Führungen über den Jüdischen Friedhof Schwelm
Rundgang in die Geschichte

Der Jüdische Friedhof Schwelm ist eines der ältesten Baudenkmäler der Stadt und das einzige erhaltene Zeugnis deutsch-jüdischer Kulturgeschichte am Ort.
  • Der Jüdische Friedhof Schwelm ist eines der ältesten Baudenkmäler der Stadt und das einzige erhaltene Zeugnis deutsch-jüdischer Kulturgeschichte am Ort.
  • Foto: Heimatverein Schwelm
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Der Verein für Heimatkunde Schwelm bietet am Sonntag, 5. Mai, und erneut am Sonntag, 12. Mai, Führungen über den Jüdischen Friedhof Schwelm an.

Schwelm. Der Jüdische Friedhof Schwelm ist eines der ältesten Baudenkmäler der Stadt und das einzige erhaltene Zeugnis deutsch-jüdischer Kulturgeschichte am Ort. Seit dem 16. Jahrhundert lebten Juden in Schwelm, viele von ihnen bewohnten die heutige Kirchstraße. Als Begräbnisort nutzten sie anfänglich einen Winkel am Fuß der Stadtmauer, heute gelegen am Rand des „Brauereigässchens“. Um 1776 richteten sie den neuen Friedhof außerhalb der Stadt nahe der Ortschaft „Delle“ ein.
Da jüdische Gräber für unbegrenzte Zeit angelegt sind, sind man auf dem Friedhof noch viele der alten und ältesten Grabsteine erhalten. Sie erzählen von etwa 170 Jahren Schwelmer Stadtgeschichte. Die Namen vieler jüdischer Familien der Stadt, wie Herz und Marcus, Anschel und Calmann, Meyer und Rosendahl sind zum Teil noch bekannt, ihre einstigen Wohn- und Geschäftshäuser sind noch in der Altstadt erhalten und als Denkmäler geschützt.
Das letzte Begräbnis auf dem Friedhof fand 1943 statt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Ort mehrfach geschändet und verwüstet. Nach dem Krieg stellten Bund, Land, Stadt Schwelm und ehrenamtliche Bürger den Friedhof sorgfältig wieder her, und er ist bis heute gut erhalten. Seine Lage am Südhang des Ehrenbergs am Rand von Wiesen und Wäldern ist idyllisch.
Marc Albano-Müller, der die Führungen leitet, begann 2016 zunächst die Geschichte von Martha Kronenberg zu recherchieren, der Bäckertochter aus der Potthoffstraße, die sich in der Nazizeit für Juden aus Schwelm und Wuppertal einsetzte. Seine Recherche erweiterte sich auf die Familien Marcus und Herz, bald auch auf viele weitere jüdische Familien, die einst Teil der Stadt waren und über Generationen ihre Angehörigen auf dem Friedhof bestatteten.
Mit zahlreichen Nachfahren konnte Albano-Müller in den USA, in Israel, England und Frankreich Kontakt aufnehmen. Zuletzt waren dies die Familien Barmé und Auerbach, die einst zu Langerfeld gehörten und in Schwelm die Synagoge besuchten. Begeistert über die Kontaktaufnahme, haben gleich drei Familien aus den USA in diesem Jahr ihren Wunsch ausgedrückt, nach Schwelm zu kommen und ihrer Vorfahren auf dem Friedhof zu gedenken.
Marc Albano-Müller wird bei der Führung von seiner Recherche und von der jüdischen Stadtgeschichte erzählen. Etwa 86 Grabsteine sind auf dem Friedhof erhalten, zu jedem sind einige Erinnerungen anzumerken, heitere ebenso wie tragische. Als besonderer Bonus soll der gerade erst „entdeckte“ älteste Grabstein des Friedhofs präsentiert werden. Er wurde kürzlich präzise auf das Jahr 1713 datiert und verbindet sich mit dem Namen einer Mirjam, Tochter des Schmuel Hakohen.

An beiden Tagen beginnen die Führungen unter der Leitung von Marc Albano-Müller, Schwelm, um 14 Uhr und um 17 Uhr. Um Anmeldung (unter Tel.: 02336 406 471 (AB) oder per E-Mail an: vfh-schwelm@t-online.de) wird gebeten. Die Teilnahme ist kostenlos.
 Männliche Teilnehmer haben eine Kopfbedeckung zu tragen. Nach jüdischem Brauch betreten sie den Friedhof mit Mütze, Kappe oder Hut.
Treffpunkt ist der Friedhofseingang. Man erreicht ihn nur zu Fuß, etwa 200 m auf einem Feldweg stadtauswärts ab Haus Bandwirkerweg 25. Parkplätze entlang dem Bandwirkerweg stehen nur begrenzt zur Verfügung.

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