Charakter einer Budberger Straße
Die Wolfskuhlenallee, für Neuankömmlinge alptraumverdächtig

Wer sich zum ersten Mal mit seinem Auto bei Dunkelheit von Süden dem Rheinberger Ortsteil Budberg nähert, befährt eine von Feldern gesäumte geradlinige Straße in einer offenen Landschaft mit vereinzelten Häusern. Nun eine scharfe Linkskurve, links ein Feld, rechts dunkler Wald, doch schon nach 200 m eine scharfe Rechtskurve.

Dunkler Wald nun zu beiden Seiten der Straße. Hier beginnt die Wolfskuhlenallee. Und die Eindrücke verändern sich schlagartig. Der Autofahrer empfindet unversehens ein Fremdsein, womöglich ein Eintauchen in eine fremde verwunschene Welt, gespentisch gar, eine Welt, die ein mulmiges Gefühl auslöst, vielleicht auch ein Gefühl des Ausgeliefertseins und der Ängstlichkeit. An geschlagenem Holz, an aufeinandergeschichteten Holzstämmen vorbei führt die einsame Allee, deren Bäume, als wollten sie die Straße in sich aufsaugen, bedrohlich wirken. Über der Allee schließen sich die Bäume der beiden Straßenseiten zusammen.

Und schon wird der Autofahrer auf Tempo 30 gedrosselt, als sollte er zur Schlachtbank geführt werden. Das Herz scheint sich zusammenzupressen. Rechts taucht ein Gehöft auf, das als "Wirtshaus im Spessart" daherzukommen das Zeug hätte. Aber kein Licht dringt auf die Straße. Verschlossene Blendläden unmittelbar an der Straße. Es ist der Wolfskuhlenhof, auf dem Roderich Freiherr von Loë residiert, einem alten Adelsgeschlecht entstammend, das auf 8 Jahrhunderte Familiengeschichte zurückblickt. Zur Linken kann man nur das Schloss Wolfskuhlen erahnen, das einst die Wohnstätte der von Loës war, bevor vor etlichen Jahrzehnten der Umzug der von Loës in den gegenüberliegenden Wolfskuhlenhof stattfand und das Schloss nach anderweitigen Nutzung dem Schicksal einer verfallenden Ruine anheimgestellt wurde.

Der Autofahrer, der zum ersten Mal diese einengende Stelle passiert, flüchtet nach vorn. Nichts wie durch hier. Gott sei Dank, Tempo 70 wird gestattet. Also nichts wie drauf aufs Gaspedal. Doch die Bäume scheinen weiter zugreifen zu wollen. Das Scheinwerferlicht sucht nach einem Ausweg. Und da - Licht voraus. Laternenlicht einer querlaufenden Straße, wo die Wolfskuhlenallee mündet. Rechts geht's weiter ins Dunkle, doch links geht's in vertraute Umgebung mit Wohnhäusern und gegenüberliegenden Sportstätten.

Entronnen!

Autor:

Helmut Feldhaus aus Rheinberg

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