..Julian merkt, wie sich hagere Finger durch seine Jacke in seine Haut bohren. Er kann immer noch nicht schreien? Was kann er bloß tun? Er schaut hoch; er sucht den Mond. Wo ist der Mond? Er muss den Mondmann finden! Der wird ihm helfen? Doch wo ist er der Mond? Der Kasten brummt nun immer lauter..Julian wird es immer kälter. Er weiß nicht, was passieren wird. Was wollen denn die Männer? Er ist doch nur ein kleiner Junge …


Ein Schattenmann beugt sich nieder zu diesem brummenden Kasten. Julian hat nie zuvor solch einen Kasten gesehen. Er ist grau und bewegt sich. Der Schattenmann weiß offenbar genau was er tut – alle drei positionieren sich ohne, dass sie irgendetwas sagen. Julian überlegt: Sprechen diese komischen Männer überhaupt? Er würde gerne viele Fragen stellen, doch es klappt nicht. Sein Mund ist starr, er kann ihn nicht formen, gar bewegen. Sein Kopf ist unbeweglich. Julian spürt Angst. Lautlose Schreie hallen in ihm: Mama, Mama..! Verzweiflung, Wut, Ohnmacht, Angst,..viele Gefühle erlebt Julian. Die Schattenmänner bekommen nichts davon mit – offenbar sind sie vollkommen konzentriert in ihrem Vorhaben und Ihrem Vorgehen. Was immer sie vorhaben mögen?

Der Schattenmann, der Julian immer noch festhält, schiebt Julian plötzlich zur Seite. Graue, leere und doch lebendige, energische Augen treffen Julians Blick! Diese Augen sind voller Leere und gleichzeitig doch voller Leben. Julian hat so etwas noch nie zuvor gesehen. Was sind das für Männer? Sind das Menschen? Nein, nein..Julian ist sich sicher. Das sind keine Menschen. Menschen sehen anders aus. Menschen reden, Menschen lachen, Menschen behandeln so sicher keine Kinder.Wenn dann sind es ganz böse Menschen. Böse Menschen, vor denen Julian immer von Mama und Papa und anderen gewarnt wurde. „Geh nie mit fremden Menschen, Julian! Versprich mir das!“ , hatte Mama ihm immer wieder eingeschärft und ihm energisch in seine Augen geschaut. Sie hatte ihn erst losgelassen, als er ihr es hoch und heilig versprochen hatte diesem Folge zu leisten.

Julian hatte sich nie vorstellen können, wie böse Menschen sind! Oder doch? Da gab es einmal einen Nachbarn. Er war ein knöchriger, alter Mann. Er blickte stets unfreundlich und ging fast gebückt durch die Straßen. Er lebte alleine, sehr zurückgezogen und eines Tages als Julian mit seinem Freund Lennart Steine hin und herwarfen – sie nannten es „ Das Pfützentreffspiel“. Du sammelst Steine und stellst Dich ein paar Meter entfernt vor einer nicht so großen Pfütze auf und versuchst möglichst viele Steine in diese Pfütze zu werfen. Wer die meisten Steine im Wasser liegen hat, gewinnt. Bei einem dieser Spiele, war seinem Freund ein Stein aus Versehen an das Fenster des naheliegenden Hauses dieses unfreundlichen Nachbarn geknallt. Nein, nein..die Fensterscheibe ging nicht einmal zur Bruch! Es war lediglich ein Knall! Sie waren beide so erschrocken, dass sie erstarrt stehen blieben. Die beiden Jungen schafften nicht zu fliehen. Es wurde sofort ein Fenster geöffnet und der grimmige Nachbar schaut hasserfüllt auf die beiden Jungen und stieß wilde Drohungen und bösartige Worte aus, wie Julian sie hätte nie aussprechen wollen oder gar dürfen. Sie hatten beide Angst und rannten endlich weg. Seither machten sie einen großen Bogen um diesen alten Mann, der so fürchterlich wettern konnte. Das Pfützentreffspiel hatte seit diesem Tag auch nicht wirklich mehr Spaß gemacht. Und er wusste seit diesem Tag solche Menschen hatte seine Mutter gemeint. Er kannte noch einen bösen Menschen. Es war ein Schulkamerad! Dieser Junge war so bösartig. Julian verspürte schon Wut, nur als er das Bild von diesem Jungen in seinen Kopf hatte. Dieser Junge war eine Klasse über ihn, aber sicher zwei Köpfe größer. Er war stärker und er raufte gerne. Er prügelte ständig. Sein Ziel waren die kleineren Jungen und Mädchen. Du musstest ihn nur einmal anschauen. Das alleine reizte ihn schon. Wütend fauchte er dich an uns gab Dir zu verstehen:“ Willst du paar? Oder warum schaust Du mich nun an?“ Jeder wich sofort zurück. Einer hielt mal stand, einer zeigte mal Mut. Es war Chris, ein kleiner, schmächtiger, aber zäher Junge. Mit forschem Blick hielt er ihm stand und sagte provozierend:“Mach doch!“ Und er schlug zu! Er schlug richtig zu! Das Blut spritzte, alle schauten erschrocken in das Gesicht dieses Jungen, der mit aller seiner Kraft und Wut zugeschlagen hatte. Seine Augen waren von rasender Wut gezeichnet, seine Mimik bedrohlich und der ganze Körper schien voller unglaublicher Kraft zu sein. Er schrie: “Willst Du noch mehr? Wirst Du mich jemals wieder anschauen? Du wirst nie so stark sein wie ich…Ich bin der Stärkste! Will noch jemand?“ Voller Provokation drehte er sich um und schaute jeden Einzelnen von uns an. Alle schauten ängstlich und einige machten sofort kehrt. Chris lag wimmernd am Boden. Er hielt seine Nase und seinen Mund. Das Blut tropfte. Er weinte.. Der Schläger drehte sich um mit einer abwertenden Handbewegung und ging weg! Sie standen alle da und waren geschockt. Julian blieb noch stehen und suchte nach einem Taschentuch, welches er Chris hinhielt. Chris weinte immer noch …Irgendwann kam ein Lehrer, der mit einem erschrockenen Blick die Situation analysierte. Julian weiß nur, dass es mächtig Ärger gegeben hatte für den Schläger, dem bösen Jungen. Man hatte ihn für einige Wochen der Schule verwiesen. Das waren die schönsten Wochen seit Langem. Man spürte eine Freude, man spürte mehr Lachen, mehr Lebendigkeit. Die Kinder hatten freier gewirkt. Es hatte Heiterkeit im Schulalltag geherrscht.

An dem Tag, als er wieder zur Schule kam, war die Angst wieder in jedem zurück. Alle wichen ihm weiter aus. Es war, als ob das Lachen verloren und ausradiert worden war. Er redete mit niemandem und sie redeten nicht mit ihm. Aber niemand provozierte ihn und er provozierte seit diesem Tag auch niemanden. Es war eine Art Waffenstillstand. Julian wusste aber seit diesem Erlebnis, dass es auch böse Menschen gibt. Menschen, die wohl seine Mutter mit ihren Warnungen gemeint hatte.

Und diese drei Männer sind böse! Oder gar böser als der Schlägerjunge seiner Schule. Julian weiß nun, dass er auf der Hut sein muss. Aber wie soll er sich wehren, wenn er sich nicht bewegen kann? Wie soll er schreien, wenn er keinen Ton von sich geben kann? Wie soll er wegrennen, wenn seine Füße gelähmt sind? Er schafft nicht einmal seine Arme zu bewegen. Von hinten im Rücken fühlt er immer noch die bohrenden Finger des einen Schattenmannes, der ihn festhält. Immer noch..er will ihn nicht loslassen und Julian ist sicher, er wird ihn nicht loslassen. Julian weiß nur nicht, was diese Männer vorhaben! Wollen sie ihm wehtun oder wollen sie ihn rauben? Plötzlich ist er wieder mitten im Geschehen.Seine Konzentration steigt. Er überlegt: Gibt es einen Ausweg? Kann er überhaupt etwas tun, um dieser Situation zu entkommen? Der Schattenmann am Kasten bewegt sich gerade! Er geht etwas zur Seite und zerrt etwas aus seinem dunkelgrauen Mantel! Es ist eine Art Stab! Ein länglicher Stab, dieser Stab flimmert leicht in anderen Grautönen. Kein Mensch außer ihnen ist auf der Straße. Kein Auto fährt vorbei, alles ist still. Kein Geräusch ist zu hören. Der Schattenmann schwingt vorsichtig den Stab hin und her! Ist es ein Zauberer? Julian überlegt und schaut den Mann intensiv an! Der Mann schaut ihn an, zurück und starr in Julians Augen. Seine Augen sind grau, kalt und werden immer kälter! Die Augen zeigen keine Spur Leben! Der Mann schwingt den Stab und plötzlich presst er Töne aus seinem Mund hervor. Seine hellgrauen Lippen bewegen sich hin und her: BAAARGEEEEEDAAAALLLL – Julian versteht diese Laute nicht. Ist es eine andere Sprache? Er weiß, dass Menschen verschiedene Sprachen sprechen. In seiner Klasse sind ein paar Kinder, die können auch in anderen Sprachen reden. Julian versteht sie dann immer nicht.
Das klingt für seine Ohren immer so fremd und eigenartig .Aber sie verstehen es. Und das, was dieser Mann gerade ausspricht ist eine komische Sprache! Seine Stimme ist tief, aber dünn. Er redet nicht leise, vielmehr ist es ein heiseres Flüstern. BAAARGEEEEDAAAL, nochmals hallt das Wort leise durch die Straßen. Der Mann, der ihn festhält, nickt den Kopf und sein Griff wird noch eine Spur fester. Julian spürt Schmerzen und kann doch nicht zurückweichen. Er kann nur starr in eine Richtung schauen. Plötzlich brummt der Kasten lauter, er vibriert. Als ob er lebendig sei. Julian weiß von seinem Papa, dass man Strom braucht, dass elektrische Geräte funktionieren. Oder man nimmt Batterien. Papa hat ihm das ganz genau erklärt und Julian war sehr interessiert. Er hatte genau zugehört und auch verstanden, was Papa meinte. Aber dieser Kasten hier? So etwas kennt Julian nicht. So etwas hat er noch nie in seinem Leben jemals zuvor gesehen und er sieht auch keine Möglichkeit, dass es mit Strom funktioniert. Oder haben die Männer doch Batterien? Der dritte Mann, der etwas abseitsstand, nähert sich nun auch dem Kasten. Die drei Männer gehen enger zusammen. Sie bilden einen Kreis. Julian steht nun direkt neben dem Kasten und um ihn herum die drei, großen, grauen finsteren Gestalten. Sie stehen leicht nach vorne gebückt! Sie schauen sich an und nicken erneut! Julian bekommt noch mehr Angst. Sie haben doch etwas vor! Verflucht, was haben diese Männer vor?

( natürlich geht die Geschichte weiter - nifri)
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4 Kommentare
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Nicole Frischlich aus Recklinghausen | 17.12.2012 | 19:12  
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Marion Eckhardt aus Castrop-Rauxel | 17.12.2012 | 20:14  
1.245
Nicole Frischlich aus Recklinghausen | 19.12.2012 | 07:20  
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Monique Kottmann aus Uedem | 22.12.2012 | 23:22  
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