In der Krise zeigt sich der Charakter ...
Drei Wochen Stubenarrest

Mittlerweile scheint es vielen Menschen auf die Nerven zu gehen, dass sie nur Kontakt zu ihren sogenannten Primärkontakten persönlich pflegen können - die Sekundärkontakte aber "nur" über soziale Medien eingeschränkt wahrnehmen. Drei Wochen - also eine Zeit, die kürzer ist als die Sommerferien - haben schon genügt, dass die Zahlen für Häusliche Gewalt in die Höhe schnellen. Drei Wochen genügen, dass selbsternannte Experten, Angst um die Weltwirtschaft haben. Deshalb soll der Normal-Verbraucher seine Gesundheit riskieren, um eine sogenannte "Herden-Immunität" zu erreichen. Wenn diese daran erreicht worden ist, kommen bestimmt diese Experten auch wieder in die Öffentlichkeit zurück. So wie das immer ist. Große Klappe, aber andere vorschicken...

Das sind so Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich einmal am Tag so eine Sondersendung "Corona" sehe. Heute vormittag wurde in der ARD nicht der Palmsonntag begangen, sondern im Presseclub diskutiert, eine "Vollbremsung der Corona-Maßnahmen" zu vollziehen. Ernsthaft werden hier Menschen als Masse berechnet, eine Pandemie in den Griff bekommen zu wollen, die möglicherweise in den nächsten Jahren immer wieder mit verändertem "Gesicht" daher kommen wird.

Ich mag solche Diskussionen nicht

mehr anschauen. Da gehe ich lieber mit meinem Sohn und unseren Hunden durch den Wald. Oder an anderen Tagen, mit meiner Frau, oder anderen Familienmitgliedern. Denn, meine Familie - also die Kernfamilie - stellt meine Primärkontakte dar. Meine Primärkontakte nerven mich nicht - im Gegenteil, freue ich mich über jede gewonnene Stunde oder Minute. In Relation zum sonstigen Alltag, meine ich. Dabei könnte ich doch wirklich meckern, was die "Wirtschaft" angeht. Habe ich doch als Lehrer just in dem Moment die Schule gewechselt, als die Schulen "geschlossen" wurden. So bekam ich nicht mehr rechtzeitig den neuen Arbeitsvertrag ausgehändigt, was finanziell gesehen, ziemlich blöde ist. Für meine Familie und für mich. Aber wir sind gesund. Toilettenpapier haben wir auch noch. Und Lebensmittel genug, dass wir noch das vorhandene Toilettenpapier brauchen werden. 

Mir ist es auch egal, ob der Virus einem Militärlabor entsprungen sein könnte, oder durch den Verzehr von Fledermäusen stammt, oder eine Verschwörung sein soll - um das Manöver "Defender" mit einer Seuchen-Komponente realistischer zu machen.

Ich verschwende nicht meine Zeit

mit weiteren Verschwörungstheorien. Lieber spiele ich mit den Jungs mal wieder Matchbox-Autos, auch wenn meine Jungs die inzwischen Hot Wheels nennen, oder so. Oder wir tanzen mit meiner Frau und den Mädchen gemeinsam vor der Spielekonsole, wie wenn das Wetter an anderen Tagen nicht mitspielt. Budenkoller bekomme ich jedenfalls nicht. In den letzten Wochen habe ich nochmal meine alten Karl-May-Bücher heraus gekramt, um sie mit einem 40jährigen Abstand nochmal zu lesen. Dabei stellte ich fest, dass auch schon in dem Band 1 "Durch die Wüste", der erfundene Held Kara Ben Nemsi, mit anderen Menschen einen Eintopf von Fledermäusen verzehrte, was "er" für Taubensuppe gehalten hatte. Natürlich ist die Person fiktiv, aber der Autor hatte seinerzeit gut recherchiert, geografisch, historisch und auch kulinarisch. CoVd-1869 ist mir aber nicht bekannt. Glücklicherweise halten diese Bücher auch weitere interessante Begegnungen und Erlebnisse fest. Auch mit Lesen kann man also gut ein paar Wochen "Stubenarrest" aushalten, finde ich. 

So komme ich zu der Idee, dass die Welt, falls "die" uns bestrafen sollte - weil wir uns alle so sehr am Klima versündigt haben - Stubenarrest nicht die rechte Strafe wäre (wären wir der Virus sozusagen). Handy-Verbot und stundenweise Entzug von TV und Facebook, wäre vielleicht besser, um häusliche Gewalt und andere Exzesse der Dummen einzudämmen. Denn, wenn die von mir so bezeichneten Dummen nicht ständig irgendwelche Shades of Irgendwas sehen würden, die abstrusesten Verschwörungstheorien lesen, und sich an Hasstiraden in sogenannten sozialen Medien beteiligen könnten, wäre die Welt aktuell vielleicht so friedlich, wie in unserem Wohnzimmer. Also:

Drei Wochen Handy-Verbot für alle

die momentan noch glauben, dass sie draußen unentbehrlich sind, wenn sie zu unnützen Zwecken eine Herdenimmunität provozieren, würde mir gefallen... nur dann würde ich auch einer Handyortung zustimmen, wenn genau diese Handys dann technisch gestört werden könnten. Auf Dauer. Vielleicht würden dann der eine oder andere Mensch wieder feststellen, dass man sich auch mit den Primärkontakten beschäftigen kann. Ich meine, z.B. die Kinder, wo sie schon mal so viel zuhause sind. Denn meine Kinder wissen etwas mit sich anzufangen, während ich das hier schreibe. In anderen Haushalten sind es eher die Eltern, die mit ihren Kindern nichts anzufangen wissen, denke ich. Wäre die Machart nicht so schön, hätten manche Menschen wohl auch keinen Nachwuchs. Dabei wäre auch letzteres durchaus eine echte Alternative zur häuslichen Gewalt: Sich daran erinnern, wie man als verliebtes Paar, diese Kinder gezeugt hat. Man könnte es mit der Partnerin oder dem Partner "nachspielen". So mit Romantik, Vorspiel und so. Sich gegenseitig erobern, statt zu streiten. Zeit ist genug da, falls man eingerostet ist - und mehr Zeit braucht. Man müsste einfach einmal das Handy an die Seite legen, ohne Ladekabel - und die sekundären Kontakte dort lassen, wo sie früher waren.

Die Idee, dass nun alle meine Leserinnen und Leser mit ihren Partnern zärtlich sind, später mit den Kindern spielen, oder lesen in alten Büchern - würde mir gut gefallen, mit diesen Zeilen dazu beigetragen zu haben... Insoweit: Bleibt alle gesund.

Autor:

Stephan Leifeld aus Schermbeck

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