Nicht von dieser Welt - Das 31. Haldern Pop 2014 überzeugte durch eine klangliche Vielfalt

Auch sie haben die Bühne gerockt: Die New Yorker "Augustines".
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  • Auch sie haben die Bühne gerockt: Die New Yorker "Augustines".
  • Foto: Wachter Storm
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Haldern. Spätestens jetzt weiß jeder, dass es einen Zebrastreifen im Halderner Ortskern gibt, denn am vergangenen Wochenende haben die Autos für tausende von Menschen angehalten, die wieder aus aller Welt in das Lindendorf strömten, um ihr Leben durch menschliche Begegnungen und fantastische Musik zu bereichern.

Unmöglich, bei einer Bandbreite von Klassik über Indie-Pop und Rock bis hin zu Soul und harten Elektrosounds einen Höhepunkt zu benennen. Für den einen waren es Interpreten am Donnerstag oder Freitag, für den anderen welche die am vergangenen Samstag vor dem Publikum standen. Alles in allem war das 31. Haldern Pop Festival somit wieder einmal einzigartig!

Bezeichnend waren die Worte von „Wintergatan“- Bandmitglied David, der seine Freude darüber äußerte, vor so einem wunderbaren Publikum spielen zu dürfen. „Auch, wenn ihr nicht wegen uns hier seid, weil ihr die Karten ja schon gekauft habt, bevor ihr wusstet, welche Bands kommen“, kommentierte er, sichtlich gut gelaunt. Wer das Glück hatte, den energiegeladenen Auftritt der Schweden im Spiegelzelt zu erleben, wird sicherlich bald selbst ausprobieren, welch entzückende Laute man einer mechanischen Schreibmaschine und anderen Alltagsgegenständen entlocken kann. In jedem Fall hat es sich gelohnt, nicht nur hinzuhören, sondern auch zu sehen, wie das Quartett ihre nicht von dieser Welt zu sein scheinenden Töne produziert.

Rätselhafte Klänge

Zeuge eines außergewöhnlichen Konzertes wurde auch, wer sich die Zeit genommen hat, früh genug vor dem Tonstudio Keusgen aufzuschlagen. Hier trat neben „Carlos Cipa“ und „Samatha Crain“ auch „Poppy Ackroyd“ auf. So seltsam und schön, wie ihr Name klingt, ist auch die Musik, die sie macht. Die junge Performerin und Komponist nahm ihr Publikum mit auf eine echte Entdeckungsreise. Wie genau es ihr gelingt, Klavier und Violine all die Geräusche zu entlocken, die zu hören waren, bleibt wohl ein Rätsel. Neben bereits eingespielten Klängen, die sie zeitgleich abspielte, gewährte sie live jedoch einen kleinen Einblick in ihre „Arbeitsweise“, indem sie sowohl den Korpus als auch das Innenleben der beiden Instrumente bearbeitete. Sei es mit ihren Händen oder mit einem Schlagstock. Ein traumhaftes Klangerlebnis!
Unvergesslich auch das Konzert von Sympathieträger „Hozier“ und seiner Band, bei dem die Fans lautstark mitsangen und nicht enden wollenden Beifall klatschten.

Zukunft

Patti Smith hatte mit ihrer Band die Ehre, ganze eineinhalb Stunden spielen zu dürfen und spätestens bei ihrem Song „Because the night“ sprang die Begeisterung nicht nur auf Verliebte über! „You are the future. And the future is now!“, lautete ihre Botschaft an das Publikum.
„In England sind die Konzerte so viel größer. Hier dagegen kann man den Künstlern ganz nah sein“, schwärmte Alicia Loxley (49) aus London, die das Haldern Pop Festival durch Freunde kennengelernt hat und selbst professionelle Sängerin ist. Noch besonders gut daran erinnern konnte sie sich daran, wie sie das Konzert von Tom Odell im vergangenen Jahr aus der ersten Reihe erleben durfte.

Randgeschichte

Mehr als ein Buch schreiben könnte man sicherlich nicht nur über Künstler und ihre Fans, sondern auch über Randgeschichten, die sich auf dem Zeltplatz abspielen. So hatte der 20-jährige Philipp aus Wertherbruch, der seit vier Jahren mit Freunden zum Haldern Pop kommt, die Idee, einen Anhänger mit Folie auszulegen und mal eben schlappe 1500 Liter Wasser hineinzufüllen. Bei dem morgendlichen Bad alleine blieb es jedoch nicht, denn selbst der Regen am Freitag konnte die Jungs und Mädels nicht davon abhalten, sich - manchmal auch unfreiwillig - regelmäßig abzukühlen. Bereits um 4 Uhr war der Freundeskreis am Donnerstag aufgestanden, um sich den Platz zu sichern, an dem sie seit vier Jahren campen. „Hier ist nicht nur eine Verteilerstation, an der wir unsere Handys aufladen, sondern wir haben auch immer dieselben Nachbarn“, schmunzelte er.
Wer nicht schon längst auf den Geschmack gekommen ist, sollte im Herbst Augen und Ohren offen halten, denn es wird sicher auch in diesem Jahr nicht lange dauern, bis alle Eintrittskarten für das Haldern Pop Festival 2015 verkauft sind.

Auch sie haben die Bühne gerockt: Die New Yorker "Augustines".
Legendär: Patti Smith.
Autor:

Daniela Schlutz aus Rees

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