Ein Beitrag anlässlich der ARD-Themenwoche Bildung
Bildungsnotstand - was wird aus unseren Kindern und Kindeskindern?

Deutschland befindet sich längst im Bildungsnotstand, der die deutsche Wirtschaftsnation in absehbarer Zeit wie ein Bumerang treffen kann.

Der Lehrermangel ist schon jetzt eklatant - und wird laut Prognosen immer eklatanter. Mit Seiteneinsteigern, die oftmals an ihrer Unterrichtsarbeit verzweifeln, versucht man Löcher zu stopfen. Studienplätze für Lehramtsstudenten werden bereits seit vielen Jahren nicht genügend zur Verfügung gestellt. Fürs Grundschulstudium gab es in der Vergangenheit einen absurden Numerus Clausus. Und gerade in den Grundschulen fehlen zahlreiche Lehrer.

Das ist allerdings nur die eine Seite. Die andere Seite sind die Schüler selbst, die immer weniger Konzentrationsfähigkeit, Disziplin und Lernbereitschaft in die Schulen bringen, besonders in den Ballungsräumen. Die Voraussetzungen für erfolgreichen Unterricht haben sich stark verändert, da sich die gesellschaftlichen Verhältnisse verändert haben, die auch viel mit der Erziehung in den Familien zu tun haben. Die Schulen selbst können die Voraussetzungen nicht ändern, sie müssen damit umgehen.

Unser Bildungssystem tendiert aus politischem Willen heraus, alle Schüler irgendwie mitzunehmen, irgendwie zu einem Abschluss zu bringen, auch wenn Anspruch und Wirklichkeit oftmals auseinanderklaffen. Schülern wird kaum mehr zugemutet, schlechte Erfahrungen zu machen, die eine Verhaltensänderung bewirken könnten.

Heutzutage ist die Lernatmosphäre nicht immer so, dass jedes Kind sich nach seinen Möglichkeiten entfalten kann. Zu sehr lenken Lerngruppen und damit auch die Lehrer vom Fokus auf den Lerngegenstand ab. Und das von der Pädagogik propagierte kooperative Lernen erweist sich in der Praxis nicht selten als Augenwischerei, so dass viele Lehrer längst den Weg zum Frontalunterricht wieder eingeschlagen haben, was offiziell sehr verpönt ist.

Vor vielen Jahrzehnten gab es Klassen mit über 40 Schülern. Es funktionierte trotzdem. Heute, unter ganz anderen Voraussetzungen, braucht man kleine Klassen. Die sucht man zumeist vergebens. Der Grund ist politisches Versagen.

Und was die Inklusion in Schulen betrifft, so befinden sich viele Schulen in einem Jammertal, was den Schulen nicht anzulasten ist. Das liegt nicht nur am Personalmangel. Die politisch gewollte Heterogenität von Lerngruppen ist äußerst fragwürdig, weil sie nicht angemessen eingebettet ist.

Wir brauchen nicht nur lernbereitere und konzentrationsfähigere Schüler, sondern auch Lehrer mit starker Persönlichkeit, die es verstehen, Schüler zu begeistern, die nicht nur ihren Beruf lieben, sondern auch die Kinder, die ihnen anvertraut sind. Und da ist es eigentlich egal, ob es examinierte Lehrer oder Seitenensteiger sind.

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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