Es brennt in Sachen Feuerwehrnachwuchs
Feuer und Flamme für das Ehrenamt

Sie sind da - nicht nur, wenn es brennt: die Freiwilligen Helfer der Feuerwehr Schwelm. Doch ein Thema brennt den Kameraden selbst ganz heiß unter den Nägeln: der Nachwuchs. Die Wap sprach mit dem Leiter der Feuerwehr über die Nachwuchssituation.
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  • Sie sind da - nicht nur, wenn es brennt: die Freiwilligen Helfer der Feuerwehr Schwelm. Doch ein Thema brennt den Kameraden selbst ganz heiß unter den Nägeln: der Nachwuchs. Die Wap sprach mit dem Leiter der Feuerwehr über die Nachwuchssituation.
  • Foto: Foto: Feuerwehr Schelm
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Am vergangenem Samstag war die Feuerwehr Schwelm in eigener Sache im Einsatz. Der Löschzug Winterberg warb auf dem Bürgerplatz in der Fußgängerzone für das Ehrenamt als Feuerwehrmann. Und das scheint auch nötig.

von Nina Sikora

"Ich will Feuerwehrmann werden!", ruft Grisu der kleine Drache (der absolut kein Feuer spucken, sondern löschen will) stets in den namensgleichen Hörspielen. Ein Wunsch, den viele Jungen und Mädchen im Kindesalter bis heute hegen. Dass aus dem kindlichen Wunsch Realität wird, ist jedoch immer seltener der Fall, besonders wenn es das Ehrenamt betrifft. Zwar herrscht aktuell keine absolute Notlage in Sachen Nachwuchs bei den Schwelmer Lebensrettern, aber es ist in den letzten Jahren nicht leichter geworden. "Das Ehrenamt ist heute leider nicht mehr so attraktiv", so Matthias Jansen, Leiter der Feuerwehr Schwelm.

Deshalb bemühte sich am Samstag auch der Löschzug Winterberg wieder mal für das Ehrenamt zu werben. Jansen: "Wir machen mit dem Zug über das Jahr verteilt mehrere solcher Kampagnen." Die Kameraden aus Winterberg konnten bei ihrer Aktion viele interessante Gespräche führen, aber letztlich niemanden konkret für den Dienst in der Feuerwehr gewinnen. "Die Freiwillige Feuerwehr ist immer auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs", weiß Matthias Jansen, "darauf sind wir angewiesen."

Dabei ist es nicht unbedingt das Interesse an der Feuerwehr im Allgemeinen, das nachgelassen hat, sondern eher die Bedingungen, die sich zum Schlechteren verändert haben, wie der Fachmann erklärt: "Mit den steigenden Einsatzzahlen - 2018 hatten wir eine Einsatzsteigerung von 20 Prozent - ist auch die Belastung höher geworden." Und noch eine grundlegende Sache hat sich verändert: "Früher haben wir viele Leute durch das ortsansässige Handwerk bekommen, aber heute verlassen viele Menschen tagsüber die Stadt, um zu arbeiten."

"Wer einmal ein Menschenleben gerettet hat, wird dieses Gefühl nie wieder vergessen."
Matthias Jansen, Leiter der Feuerwehr Schwelm

Trotzdem, wenn man den Feuerwehrchef fragt ist eines für ihn ganz klar: "Freiwillige Feuerwehr? Das ist ein tolles Ehrenamt!" Und während er darüber spricht betont er immer wieder die Kameradschaft und Tugenden, die zu diesem Ehrenamt gehören. Und noch etwas versichert Jansen: "Wer einmal ein Menschenleben gerettet hat, wird dieses Gefühl nie wieder vergessen!"

Den größten Zuwachs bekommen die Retter noch immer über die Jugendfeuerwehr. Doch für viele, die im Teenageralter noch Feuer und Flamme für den Job waren, wird es mit zunehmenden Alter schwierig. Zum Schulstress oder den Ausbildungsprüfungen kommen noch die Fort- und Ausbildungsseminare der Freiwilligen Feuerwehr. "Auch da gibt es Prüfungen", erklärt der Feuerwehrchef. Deshalb "ist es auch eine ganz tolle Leistung", wenn sich jemand für dieses Ehrenamt begeistert und es tatsächlich durchzieht.

Pluspunkte beim Arbeitgeber

Angst, durch das Ehrenamt einen Nachteil auf dem Arbeitsmarkt zu haben, braucht niemand zu haben. "Bei den Arbeitgebern ist die Bereitschaft da", versichert Matthias Jansen. "Wir treten immer auch in einen Dialog mit den Arbeitgebern, da lässt sich einiges regeln", versichert er. Von vielen Chefs wird die Zugehörigkeit zur Feuerwehr sogar als Bonus gesehen. "Wenn die junge Leute von der Jugendfeuerwehr kriegen, dann wissen sie, dass die Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ordentlichkeit und Kameradschaft gelernt haben. Diese Leute sind ganz wertvolle Arbeitskräfte", ist Jansen sicher.
Allen, die Interesse am Ehrenamtsjob als Lebensretter haben, rät der Leiter der Feuerwehr: "Einfach mal auf der Feuer- und Rettungswache vorbeikommen und sich melden. Man kann an Übungen teilnehmen, um reinzuschnuppern und wenn man irgendwie merkt: 'Nee, das ist nichts für mich', dann ist das auch okay."

Wer Interesse an der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr hat, kann sich bei der Feuer- und Rettungswache in der August-Bendler-Straße 5b unter Tel. 02336/916800 oder bei einem der Dienste der Löschzüge informieren.

Sie sind da - nicht nur, wenn es brennt: die Freiwilligen Helfer der Feuerwehr Schwelm. Doch ein Thema brennt den Kameraden selbst ganz heiß unter den Nägeln: der Nachwuchs. Die Wap sprach mit dem Leiter der Feuerwehr über die Nachwuchssituation.
Ein kleiner Junge zeigt sich sichtlich beeindruckt vom modernen Einsatzfahrzeug des Löschzugs Winterberg. Foto: Feuerwehr Schwelm

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