Micro - Helden im Unterholz

Micro - Helden im Unterholz

In diesem Buch wird dauernd geschnippelt: mit Messern, Macheten und anderen Schnittwerkzeugen im Unterholz, an Apparaten oder gern auch mal am Gegner. Es handelt von einer Firma die auf Hawaii Mikrotechnik betreibt.

Über den technischen Hintergrund sollte man nicht allzu genau nachdenken: mittels kräftiger Magnete können Menschen und Gegenstände stark verkleinert werden, der Vorgang ist umkehrbar. Wenn man dies als Annahme akzeptiert entwickeln sich daraus interessante Möglichkeiten für die Handlung: man kann eine Truppe junger Wissenschaftler am Waldboden aussetzen und dort Abenteuer mit Ameisen, Wespen, Spinnen und anderem Getier erleben lassen. Dies vermittelt ein paar ungewohnte Einblicke in die Dschungel-Fauna und rechtfertigt ein wenig das Etikett 'Wissenschafts-Thriller'. Man erfährt einiges über den Körperbau von Insekten, Gifte und die Nahrungskette in solch einem Mikrokosmos, kann künftig Spinnen besser einschätzen und wird sich vor Tausendfüßlern in Acht nehmen. Dieser Mittelteil des Buches las sich recht spannend.

Danach bestimmen zunehmend wie schon zu Beginn die Thriller-Elemente die Handlung, und die verläuft leider vorhersehbar und mässig spannend. Die Figuren bleiben blass. Der Leser erfährt wenig über ihre Vergangenheit. Am Ende entwickelt sich eine kleine Liebesgeschichte die aber offen bleibt. Scheinbar differenziert angelegte Figuren von denen man sich eine Wende der Handlung erhofft sterben plötzlich oder bleiben recht starr - egal ob gut oder böse.

Das mag daran liegen dass der Roman von zwei Autoren verfasst wurde: Michael Crichton starb 2008 und konnte ihn nicht mehr vollenden, dies übernahm dann Richard Preston. Michael Crichton wurde u. a. als Autor von 'Jurassic Park' und 'Emergency Room' bekannt. Richard Preston behandelte in seinen Wissenschaftsromanen ('Hot Zone') bereits ähnliche Themen.
Das gemeinsame Werk ist trotz der oben beschriebenen Schwächen ein recht flott geschriebener und unterhaltsamer Thriller.

Viele Szenen könnte ich mir gut als Film vorstellen, Tricktechniker werden sich jetzt schon die Hände reiben.
Die Besetzung der Hauptrollen fällt mir diesmal etwas schwer, ein Vorschlag:
Karin - Scarlett Johansson
Rick - Wayne Carpendale
Vin Drake - Christoph Waltz

Michael Crichton/Richard Preston, Micro, 547 S., Blessing 2012

Autor:

Klaus Wurtz aus Rheinberg

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