Desinteresse an Religion als Grund für Kirchenaustritt!

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Desinteresse an Religion als Grund für Kirchenaustritt!

von: Dr. Dr. Joachim Seeger, Recklinghausen-Nord

Nach den Kirchensteuern ist offensichtlich das Desinteresse an Religion der meistgenannte Austrittsgrund, oftmals verbunden mit persönlichen Glaubenszweifeln. Damit rückt der persönliche Glauben oder eben Nicht-Glauben in den Fokus des Interesses. Eine Entfremdung von der Kirche geschieht oft durch massiven Glaubensverlust. Ich schließe mich voll und ganz der Meinung des Leipziger Professors für Kirchensoziologie Gert Pickel an, der die These vertritt, dass der Säkularisierungsprozess in der Gesellschaft letztendlich für die hohen Austrittszahlen der Kirchen verantwortlich sei. Religion und Kirche hätten für den modernen Menschen nur noch eine sehr geringe Bedeutung, stellt der Religionssoziologe heraus. Nebenschauplätze in diesem Zusammenhang seien die Mobilität der Gesellschaft oder auch die immer schwächere religiöse Sozialisation durch das Elternhaus. Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch unserer Tage nach adäquaten, logischen und nachvollziehbaren Antworten der christlichen Kirchen sucht. Von daher erscheint es mir wichtig, dass Glaube (Religion) und Wissen (Philosophie) eine enge Partnerschaft miteinander eingehen. Der Glaube darf nicht zum Widerspruch der wissenschaftlichen Weltsicht werden. Eine zeitgemäße Liturgie ist zwar auch nicht unwichtig, wobei sie jedoch die Austritts-zahlen nicht gänzlich verhindern kann. Die Kirchen müssen sich verstärkt in den Dialog mit der modernen Welt einbinden lassen, um das Desinteresse an Religion zu verringern und Glaubenszweifel zu beseitigen. Dann wird der Mitgliederschwund in den beiden großen Kirchen deutlich zurückgehen.
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