Bürgermeister der Stadt Rees
Sommergespräch mit Christoph Gerwers

Als erstes stand der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers dem Stadtanzeiger im Sommergespräch Rede und Antwort.
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Kirmes ist ungewiss, aber Vorbereitungen laufen

Kurz vor seinem wohlverdienten Urlaub stand Bürgermeister Christoph Gerwers dem Stadtanzeiger für das „Sommerinterview“ zur Verfügung.

Stadtanzeiger: Wie ist Rees durch die Corona-Krise gekommen? Sind wir schon durch oder noch mittendrin?
Christoph Gewers: Wir sind hier in Rees ganz gut durch die Krise gekommen, aber das ist nur zum Teil unser Verdienst. Wenn jemand ohne Symptome an Corona erkrankt und dann viele Leute ansteckt, ist das ordnungsbehördlich nicht zu verhindern. Und dann gehen ihnen die Zahlen vor Ort durch die Decke. Da können sie noch so vorsichtig sein. Ich glaube, dass wir hier vergleichsweise glimpflich davongekommen sind. Wir hatten hier allerdings in Rees auch bislang 15 Todesfälle, die zum Teil wirklich tragisch waren.
Durch die Krise sind wir auf keinen Fall. Allerdings haben wir jetzt den großen Vorteil, dass im Vergleich zum letzten Jahr viele Menschen geimpft sind. Deshalb ist die Gefahr, das schwere Verläufe entstehen oder gar Menschen versterben, jetzt deutlich geringer.

Wie wollen Sie in Rees Handel, Gastronomie unterstützen.
Indem wir jetzt noch enger an ihrer Seite stehen. Wir haben das ja mit den Stadtgutscheinen sehr positiv erlebt. Die Beteiligten waren ungeheuer dankbar dafür, dass wir als Stadt diese Aktion gemacht haben, weil dadurch die Käufer an die Stadt gebunden wurden. Und so etwas wollen wir auch fortsetzen, nur digitaler, mit einem anderen Modell. Da wollen wir etwas gemeinsam auf die Beine stellen, wovon die ganze Stadt am Ende auch profitiert.

Die Schulen haben die Digitalisierung, besonders in der Coronazeit, mit unterschiedlichem Erfolg gemeistert.
Eins steht fest: die Schülerinnen und Schüler haben unter dieser Corona-Krise am meisten gelitten, ein ständiges Hin und Herr zwischen Wechsel-, Distanz- und Präsenzunterricht. Nicht alle Lehrer kamen auch mit den neuen technischen Möglichkeiten klar. Glücklicherweise hatten wir schon vor der Krise die Schulen mit den unbedingt notwendigen Netzwerken ausgestattet, so dass wir die digitalen Anforderungen der Schulen als Verwaltung auch relativ problemlos bewältigen konnten. Problematisch für die Kinder ist jedoch die teilweise schlechte Versorgung mit Internet zu Hause. Es laufen dazu zwar verschiedene Förderprogramme (Stichwort weiße und graue Flecken), wodurch zukünftig auch die Anbindung der Schüler verbessert wird, aber das dauert noch. Zurzeit beschaffen wir Beamer und PCs für jeden Klassenraum. Und in der Grundschule Rees wird ein Neubau mit einem Netzwerk nachgerüstet. Wir haben insgesamt bereits etwa 530.000 Euro in digitale Geräte investiert.

Heißes Sommerwetter, Rees wartet auf sein Freibad. Warum gibt es jetzt wieder eine Verschiebung und wann können wir wieder draußen im Freibad schwimmen gehen?
Das Thema Freibad ist für uns als Verwaltung sehr ärgerlich. So schön wie es ist, dass wir vom Bund einen Zuschuss über zwei Millionen Euro in Aussicht gestellt bekommen haben, so mühselig ist jetzt das Verfahren. Wir wollten zuerst einen Generalplaner ausschreiben. Dann mussten wir aufgrund der Vorgaben des Bundes gewerkeweise ausschreiben. Das haben wir dann auch getan. Es führte jedoch dazu, dass wir für die Freianlagenplanung nur eine Bewerbung erhalten haben und für die Bereiche Technische Anlagen bzw. Objektplanung gar keine Angebote. Also haben wir jetzt beim Zuschussgeber nachgefragt, ob wir nicht doch wieder zur Generalplanerausschreibung zurückkehren können. Hier warten wir noch auf eine Antwort. Dann fangen wir wieder von vorne an und schreiben den Generalunternehmer aus. Wenn es reibungslos läuft, können wir dann vielleicht 2023 wieder draußen in unserem Freibad schwimmen gehen. Das ist allerdings eine sehr optimistische Einschätzung.

Wie ist der aktuelle Stand bei den großen Projekten der Stadt?
Wir haben für das Stadtgartenquartier „Vor dem Delltor“ jetzt für beide Projekte die Baugenehmigungen vorliegen, wir sind auch mit beiden Investoren im Gespräch. Beim NIAG-Gelände gehen wir davon aus, dass Anfang 2022 der Baustart sein wird. Da werden jetzt gerade die Ausschreibungen vorbereitet. Beim Postgelände ist der Investor Paul Lütkenhaus verstorben, ein Treffen mit den Erben hat inzwischen stattgefunden. Auch dort sind für Anfang 2022 der Abriss der bestehenden Gebäude und der Baubeginn vorgesehen.
Beim Krematorium laufen derzeit ebenfalls die Ausschreibungen, da soll der erste Spatenstich Ende August passieren. Die Bauzeit wird ein Jahr betragen, so dass im Sommer 2022 das Krematorium fertiggestellt wäre.
Für den Kunstrasenplatz in Rees liegt die Baugenehmigung vor, die Aufträge wurden vergeben, im August wird der Baubeginn sein, Fertigstellung im Oktober.

Fridays for Future und andere Gruppen haben Projekte in Sachen Umweltschutz gestartet, wie geht es in Rees weiter?
Wir haben mit den Verantwortlichen einen sehr guten und engen Kontakt. Vieles von dem, was die Reeser Gruppe von Fridays for Future für die kommunale Ebene fordert, setzen wir längst um. Wir wollen jetzt gemeinsam mit der Gruppe zum zweiten Mal den Nachhaltigkeitsmarkt am 11. September veranstalten. Auch das Thema Stadtradeln, das gerade zu Ende gegangen ist, ist ein ganz wichtiger Baustein, dass man sich nämlich ganz bewusst dafür entscheidet, auch einmal auf das Auto zu verzichten.

Findet die Kirmes in diesem Jahr statt?

Die Kirmes ist innerhalb der Verwaltung derzeit ein großes Thema. Stand Heute, bei einer Inzidenz von 0, kann die Reeser Kirmes durchgeführt werden. Wir haben jetzt gemeinsam mit den Schaustellern überlegt, wie wir mit diesen ungewissen Aussichten in der Coronakrise umgehen. Wir haben uns darauf verständigt, dass wir zunächst die weiteren Entwicklungen abwarten, haben allerdings schon mit vorbereitenden Arbeiten begonnen. Dazu werden wir mit allen Schaustellern Kontakt aufnehmen und nachfragen, ob sie denn auch tatsächlich zur Reeser Kirmes kommen würden.

Was haben Sie für Ihren Urlaub geplant?
Auf gar keinen Fall reisen wir ins Ausland. Wir werden eine Woche am Bodensee verbringen und dann werde ich überwiegend zu Hause urlauben, Ausflüge machen oder mit dem Fahrrad fahren. Ich werde sicherlich auch noch ein paar Arbeiten im Garten erledigen müssen. Das ist in den letzten Wochen doch deutlich zu kurz gekommen.

Dirk Kleinwegen / Stadtanzeiger Emmerich-Rees-Isselburg

Autor:

Dirk Kleinwegen aus Rees

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