Die gute alte Weihnachtszeit begeisterte

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Die Premiere ist gelungen: Die „gute, alte Weihnachtszeit“ am Samstag auf der Mittelstraße erlaubte eine Zeitreise in die Mitte des 19. Jahrhunderts.

„Hören Sie auf die Glocke, die Pest ist ausgebrochen“, warnte Gudrun Gerwien als Abt Kalison vom Orden der Gaguner. „Man muss Brücken schlagen“, meinte die Vorsitzende der GaGu-Zwergenhilfe und Ideengeberin.
„Zweifel, ob das gelingt“, hatte Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter, als er erstmals von dem Konzept hörte. „Es ist euch gelungen“, gab er bei der Eröffnung unumwunden zu. „Ihr habt etwas Besonderes auf die Beine gestellt“, das Zukunft habe. Das sehen die Veranstalter ebenso optimistisch.

Vom gelungenen Konzept konnte sich jeder Gast beim Bummel über die Mittelstraße schnell selbst überzeugen. Die mit Strohballen und Jute eingehüllten Stände passten ebenso ins Bild wie die Darsteller. Petra Trepnau mimte im zeitgenössischen Kostüm „die Lehrerin an der höheren Töchterschule“. Die 13. Jahrgangsstufe der Gesamtschule machte ebenfalls mit.
Die GaGu-Zwergenhilfe richtete auf dem ehemaligen Grafen-Parkplatz eine „Armenspeisung“ ein. Die Kartoffelsuppe, Vermögende konnten sich noch das Fleisch darin leisten, schmeckte köstlich.

„Etwas anderes, etwas aus der Reihe“ wollte die Werbegemeinschaft in Zusammenarbeit mit den GaGus anbieten, betonte deren Vorsitzender Wolfgang Lensing. „Es passieren Sachen, die wir gar nicht geplant hatten“, aber im positiven Sinn. So beteiligten sich Gäste spontan als Darsteller, schlüpften in eine selbst gewählte Rolle. Alles, ohne den Zwang, die Zeit haargenau zu treffen. Die „gute, alte Weihnachtszeit“ erhob keineswegs den Anspruch, ein wissenschaftliches Freilichtmuseum zu sein.

„Sehr spontan“ entschloss sich zum Beispiel das Haus Kilian zum Mitmachen, verriet dessen Leiterin Birgit Förster. Einen gut sortierten Gemischtwarenladen, „alles ohne Plastik“, steuerten Team und Bewohner bei. Selbstgebackenes Mehrkornbrot gab’s dort ebenso zu kaufen wie frisches Gemüse. „Ich finde, das hier etwas spaßiger“, meinte Förster im Vergleich mit dem „Marktplatz der Hilfe“, den Haus Kilian seit Jahren begleitet.

Autor:

Olaf Hellenkamp aus Dorsten

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