Was will der Mensch wirtschaftlich - was kann er wirtschaftlich wollen?
Wirtschaftliche Nachtgedanken anlässlich der Corona-Visite

Was ist wirtschaftlich in den vergangenen zwei Monaten, der Hoch-Zeit der Coronakrise, eigentlich passiert? Was hat der Shutdown wirtschaftlich unmittelbar bewirkt? Vieles, werden manche sagen. Aber alles zentriert sich in einem stark heruntergefahrenen Konsum, der sich nur im Lebensmittelbereich und in den fixen Kosten wie Miete, Versicherungen u.a. unverändert zeigte.

Ansonsten wurde wenig ausgegeben. Der Autokauf brach zusammen, Essen und Trinken in der Gastronomie entfielen, Shopping gab's nicht mehr, sieht man vom Online-Shopping ab, Zahlungen für kulturelle Veranstaltungen oder Freizeitaktivitäten waren obsolet, um nur einige Punkte zu nennen. Die Menschen als Konsumenten wurden zu Sparern, zu Menschen, die Geld horten konnten. Welch toller Aspekt.

Aber - die Menschen sind in den meisten Fällen nicht nur Konsumenten, sie sind Erzeuger von Gütern und Dienstleistungen, wofür sie eine Entlohnung bekommen. Diese brach nun, da der Konsum heruntergefahren war, bei vielen Menschen, nicht bei allen, entweder ganz oder zum Teil weg. Gastronomie, Fitnesscenter, Geschäftsinhaber, aber auch die Industrie, etwa die Autoindustrie, litten. Mit Soforthilfen und Kurzarbeitergeld griff der Staat in noch nie dagewesenem Maße ausgleichend ein, nahm Schulden auf, die letztendlich Konsument wie Erzeuger von Gütern und Dienstleistungen als Steuerzahler zu begleichen haben.

Alles, was geschah, bedeutet natürlich einen ungeheuren Einbruch des Wirtschaftslebens, von dem wir noch nicht genau wissen, wer im Einzelnen in welchem Maße die Zeche zu bezahlen hat und ob diese Bezahlung gerecht verteilt wird. Verzicht wird unausweichlich sein. Da aber kaum jemand verzichten will, kann ein gehöriges Gerangel, Gekeife, ein Stechen und Hauen erwartet werden. Darüber hinaus schärft sich, wenn nicht schon jetzt, dann doch schon bald, unser Bewusstsein, in welcher Dynamik des Wirtschaftens wir verstrickt sind, in einem "schneller, höher, weiter", als gäbe es keine Alternative. Der Gott "Wirtschaftswachstum" duldet keine Götter neben sich. Oder sind's möglicherweise die Menschen selbst, die keine Götter daneben dulden, weil sie sich nicht einschränken wollen? Dabei ist das Misstrauen in den Gott "Wirtschaftswachstum" aufgrund seiner Nebenwirkungen weit verbreitet.

Wir befinden uns in einem Dilemma, das man auch als gordischen Knoten betrachten kann. Und niemand weiß, was geschieht, wenn dieser gordische Knoten aufgrund Alternativlosigkeit von wem auch immer durchgeschlagen wird.

Würden wir demjenigen zujubeln oder würden wir ihn steinigen?    
   

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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