Mobilität und Verkehr - antiquiert angesichts des Klimawandels - "Standorttreue" ist eine Option
Von A nach B auf Teufel komm raus - das sollte ein Ende haben!!! Nicht zuletzt für Urlauber!

Der Klimawandel führt sicherlich nicht dazu, dass die Welt nicht mehr lebenswert ist, wie ich einen Schüler von Fridays for Future heute sagen hörte. Das ist Quatsch. Die Landschafts- und Klimazonen allerdings werden sich verändern. Die Menschen werden sich umstellen müssen. Mit wirtschaftlichen Verwerfungen ist zu rechnen. Es wird zu Migrationsbewegungen ungeahnten Ausmaßes kommen, die nicht immer sozialverträglich über die Bühne gehen werden.
Die Welt kann das auf sich zukommen lassen, riskant und unwägbar wäre es allemal.
Wer das jedoch nicht fatalistisch auf sich zukommen lassen will, muss politisch agieren und auf eine rigorosere Klimapolitik drängen, wie es Wissenschaftler schon lange tun, aber auch etwa die Bewegung Fridays for Future. Aber wie kann solch eine Klimapolitik aussehen? Nur vom Klimanotstand schwadronieren, reicht nicht. Wir müssen zur Tat schreiten, gerade wir Deutschen, wollen wir eine Vorreiterrolle für die Welt einnehmen.

Der wichtigste Aspekt scheint mir dabei in dem Energiebewusstsein zu liegen. Viele fordern den sofortigen Ausstieg aus der Braun- und Steinkohle, ohne Perspektiven zu eröffnen, wie die daraus entstehende Energielücke gedeckt werden soll. Mit regenerativen Energien wird man das bei gleichbleibendem Energiebedarf weder kurz- noch mittelfristig schaffen. Also bleibt nur: Energieverbrauch senken! Aber wie?

Da ist ein Blick auf den Energieverbrauch in Deutschland hilfreich. 
Etwa 50 Prozent entfallen auf Wärme und Kälte,
etwa 30 Prozent auf den Verkehr,
etwa 20 Prozent auf Strom.

Unser Energiebewusstsein kann auf alle drei Bereiche Auswirkungen haben. Der Fokus sei auf den emissionsintensiven Verkehr gelenkt, der den Treibhauseffekt unserer Atmosphäre wesentlich verstärkt. Also sollte der Verkehr reduziert werden. Welche Umstellungen verlangt das von uns ab?

1. Personenverkehr:
- Wir fahren oder fliegen in Urlaub und wollen dabei die Welt kennen lernen. Und wer die längsten Reisen zurücklegt, der kehrt voller Stolz zurück und berichtet seinen Freunden. Dass er dabei den Klimawandel persönlich beschleunigt, ist selten ein Thema. Fridays for Future hat heute mit einer Demonstration an einem Flughafen darauf aufmerksam gemacht, und das zurecht. Aber auch die Autofahrer, die etwa Europareisen machen, sollten sich angesprochen fühlen.
Nebenbei: Immanuel Kant, einer der größten deutschen Philosophen, hat seine Heimatstadt Königsberg niemals verlassen. Ist allerdings schon mehr als 200 Jahre her.
- Geschäftsreisen, manche vielleicht wirklich erforderlich. Andererseits: Die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten dürften viele Geschäftsreisen überflüssig machen, wenn man den Klimawandel ernst nimmt.

2. Güterverkehr:
- Der weltweite Handel und Verkehr in einer globalisierten Welt braucht ausgedehnten Verkehr, aber womöglich reduziert sich der Verkehr, wenn man nicht immer nur auf den Preis schaut, der den Klimapreis überhaupt nicht einbezieht. Heimische Produkte haben Vorteile, auch für das Klima.
- Immer noch bestehen koloniale Strukturen: Ressourcen importieren, Fertigwaren exportieren. Wenn man die Länder mit Ressourcenreichtum in die Lage versetzt, auch mit Hilfe westlicher Konzerne, im eigenen Land Fertigwaren zu produzieren, so reduziert sich nicht nur der Verkehr. Auch die globale soziale Gerechtigkeit profitiert davon. Das Klima sowieso.

Die Globalisierung, wie wir sie kennen und verherrlichen, sollte überdacht werden.

Und die Politik kann dazu beitragen: Kerosinsteuer einführen, Schweröl besteuern, Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen einführen u.v.m..

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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