Töchter vom heiligen Kreuz in Haus Aspel
Ordensschwestern verlassen Haus Aspel bis Ende 2022

Provinzialoberin Maria Beate Reifenberg (Mitte) mit den Schwestern Agnes Regina (links) und Magdalene, hat verkündet, dass die Töchter vom heiligen Kreuz Haus Aspel verlassen werden.
  • Provinzialoberin Maria Beate Reifenberg (Mitte) mit den Schwestern Agnes Regina (links) und Magdalene, hat verkündet, dass die Töchter vom heiligen Kreuz Haus Aspel verlassen werden.
  • Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer
  • hochgeladen von Petra Zellhofer-Trausch

Nach fast 172 Jahren geht mit dem Jahr 2022 die Geschichte der Töchter vom heiligen Kreuz in Haus Aspel in Rees-Haldern zu Ende. Das hat die Provinzialoberin Schwester Maria Beate Reifenberg den Ordensfrauen sowie den Angestellten in den unterschiedlichen Bereichen des Hauses mitgeteilt. „Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, sie ist mit vielen Belastungen verbunden“, betonte sie.

Jedoch seien die in Haus Aspel lebenden Schwestern im Schnitt älter als 84 Jahre. „Es fehlen jüngere Schwestern, um die Leitungsaufgaben zu übernehmen, den Überblick über das gesamte Haus zu behalten und es auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht gut weiterzuführen“, erklärte die Provinzialoberin, die 1997 die Leitung der Ordensgemeinschaft in Deutschland mit Sitz in Haus Aspel übernommen hat.

Das Rentenalter schon lange erreicht
Insgesamt leben dort derzeit noch 34 Schwestern, von denen 18 im angeschlossenen Irmgardisstift gepflegt werden. „Bis auf eine Schwester haben wir alle schon lange das ,Rentenalter‘ erreicht. Unsere Hilfe im Haus ist an vielen Stellen erforderlich. Aber selbst, wenn der gesundheitliche Zustand der Schwestern so bleibt, wie er ist, ist diese Hilfe nur noch für eine überschaubare Zeit möglich“, sagte Schwester Maria Beate.

Haus Aspel verlassen werden alle 34 Schwestern, also auch die Bewohnerinnen des Irmgardisstifts, das somit ebenfalls zum 31. Dezember 2022 aufgelöst wird. Von der Entscheidung betroffen sind außerdem 37 Mitarbeiter. Sie arbeiten in der Verwaltung, der Pflege, in der Hauswirtschaft, der technischen Instandhaltung und auf dem Außengelände.

Der Abschied fällt schwer
„Der Abschied nach so langer Zeit fällt schwer, aber der Zeitpunkt, dass wir schließen müssen, ist jetzt da. Wir sind gut vernetzt in der Region und fühlen uns hier sehr wohl, trotz allem müssen wir gehen“, bedauerte die Provinzialoberin. Der Umzug werde noch ein Kraftakt, der wohl nur in Etappen gelingen werde. Die neue Heimat ist das ehemalige Mutterhaus der Christenserinnen mit zwei angeschlossenen Seniorenheimen in Stolberg-Venwegen.

Was nach dem Auszug mit Haus Aspel, das im Besitz der Töchter vom heiligen Kreuz ist, passiert, ist noch ungewiss. Das 140.000 Quadratmeter große Grundstück samt Aspeler Meer und 19.000 Quadratmetern bebauter Fläche steht zum Verkauf, die Leitung steht in Gesprächen mit einem Käufer, „die Auswirkungen von Corona sind auch dabei aber nicht zu unterschätzen“, betont Schwester Maria Beate Reifenberg. Die Gebäude, mit Ausnahme des Landhauses, stehen - von außen - unter Denkmalschutz.

Autor:

Lokalkompass Emmerich aus Emmerich am Rhein

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