Oldtimertreffen in Rees-Haffen
Herr über 30 Militärfahrzeuge

Für die Mitglieder der Reservisten-Arbeitsgemeinschaft Flugabwehr ist die Haffener Deichschau in jedem Jahr Pflichtprogramm.
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Viele Oldtimer bei der Haffener Deichshow

Am letzten Sonntag fand am Bruckdaelweg das zehnte Oldtimertreffen „Haffener Deichshow“ statt. Der Stadtanzeiger hat sich dort einmal umgesehen und einen besonderen Aussteller getroffen.

Trotz einem Jahr Zwangspause und geforderten 3G-Nachweisen war die Anzahl der ausgestellten Fahrzeuge mit 2019 vergleichbar. Nur bei der Zahl der Besucher mussten Abstriche in Kauf genommen werden. „Das war aber durchaus beabsichtigt“, erklärte Heidi Hüting vom Organisationsteam, „wir haben die Besucherzahl wegen der aktuellen Situation reduziert, in dem wir nur wenig Werbung für die Veranstaltung gemacht haben. Deshalb waren in diesem Jahr auch deutlich weniger Radtouristen bei der Ausstellung dabei.“ Auch die große Halle konnte in diesem Jahr nicht für die Gastronomie genutzt werden, Getränke sowie Kaffee und Kuchen wurden draußen verkauft. Das schöne Wetter lockte nicht nur Oldtimer-Besitzer aus der Umgebung nach Haffen, viele kamen auch aus dem Ruhrgebiet und den Niederlanden. Die Besucher konnten sich beispielsweise über alte Porsche 911, Ford Mustangs, amerikanische Fahrzeuge wie Chevrolet, VW-Käfer, Goggo-Mobile oder NSU-Motorräder freuen.
       In einer Sonderausstellung der Reservisten-Arbeitsgemeinschaft Flugabwehr wurden rund 40 militärische Fahrzeuge und Geräte gezeigt. Die Sammlung der Gruppe nennt sich „Rollendes Museum der Flugabwehr“ und wird ergänzt durch eine Sammlung passender Motorräder. Insgesamt besitzen die Mitglieder der Gruppe fast 60 Fahrzeuge, die Hälfte davon sind im Besitz des Haffeners Elmar Pütting. Der betreibt in Rees-Haffen passenderweise eine Fahrzeug- und Maschinenbaufirma und stellt dort individuelle Feuerwehr-, Kommunal- und Sonderfahrzeuge her.
       „Mein Lieblingsfahrzeug ist ein alter geländegängiger MAN KAT1 mit einer 14-Liter-Hubraum-Maschine, aber nur 256 PS“, erzählte Pütting, „der hat ein unwahrscheinlich tolles Fahrgefühl und Arbeitsgeräusch. Da schwebt man wie auf einer Sänfte.“ Das Älteste ist ein MAN 630 als Kipper von 1957, das größte Teil im Bestand das Radargerät mit einer Acht-Meter-Antenne.
       Angefangen hat der 61-Jährige als 2005 einer seiner Kunden aus Süddeutschland ein altes Raupenfahrzeug verkaufen wollte. Sie wurden sich schnell einig und er legte damit den Grundstock zur heutigen Sammlung. „Da ich seit meiner eigenen Bundeswehrzeit immer noch mit ehemaligen Kameraden in Kontakt stand, ist daraus dann im Laufe der Zeit diese Truppe entstanden“, erläuterte Pütting.
       Ein Teil der Fahrzeuge und Geräte stehen in Haffen in der Halle oder bei den jeweiligen Besitzern. Der Großteil ist in der Weseler Kaserne untergebracht. Die meisten Stücke gehörten früher zur deutschen Flugabwehr, zwei belgische, ein französisches, ein holländisches und ein amerikanisches Fahrzeug sind auch dabei.
       Alle Fahrzeuge verfügen über eine Straßenzulassung als Oldtimer und sind in einem fahrtüchtigen Zustand. Alle Fahrzeuge und Geräte, sofern es sich um Waffen und Waffensystemgeräte handelt, sind demilitarisiert. Dazu wurden die Gegenstände so verändert oder teilzerstört, dass eine Wiederherstellung der militärischen Eigenschaften nicht oder nur unter sehr hohem Aufwand möglich ist.
       „Kaufen kann man solche Fahrzeuge bei der VEBEG, der Verwertungsgesellschaft der Bundeswehr oder bei Oldtimer-Händlern. „Die Beschaffung von Ersatzteilen ist schon sehr abenteuerlich, da in unserem Bestand viele Sonderfahrzeuge dabei sind. Da muss man dann schon ziemlich suchen, bis man die richtigen Teile erhält oder man muss sie auch teilweise selbst herstellen“, berichtet Pütting.
       Die 13-köpfige Gruppe wurde vor Corona zu mehreren „Tagen der Bundeswehr“ eingeladen und war bei verschiedenen Reservistentreffen oder Tagen der offenen Türe bei der Nato oder in Kasernen dabei. Ansonsten steht die Haffener Deichschau seit elf Jahren auf dem Kalender der Mitglieder. Wichtig sind Elmar Pütting auch die regelmäßigen Treffen, meistens bei ihm in Haffen, wo man gemeinsam an den alten Fahrzeugen arbeitet, bastelt und repariert. „Das Besondere daran ist für uns die Technik“, beschreibt Pütting, „außerdem sind, im Gegensatz zu zivilen Fahrzeugen, diese wesentlich robuster und massiver gebaut.“

Autor:

Dirk Kleinwegen aus Rees

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