Warenhausbetrieb wird unter neuer Führung fortgesetzt
Es "rumpelt" in der Kleiderkammer

Die Regale im Warenhaus sind noch gut gefüllt.
  • Die Regale im Warenhaus sind noch gut gefüllt.
  • Foto: Foto: Britta Kruse
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Eigentlich hätte es einen harmonischen Übergang geben können, doch hinter den Kulissen des ehemaligen Warenhauses für Flüchtlinge rumpelt es gewaltig. Grund ist der "autoritäre Führungsstil" des neuen Vorstandes.
Ende des vergangenen Jahres hatte das Warenhaus für Flüchtlinge seinen Betrieb eingestellt. Der Grund: Zum einen hatte der Zustrom geflüchteter Menschen, der 2015 zur Gründung des Warenhauses geführt hatte, nachgelassen, zum anderen sahen es die ehrenamtlichen Akteure als nicht mehr zeitgemäß an, das Warenhaus nicht für alle bedürftigen Menschen zu öffnen.

Kräfte bündeln

Und so lag es nahe, Kräfte zu bündeln und die Fortführung des Warenhauses verschiedenen anderen Anbietern zur Verfügung zu stellen.
Erste Gespräche wurden daraufhin geführt, vorstellbar war für die Willkommensinitiative die Übertragung der Verantwortung an einen neuen Träger. Ein entsprechendes Konzept soll erarbeitet und dann im nächsten Sozialausschuss der Stadt vorgetragen werden. Die von den Bürgern gespendete Bekleidung und Wäsche könnte eventuell vom neuen Träger übernommen werden, so die Vorstellung der jetzigen Akteure. Denkbar sei ein Ausweissystem, wie es jetzt beispielsweise bereits im Tafelladen praktiziert wird. Danach könnten künftig quasi alle bedürftigen Schwelmer auch im Warenhaus einkaufen. Der ebenfalls gespendete Hausrat (Geschirr, Töpfe etc.) indes findet wohl keine Verwendung mehr.

Ausverkauf

Der neu gewählte Vorstand der Schwelmer Willkommensinitiative um Alexander Sell will am Sonntag, 7. April, von 11 bis 17 Uhr in der ehemaligen Turnhalle an der Markgrafenstraße einen Trödelmarkt veranstalten, um den gesamten Hausrat zu veräußern. Die Ehrenamtler indes haben sich dagegen entschieden - zu groß der Aufwand. Stattdessen kann sich jeder, der zurzeit eine Beratung im Warenhaus sucht, selbst bedienen. Auch Fahrräder werden herausgegeben.

Maulkorb fürs Ehrenamt

Alexander Sell hat währenddessen eine offene WhatsApp-Mitgliedergruppe gesperrt: Nur sog. Administratoren dürfen noch Nachrichten schreiben, alle anderen haben sozusagen einen "Maulkorb" bekommen. Die Folge: Viele Mitglieder - darunter auch Kurt und Hannelore Biallas, die zu den engagierten Gründern des Warenhauses gehörten - haben die Gruppe verlassen.
Bedauerlich ist zurzeit eine augenscheinliche Entzweiung in zwei Lager: So etwas macht das Gesamtgefüge nur komplizierter, wobei ehrenamtliches Engagement auch unter neuen Vorzeichen besonders wichtig ist.
Fakt ist, der Warenhausbetrieb wird aller Wahrscheinlichkeit nach fortgesetzt, mögliche neue Betreiber werden mit der Willkommensinitiative nach den ersten positiven Gesprächen in Kontakt treten.
Die Stadt sieht sich ebenfalls in der Pflicht und wird weiterhin die Miete und Nebenkosten zahlen. Eine ehrenamtliche Beratung von geflüchteten Menschen durch die Initiative wird es allerdings unter dem Dach der neuen Betreiber wohl nicht mehr geben.

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