Gewalttätigkeit von Jugendlichen - Tötungsdelikt in Augsburg
Augsburg ist nur ein Fall von vielen - Gewalttätigkeit liegt jedoch nicht in ethnischen Genen

Das Tötungsdelikt von Augsburg am vergangenen Freitag Abend wirft mal wieder die Frage nach der Gewaltbereitschaft von Jugendlichem in unserem Land auf. Zahlreiche Kommentare zu den Berichten der Printmedien fokussieren sich reflexartig auf die ethnische Herkunft der 17-jährigen Täter, die den 49-jährigen Feuerwehrmann derart traktiert hatten, dass er seinen Verletzungen erlag. 

Gewalt endet zuweilen in körperlicher Gewalt, sie beginnt allerdings auf anderen Ebenen. Es wird körpersprachlich attakiert, es wird verbal attakiert, es werden Drohkulissen aufgebaut, es wird gegen Regeln verstoßen, nur, um zu zeigen, dass man über ihnen steht. Es geht um ein Überlegenheitsgefühl, um ein Gefühl der Macht. Viele Täter wollen sich nicht als Loser, als Abgehängter, als Nobody sehen. Ein Motiv, dass eigentlich uns alle umtreibt. Es gibt nur gravierende Unterschiede, wie Menschen dieses Ziel verfolgen bzw. überhaupt verfolgen können.

Nachgewiesenermaßen verstärkt nicht die Ethnie die Tendenz zur Gewalttätigkeit, sondern die Lebensumstände, die Sozialisation, die Bildung, auch wenn vordergründig die Ethnie eine Rolle zu spielen scheint, denn wie oft fallen doch Täter mit Migrationshintergrund auf. 

Viele Täter mit Migrationshintergrund sind oftmals schlecht integriert, fühlen sich nicht als gleichberechtigtes und gleichgeachtetes Mitglied unserer Gesellschaft. Nicht selten sind sie selbst mit erlittener Gewalt aufgewachsen. In der Schule bekommen sie nicht die nötigen Erfolgserlebnisse durch entsprechende Noten. Sie sehen sich sukzessive eine Stufe höher auf der Loser-Leiter, woran sie selbst vielmals Wesentliches beitragen. Damit einher geht ein Anwachsen des Aggressionspotenzials, bis es dann immer intensiver bis hin zum großen Knall ausgelebt wird. All das entschuldigt allerdings nichts, zumal es unter den Jugendlichen mit gleichem Schicksal genügend gibt, die nicht durch Gewalt auffallen.

Daneben gibt es aber die Mehrheit der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die einen entgegengesetzten Entwicklungsverlauf ihr eigen nennen können und sich weitab von jeglicher Gewalt befinden, viele von ihnen auf dem Weg zu hochgeachteten Mitgliedern unserer Gesellschaft.

Wir müssen, denke ich, aufhören, die Kategorisierung "mit" und "ohne" Migrationshintergrund zur Basis unserer Beurteilung zu machen, wie es politisch von Rechtsaußen gern propagiert wird.

Ich will es mal drastisch ausdrücken: Unter den Menschen gibt es genügend Arschlöcher. Dieses Attribut ist aber nicht ethnisch genetisch angelegt.

Update: Zum Tathergang gibt's jetzt erste Ermittlungsergebnisse
Demnach war das spätere Opfer, der 49-jährige Feuerwehrmann, mit seiner Frau und einem befreundeten Paar auf dem Weihnachtsmarkt in Augsburg und anschließend in einem Restaurant. Auf dem Heimweg gingen die beiden Frauen voran, die Männer folgten in kurzem Abstand. Kurz nachdem die vier die Jugendgruppe passiert hatten, machte der Feuerwehrmann kehrt und wandte sich den Jugendlichen zu. Es kam zu einem Wortwechsel, von dem bislang noch nichts bekannt ist. Während der Feuerwehrmann mit einem der Jugendlichen sprach, erhielt er von dem Täter - 17 Jahre - völlig unvermittelt von der Seite einen Schlag gegen den Kopf, worauf er zu Boden fiel. Auch sein zu Hilfe eilender Begleiter wurde mit Schlägen ins Gesicht traktiert. Es dauerte nur wenige Sekunden, bevor die Täter, die inzwischen ermittelt und in Haft genommen werden konnten, das Weite suchten. Das 49-jährige Opfer erlag noch im Rettungswagen seinen Verletzungen.

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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