MAP20 Redekunst Lesebühne im Kamper Hof - 20.8.19
Lüsterne Bienen am Pulverturm

Andy Strauß, Jan Philipp Zymny, Jason Bartsch
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  • Andy Strauß, Jan Philipp Zymny, Jason Bartsch
  • hochgeladen von Klaus Wurtz

In der Pause sahen sich die älteren unter uns Zuschauern sprachlos an: wir hatten noch nicht ganz verarbeitet was wir da gerade alles gehört hatten! Die MAP Redekunst Lesebühne hatte soeben die Bühne des Kamper Hof erobert, ein furioser Auftakt des Festivalprogramms zum 20jährigen MAP Jubiläum. Mal sehen wie ich Euch das Erlebte verständlich nahebringe…

Lara Jackowiak vom MAP-Team eröffnete den Abend, trug diesmal aber nicht selbst vor sondern holte einen Großteil der MAP-Crew für einen verdienten Jubiläums-Applaus auf die Bühne. Am Ende des Programms überreichte sie einem gerührten (!) Andy Strauß einen gigantischen Orden: er war bei jedem der Leseabende dabei die seit MAP 13 das Programm bereichern, vom Poetry Slam über die Redekunst zur Lesebühne, vom Miami ARTLON über den Kultpool und die Aula des Amplonius Gymnasiums zum Kamper Hof - bei stets steigender Besucherzahl.
Am Dienstagabend performten vor der Lesebühnen-Rekordkulisse von über 200 Zuschauern Jason Bartsch, Jan Philipp Zymny und Andy Strauß ihre Stücke. Jeder hatte je einen Solopart vor und nach der Pause, dazu trugen sie gemeinsam ein Hörspiel vor in dem es um einen skurrilen Fall für die Münsterknaben ging.

Jason Bartsch trat erstmals beim MAP auf und war für mich die Entdeckung des Abends. Er war auch der einzige den ich vorher nicht kannte, aber das schmälert seine Leistung nicht. Originelle Stücke mit musikalischer Begleitung, von der Grönemeyer-Parodie bis zum Hunde- und Katzenlied, witzige Zwischentexte über Stars von nah und fern (Jan Ulrich, Goethe, Bottrop Boy Superheld), aber auch ernstere Töne wie beim nach der Pause eindringlich (und frei!) vorgetragenen “Fünfe gerade sein lassen” - chapeau!

Jan Philipp Zymny wurde als Kind zu oft geröntgt. Gut für uns, denn das war kreativitätsförderlich. Wie Jason kommt er aus Bochum und auch in seinen Texten spielt das Revier eine Hauptrolle, wie z. B. die Hattinger Gneidelmühle die er per Smartphone durcheinander bringt. Keiner der Anwesenden wird künftig vergessen können dass Elefanten uns Menschen vermutlich süss finden, denn wenn sie uns sehen aktivieren wir bei ihnen die gleichen Hirnpartien wie sie bei uns beim Ansehen von Katzenvideos stimuliert werden.

Andy Strauß fiel einmal mehr durch seine Skurrilität auf, aber auch durch virtuose Sound-Untermalung seiner Stücke. Erstaunlich was er aus seinen Geräten zaubert. Bei ihm muss man auf jedes Detail achten, vom schlaflosen Bären über Bienen die mit Blumen poppen bis zu einem Dubstep (ich hoffe das ist der richtige Ausdruck) über den Pulverturm. Äußerlich von seinen Kollegen zwischen Jesus und obdachlos eingeordnet kleidete ihn die verdiente Medaille am Ende des Abends (s. o.) sehr gut.

Die Lesebühne war der Auftakt zum diesjährigen MAP-Festival, weiter gehts mit dem Pirartlon, den Konzerten am Pulverturm Freitag und Samstag und parallel mit einer Ausstellung zur MAP-Geschichte im alten Rathaus.

Autor:

Klaus Wurtz aus Rheinberg

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