Kommentar zur Zerstörung der "Alltagsmenschen" in Rheinberg
Einige von Lechners Alltagsmenschen überlebten unter Rheinberger Menschen nur wenige Stunden / UPDATE zu Ermittlungsergebnissen

So muss es nicht, so könnte es aber gewesen sein:

Die Dunkelheit hat bereits eingesetzt. Eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener hängen im Rheinberger Stadtpark ab. Nun bewegt sich die Gruppe durch den Park und stößt wieder auf eine lebensgroße Betonfigur, die genauso wie die anderen gestern noch nicht da war.
"Hey, guck mal, was ist das denn?" fragt einer seine Kumpels.
"Die Alte scheint wohl baden gehen zu wollen", feixt ein anderer, "wohl etwas spät."
"Die gehört doch längst nach Hause", lacht ein Dritter aus der Gruppe. "Papi wartet bestimmt schon auf dich."
Der Erste schaltet sich wieder ein: "Sag schon, was machst du hier? Das kann bei Dunkelheit gefährlich sein." Die Betonfigur antwortet nicht. "Hörst du nicht", und dabei drückt er sein Gesicht an das Gesicht der Figur, "dass wir mit dir reden? Schon mal etwas von Respekt gehört?" Die Betonfigur schweigt weiter. "Kommt, Leute", wirft der Zweite ein, "wir wollen ihr helfen, nach Hause zu kommen, bevor sie sich noch erkältet." Gelächter in der Gruppe. Und schon "helfen" sie ihr. Mit vereinten Kräften stemmt man sich gegen die doch schwere Betonfigur. Die Verankerung gibt nach. Die Figur gerät in Schräglage. Und schon kippt sie und der Beton zerspringt beim Aufprall. "Das tut uns aber leid", spotten die jungen Männer, "wir wollten nur helfen." Sie klopfen sich gegenseitig auf die Schulter und kriegen sich vor Lachen kaum ein. "Komm, wir gehen", fordert der Leader der Gruppe auf, "ich bin müde. Hier ist jetzt ja sowieso nichts mehr los."

Ja, so oder ähnlich könnte es sich zugetragen haben. 
Ist so etwas Dummheit oder geistige Verwahrlosung?
Oder vielleicht Folge von Versäumnissen in der Erziehung?
Dummheit allein dürfte kaum reichen für eine Erklärung.

Liebe Täter, liebe Eltern dieser Täter, wenn ihr nicht den letzten Rest an Respekt verlieren wollt, so wisst ihr, was jetzt zu tun ist. 

Da ist eine Künstlerin aus Witten, Christel Lechner, die mit ihrem Ensemble "Alltagsmenschen" Kunst geschaffen hat, das bereits über Jahrzehnte in vielen Gegenden Deutschlands, hauptsächlich in NRW, zur Schau gestellt wurde. Verantwortliche für das Kulturleben Rheinbergs haben es geschafft, für dieses Jahr viele dieser inspirierenden Betonfiguren nach Rheinberg zu holen, wo sie den öffentlichen Raum zieren. Einige Figuren zeigen sich in diesem Jahr auch in den benachbarten Kommunen Moers und Kamp-Lintfort.

Nicht zum ersten Mal in der Geschichte der Betonfiguren sind jetzt diejenigen, die voller Verantwortung für ihre Kommune die ungewöhnliche und doch so am Alltag orientierte Kunstausstellung an Land ziehen konnten, auf Verantwortungslose getroffen, die am Vandalismus Spaß zu haben scheinen. Womöglich sind diese Verantwortungslose auch nur arme Würstchen, was allerdings nicht für eine Entschuldigung taugt.

UPDATE vom 17.07.2020:

Nach der Zerstörung der fünf Alltagsmenschen in Rheinberg kam es Tage später zur Zerstörung eines Alltagsmenschen in Moers, zu der sich ein 22-Jähriger bekannt hat.
Die Polizei, die eine Ermittlungskommission eingesetzt hat, gibt heute bekannt:

"Für die Ermittlungsgruppe "Alltagsmenschen" ist die Zerstörung der Figur in Moers aufgeklärt.

Nach dem jetzigen Ermittlungsstand scheint es so gewesen zu sein, dass der 22-jährige Beschuldigte die Figur vorsätzlich umgeworfen hat.

Auch die Zerstörung der Figuren in Rheinberg dürfte in einem Fall aufgeklärt sein.

Offenbar haben zwei jugendliche Rheinberger (beide 16 Jahre alt) eine der Skulpturen zerstört, die im Stadtpark aufgestellt waren. Es handelte sich dabei um die Darstellung eines Mannes mit Fernglas.

Für die Zerstörung der vier anderen Figuren ist eine weitere Gruppe in das Visier der Ermittlungsgruppe geraten.

Gesucht werden ca. sechs Jugendliche / Heranwachsende, die sich zunächst ab 23.15 Uhr im Bereich des Eingangs zum Rheinberger Stadtpark aufgehalten haben. Die Personen hielten Bierflaschen und Spirituosenflaschen in ihren Händen. Die Unbekannten werden von Zeugen vage als "Südländer" beschrieben

Eine männliche Person kann etwas genauer beschrieben werden:

Er trug ein helles Basecap, dessen Schirm zum Rücken gedreht war. Der Unbekannte war mit einer hellen Ballonseidenjacke bekleidet. Auf dem Oberteil war ein blauer Pfeil oder ein blauer Streifen vorhanden.

Sachdienliche Hinweise bitte an die Polizei in Kamp-Lintfort, Tel.: 02842 / 934-0.

Rückfragen bitte an:

Kreispolizeibehörde Wesel
Pressestelle
Telefon: 0281 / 107-1050
Fax: 0281 / 107-1055
E-Mail: pressestelle.wesel@polizei.nrw.de

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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