Antisemitismus als Ausdruck einer nicht klein zu kriegenden gegenstandslosen Verschwörungstheorie
Mord in Halle - Antisemitismus ist eine Perversion menschlichen Denkens

Heute, ein antisemitischer Anschlag in Halle. Menschen werden ermordet. Entsetzen allenthalben. Über die Opfer ist noch kaum etwas bekannt. Was aber bewegt die Täter, Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Religion ermorden zu wollen? Der Versuch einer kurzen Analyse.

Der Antisemitismus findet seine Ursprünge im Christentum. Den Juden wurde vorgeworfen, Jesus Christus ans Kreuz geschlagen zu haben. Über viele Jahrhunderte in der ausgehenden Antike und im Mittelalter haben die Christen den Juden das nicht verziehen. Später wurden die Juden von zahlreichen Berufen ausgeschlossen und flüchteten sich in die Finanzwirtschaft, wo sie recht erfolgreich agierten, was den Zorn erhöhte. Und es schlichen sich alsbald phantasierte Verschwörungstheorien ein, die besonders bei Katastrophen wie etwa der Pest Hochkunjunktur hatten. Die Juden wurden ohne realen Hintergrund zum Sündenbock für dieses und jenes. Es kam zu Pogromen.

Mohammed, der Begründer des Islam, ging als Feldherr rigoros gegen die Juden seines Einflussbereiches vor. Er verfolgte sie. Und die Unberührbarkeit des Propheten und des Koran lassen bis heute für viele gläubige Muslime keinen Zweifel daran, dass die Juden zu bekämpfen sind.

Den noch immer im ausgehenden 19.Jahrhundert und beginnenden 20.Jahrunderts florierenden Antisemitismus nahm Hitler in seinem Buch "Mein Kampf" und in all seinem folgenden Handeln auf, um die verschwörungstheoretischen Ansätze zu überhöhen zu einem allumfassenden Glaubenssatz. Was daraus geworden ist, wird mit dem Begriff Holocaust erfasst. 

Heute sind die Christen aus der Verschwörungstheorie des antisemitischen Denkens ausgebrochen und haben den fatalen Fehler des früheren Christentums erkannt. In den Köpfen mancher Menschen hallt aber die Zeit des Nationalsozialismus immer noch nach. Und im Islam ist der Antisemitismus immer noch virulent. Die Verschwörungstheorie ist weiterhin zugegen.

Die antisemitisch ausgerichteten Menschen auf der Welt leben weiterhin in einer Blase und verweigern den Zutritt der Vernunft und der historischen Erkenntnisse.

Aber was sind die historischen Erkenntnisse?
Das Judentum gehört nachweislich zu den friedlichsten Religionen und Zugehörigkeiten. Das Christentum und auch der Islam manifestierten sich dagegen immer wieder als gewalttätig und unterdrückend. Die Juden missionierten nicht, sie eröffneten keine Kriege. Das Judentum ist eindeutig die friedlichste der drei großen Buchreligionen. Das Opferdasein wurde stattdessen sein Schicksal. Die Juden lebten, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Staat bekamen, sämtlich in der Diaspora und haben sich unauffällig, oftmals loyal in ihrem Staat integriert. In Nazideutschland wurde das nicht honoriert. Jüdische Menschen, deren Vorfahren seit Jahrhunderten schon Deutsche waren und sich auch als solche empfanden und auch so handelten, wurden im wahrsten Sinne des Wortes vernichtet. Die schwärzeste Zeit unseres Landes, in der das weltweite Judentum ausgerottet werden sollte.

Niemand braucht von den Juden etwas zu befürchten, und trotzdem sind Menschen wie jetzt der Täter von Halle von Hass und Verbohrtheit dermaßen besessen, dass er sich zu einem noch glücklicherweise verhinderten Massacker entschließt. Welche Elternhäuser, welche Geschichtslehrer, wer hat bei solchen Menschen versagt? Befürchtungen, wie sie etwa aus zuwanderungsfeindlichen oder nationalistischen Ecken kommen, kann man vielleicht noch formal nachvollziehen, wenn auch nicht gutheißen, aber antisemitisches Denken??? Es bleibt viel Fassungslosigkeit zurück. Nachvollziehen kann man es jedenfalls nicht. Antisemitisches Denken ist einfach nur pervers.

Wann kommt endlich die Zeit, dass Synagogen nicht mehr von Sicherheitskräften mit Maschinenpistolen bewacht werden müssen?

Darüber hinaus: Das Internet befördert Verschwörungstheorien. Es gilt, durch Aufklärung dagegenzuhalten.

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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