Frechheit: Baum gefällt

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Die Anwohner der Windmühlenstraße sind entsetzt über die Fällung eines ihrer Meinung nach gesunden Baumes (die wap berichtete). Nahezu alle Anlieger haben einen offenen Brief an Bürgermeister Jochen Stobbe unterzeichnet.
In dem Schreiben heißt es:
„Ein Baum wird gefällt und ALLE haben verloren: Die Stadt – das Vertrauen vieler Bürger. Die Tiere – einen Lebensraum. Das Klima – einen CO²-Fresser. Die Bürger – ein herrliches Straßenbild. Die Anwohner – ihre Harmonie.
Aufgrund einer Pressemitteilung über die Fällung der Linde vor dem Haus Nr. 22 in der Windmühlenstraße könnte der Eindruck entstehen, dass diese im Einvernehmen mit den meisten Anwohnern geschehen ist. Tatsache ist aber, dass wir in höchstem Maße enttäuscht darüber sind, dass wir, obwohl wir eine Zusage der Stadt hatten, über jegliche Maßnahmen rechtzeitig im Vorhinein informiert zu werden, drei Tage vorher vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Es drängt sich auch die Frage auf, ob die äußerst kurzfristige schriftliche Information nur aufgrund von
Telefonaten entsetzter Anwohner in letzter Minute auf den Weg gebracht wurde. Somit wurde jegliche Chance für ein gemeinsames Arbeiten von Stadt und engagierten Bürgern fahrlässig weggeworfen. Und dabei hätte für diesen alten, gesunden Baum, dessen Verstoß gegen die Verkehrssicherheit aus einem partiell angehobenen Seitenstreifen bestand, bei gutem Willen eine Grundlage zum Überleben geschaffen werden können.
Bedenklich ist darüber hinaus, dass mit dieser Argumentation die Mehrzahl aller alten Bäume in Schwelm gefällt werden müsste – und das in einer Stadt, die an den Ortseingängen mit „Deutsche Alleenstraße“ wirbt. Stadtattraktivität ist in unserer Stadt ein wichtiges Thema, das wir allerdings so nicht angehen sollten, wenn wir mit unseren Nachbarstädten konkurrieren wollen. Dort funktioniert nämlich das Verhältnis zwischen Verwaltung und Bürgerschaft ausgezeichnet und trägt auch durchaus sichtbare Früchte. Sie sind angetreten als Bürgermeister der Bürgernähe und müssen sich fragen lassen, ob öffentliche Fotos, die städtische Arbeiter nach einer Baumfällaktion als Trophäenjäger heroisieren, dieses Bemühen unterstützen.
Wir Anwohner hätten uns ein offenes, vor allem gehaltenes Wort in dieser Angelegenheit gewünscht und versichern, dass wir auch in Zukunft um den Erhalt jedes einzelnen Baumes in der Windmühlenstraße kämpfen werden. Und ob all diejenigen, die das Fällen des Baumes betrieben haben, jetzt glücklich sind, bleibt dahingestellt.
Ob in Zeiten knapper Haushaltsmittel ein seit 80 Jahren nicht befestigter Gehweg gepflastert werden muss und damit weitere gesunde Bäume belastet werden, ist sicher auch nachdenkenswert. Ein fertig ausgebauter Gehweg existiert ja seit mehr als 30 Jahren auf der anderen Straßenseite.“
Angefügt ist eine Unterschriftenliste mit 43 Namen.

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