Besuch bei den Kraken

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Schon immer habe ich mich für Menschen interessiert, die etwas Besonderes darbieten. Hierbei bin ich auf eine Piratencrew gestoßen, die mich mit ihrem Tun besonders beeindruckt haben. Auf persönlicher Einladung der Crew von Käpt’n C. Black von Aera Hard, die unter dem Banner der Kraken auftreten, folgte ich dieser neugierig, um die Gruppe und ihre Arbeit nicht nur kennenzulernen, sondern auch besser zu verstehen.

In den Niederlanden fand am Wochenende vom 24. bis 26. August 2019 das Fantasy-Festival Middeleeuws Winschoten statt. Nur 12 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gab es ein Wochenende lang ein Spektakel von Mittelalter, Fantasy, Folk bis hin zum Steampunk für Jung und Alt.

Der Park ist an diesem Wochenende  komplett mit einem Mittelalter- und Fantasiemarkt und verschiedenen Camps gefüllt. Neben allen anwesenden Laienschauspielern bemühen sich auch viele Besucher, verkleidet zum Festival zu gehen. Aus diesem Grund atmet alles die mittelalterliche Atmosphäre.

Ich kannte schon viele mittelalterliche Märkte, jedoch als ich diesen Mittelalter- und Fantasy-Markt betrat, wurde ich in eine besondere und geheimnisvolle Welt versetzt, wo viele seltsame Überraschungen auf mich warteten. Auf dem Weg zum Lager der Crew von Käpt’n Black begab ich mich durch die verschiedensten Epochen des Mittelalters und der Fantasy-Welt. Das besondere daran ist, dass alle Darsteller nicht nur zum Anschauen anwesend waren, wie man es bei ähnlichen Veranstaltungen her kannte, nein jeder spielte dort in beeindruckender Weise seine eigene Rolle. Wir, die Zuschauer und Gäste wandelten dazwischen herum und hatten dabei das Gefühl in dieser fantastischen Welt mittendrin zu sein. Besonders beeindruckend war für mich, dass man in den verschiedensten Epochen zu sehen bekam, wie die einzelnen Gruppen in ihren Lagern auch lebten als wäre hier die Zeit für immer stehen geblieben. Wie verrückt muss man sein, um das alles so naturgetreu nachzuleben und um so für einige Zeit den grauen Alltag entfliehen zu können. In den Kleidern sowie bei den Ausstattungen konnte man viel Liebe zum Detail erkennen und ich hätte noch viele Stunden damit verbringen können, hier weiter zu stöbern, aber die Zeit drängte, denn die Piraten erwarteten mich bereits.

Nach einem sehr tollen Empfang, so wie es damals wohl so üblich war, wenn man ein Schiff betrat, wurde mir Einlass gewährt. Nun wollte ich mehr über diese Crew wissen, nachdem ich alle Accessoire bestaunt hatte.

Angefangen hatte alles im Jahre 2015 mit einer Idee, die man erst gar nicht so sehr weiterverfolgen wollte. Käpt’n Black von Aera Hard und  Eckbert Black, der von seiner damaligen erst 4jährigen Tochter inspiriert wurde, wollte nur ausprobieren, wie es ist, wenn man einmal Piraten einladen würde. Aufgrund eines gestarteten Aufrufes meldeten sich aus der Piratenwelt aus ganz Deutschland unerwartet ca. 50 Personen. Zusammengefunden, entstand zunächst ein Foto-Shooting. Nach diesem Erfolg wollte man mehr und es entstand die Crew von Käpt’n C. Black von Aera Hard, denen zurzeit 36 Mitglieder angehören. Nun verfolgte man das eigentliche Ziel der Crew, Piraten für Kinder zu sein. Die Gruppe tritt etwa mit ca. 10 Aktiven auf mittelalterlichen Events auf und versuchen den dortigen Kindern spielerisch mit großer Freude, dass wirkliche überlieferte Leben der Piraten darzustellen. Hierzu gibt es auch eine Piratenschule. Viel zu oft, bekommen die Kinder durch Medien, wie Fernsehen, Kino usw. (z.B. Fluch der Karibik, oder ähnliche), ein falsches Bild übermittelt. Die Piraten waren keine, wie in den Filmen dargestellt, besondere Helden, denn das wirkliche Leben auf See war sehr hart und sie Lebten unter großem Druck, verbunden mit schwerer Arbeit auf See und in ständiger Angst vor dem Tot sowie vor den sich ständig ändernden Gezeiten. Es war auf See ein ständiger Kampf ums Überleben. Vor allem das Menschliche blieb auf der Strecke, denn es traute der Eine dem Anderen nicht über den Weg. Missgunst und tägliche Gewalt bestimmte das Leben der Piraten.

Unteranderem ist die Gruppe bei Kinderfesten zu hause und unterstützt außerdem auch noch ein Hospiz, um dort den Kindern ein wenig Freude sowie etwas Ablenkung zu bereiten. Zum Abschluss einer jeder Veranstaltung im Kinderhospiz wird jedem Kind eine gehekelte Krake, die in liebevoller Handarbeit eigens hergestellt wurden, überreicht.

Die Crew lebt und wirkt bei den verschiedensten Veranstaltung, so wie es damals üblich war. Hierzu gehört auch das gemeinsame Kochen. Jedes Mitglied hat seinen eigen Namen und spielt nach außen seine eigens zugeteilte Rolle, die jeder Einzelne in einer unfassbaren Art und Weise verkörpert. Hierbei gibt es kein Drehbuch, oder sonstige Absprachen. Es ist alles improvisiert und ich kann nur sagen, das passt alles hervorragend zusammen und wenn man hierbei überlegt, dass die jeweiligen Darsteller auch noch aus den verschiedensten Ecken Deutschlands, oder sogar aus dem Ausland aufeinandertreffen, ist das eine Leistung, der man Respekt und Anerkennung zollen muss. Gezeigt werden Kämpfe, Überfälle, Entführungen, Gelage sowie Lebensweisen und vieles mehr.
Bei meinem Besuch in Winschoten konnte ich sehr nette engagierte Leute (Eckbert Black, Junker Phil, Eleanor Rigby Sharpe, Cortar Corneja, Marie st. Claire, Matrose Salara, Doc "El Fuego", Bettler Jakob, der zahnlose sechs Zehen Joe sowie den Gästen - Sir Robert von Wolfskuhlen, Käpt´n vom Teufelspack Samuel Cavendish  in Begleitung von Catherine O´Malley und einige andere, die hier nicht benannt werden konnten), ihre Inspirationen und Lebensweise im Camp kennen lernen, die für mich persönlich große Anerkennung findet sowie unvergessen bleibt. Die Crew um Käpt'n C. Black befindet sich nicht nur in einer Epoche, sondern bewegt sich mit ihrem Schiff weiter auf eine Zeitreise, zu der es auch eine eigene Geschichte gibt.

Das nächste aufeinandertreffen findet in ST. Peter-Ording im Oktober vom 18.10. - 20.10.2019 statt, welches ich schon jetzt mit großer Freude und voller Erwartung entgegenfiebere. 

Im Übrigen kann man die Crew von Käpt´n Black von Aera Hard unter folgender Homepage auch kontaktieren: AeraHard.de

Autor:

Wilhelm Dibowski aus Rheinberg

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