Operation Overlord
D-DAY - DER LÄNGSTE TAG

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Vor 76 Jahren begann die Landung der Alliierten in der Normandie. Der sogenannte längste Tag.
Der 6. Juni 1944 ging unter dem legendären Namen D-Day als Tag der alliierten Landung an der Küste der Normandie in die Geschichte ein. Es war der dramatischste Teil von „Operation Overlord“, die den Beginn der Befreiung Westeuropas von der deutschen Besatzung darstellte.
Ich persönlich empfinde großen Respekt und große Dankbarkeit im Andenken an diesen Tag.

Angesichts der großen Verluste an Soldaten und Material auf beiden Seiten, der großen Entbehrungen und Trauerfälle auch der zivilen Bevölkerungen in Europa, frage ich mich oft, warum der D-Day kein europaweiter - zumindest aber deutscher Nationalfeiertag ist. Schließlich haben wir verloren, meinen die Einen. Die Anderen werden sagen, zu denen rechne ich mich auch, wir haben gewonnen - das höchste Gut, was es gibt. Die Freiheit!

Seit den 80er Jahren fahre ich immer wieder, ob alleine oder mit meiner Familie inzwischen, nach Frankreich in den Urlaub. Dabei gehören der Mont-St-Michel - aber auch die Strände des D-Day wie ein festes Ritual dazu. Ich habe auch den Film „Saving Private Ryan“ seinerzeit im Kino gesehen, mit Tom Hanks als wirklich brillanten Schauspieler. Steven Spielberg zeigt dort eindrucksvoll den Un- und Wahnsinn von Krieg. Die inzwischen verlassenen Bunkerstellungen bei Ouistreham, Avranches oder anderswo zeigen das auch.

Möge so eine Offensive nie mehr notwendig sein ... 

Angesichts der aktuellen Entwicklungen in den USA geht mein Artikel nun noch weiter, als ursprünglich geplant. Gedenke ich doch dieses Mal vor allem den über 100.000 farbigen Soldaten in der US-Armee und den zwei Dritteln der französischen Befreiungsarmee, die sich mit Farbigen aus den ehemaligen französischen Kolonien zusammensetzte. 

Die etwa 100.000 sogenannten Afroamerikaner dienten im II. Weltkrieg in den US-Streitkräften. Für die nicht weißen Soldaten bedeutete es seinerzeit einen „Fight for the Right to Fight“ (Der Kampf ums Recht zum Kämpfen). Denkwürdig bleibt dabei, dass sie nicht nur gegen deutsche und japanische Truppen kämpfen mussten, sondern auch gegen Vorurteile, Diskriminierung und Entwürdigung "zuhause" an der Heimatfront.

Man muss sich in diesem Zusammenhang vorstellen, dass vor der großen Parade, die am 26. August 1944 die Befreiung von Paris auf der Champs-Élysées feiern sollte, die Amerikaner eine Bedingung stellten. Für die Geste, an der Spitze des Zuges französische Soldaten marschieren zu lassen, sollten Charles de Gaulles "Forces françaises libres" sicherstellen, dass darunter keine schwarzen Soldaten sein würden. Das war nicht so einfach: wie bereist erwähnt, rekrutierten sich die Truppen von Charles de Gaulle hauptsächlich aus Kämpfern aus den ehemaligen französischen Kolonien. Aber die US-Führung blieb damals hart. Schließlich herrschte in ihrer Armee noch strikte Rassentrennung.

Der Kampf der Alliierten gegen Deutschland und Japan war offiziell ein Kampf gegen rassistische Ideologien gewesen. Ein afroamerikanischer Soldat, der im April 1945 zu den Befreiern des NS-Konzentrationslagers Buchenwald gehörte, bekannte später: „Ich erinnerte mich daran, dass ich zu Hause nicht aus dem öffentlichen Wasserspender trinken durfte, wie ich im Restaurant nicht bedient wurde, mich im Bus nicht auf einen freien Platz setzen durfte. Ich hatte den Eindruck, dass mein Vaterland mich missbrauchte. Ich war ein zorniger schwarzer Soldat.“

Beim großen Marsch mit Martin Luther King und in der Bürgerrechtsbewegung der 1950er- und 1960er-Jahre waren dann auch zahlreiche Weltkriegsveteranen an vorderster Front dabei... und hofften auf Besserung auch in ihrem eigenen Land.

Ich stelle mir manchmal die Frage in diesen Tagen, ob Buchenwald von den Amerikanern befreit worden wäre, wären Juden farbige Menschen gewesen... 

Autor:

Stephan Leifeld aus Schermbeck

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